Die Diskussion ist abgeschlossen

Mobile Kids - Brauchen Kinder Handys?

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Detailaspekte der Diskussion:

  • Medienkompetenz: Verbote und Sperren bringen nichts. Wichtiger ist es, frühzeitig die Kompetenz der Kinder zur Nutzung von modernen Medien zu fördern. Stimmt diese Aussage?
  • Verantwortung: Was können Eltern, staatliche Behörden und Unternehmen tun, um Kinder eine sinnvolle Nutzung von Handys zu ermöglichen. Wer trägt welche Verantwortung?
  • Kinderhandys: Es gibt auf dem Markt spezielle Handys für Kinder im Grundschulalter. Bei eingeschränkter Funktionalität ermöglichen solche Kinderhandys zusätzlich die Ortung von Kindern. Sind solche Kinderhandys eine gute Sache oder eher mit Vorsicht zu genießen?

Rechts in den Kästen finden Sie einige Expertenmeinungen aus dem Bereich Jugendschutz, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und bekannte Meinungsbildner. Dort finden Sie auch weiterführendes Material, wie wissenschaftliche Studien, sowie interessante Links zum Thema.

» Weitere Informationen zu der Abschlussveranstaltung in Berlin

» Zusammenfassung der Ergebnisse von Online-Diskussion und Abschlussveranstaltung (PDF, 108KB)

» Wie hat O2 die Ergebnisse von Online-Diskussion und Abschlussveranstaltung in neue Maßnahmen umgesetzt hat?

Diskussion ist beendet – insgesamt 40 Beiträge:

  1. Bettina Wilhelm-Wagmann schrieb:

    Handy
    Es wird sich wohl nicht vermeiden lassen, ein Kind - früher oder später - mit einem Handy auszustatten, es sei denn man will das Kind zum Außenseiter machen und völlig gegen den Strom schwimmen. Ich persönlich bin jedoch eher für “so spät wie möglich”, denn ich glaube nicht, dass ein Kind wirklich ein Handy braucht.

    Klar sind Handys manchmal nützlich, aber prinzipiell empfinde ich ständiges Telefonieren egal an welchem Ort, ständige Erreichbarkeit, SMS über Nichtigkeiten usw. als Minderung von (Lebens-)qualität, weitere Beschleunigung des Lebens statt Entschleunigung, pure Zeitverschwendung und Zunahme von Banalität. Mal ehrlich, wieviele der Handynutzungen, wieviele der verschickten SMS sind wirklich wichtig und sinnvoll? Es macht doch keinen Unterschied, ob ich hirnlos fernsehe oder banale SMS schreibe.

    Leider sehen das die meisten Menschen anders und deshalb werde wohl auch ich meinem Kind (heute 3 Jahre) irgendwann ein Handy kaufen (müssen), wenn es das denn will. Problematisch finde ich, dass man vielleicht eines Tages wirklich nicht mehr ohne Handy sein kann, weil die Infrastruktur von Handynutzern ausgeht. Meinem Empfinden nach gibt es nämlich immer weniger öffentliche Telefonzellen für den Fall, dass man wirklich mal telefonieren muss. Und gehen Betreuer, Erzieher, Lehrer im Fall einer Terminverschiebung nicht irgendwann automatisch davon aus, dass jedes Kind per Handy seine Eltern benachrichtigen kann statt selbst - und auch eventuell frühzeitiger - für Mitteilung zu sorgen?

    “Kinderhandys” mit eingeschränkter Funktionalität (und bitte auch entsprechend eingeschränktem Preis und stabiler Bauart) sind sicher sinnvoll für den Anfang, auch Prepaid-Karten, damit auch das Kind einen Überblick über die Kosten wahren kann. Ich stelle mir das dann in etwa so vor, dass Mama eine Karte im Monat bezahlt, will das Kind mehr telefonieren, muss es das von seinem Taschengeld zahlen und entsprechende Prioritäten setzen. Vielleicht kommt dann ja auch mal die Frage auf “wie wichtig ist eine SMS für mich”.

    Ob man eine Kontrollfunktion von Handys möchte, ist wahrscheinlich grundlegende Einstellungssache. Ich setze da eher auf Vertrauen und möchte mein Kind nicht ständig überwachen. Zudem finde ich, dass ein Kind für seine Entwicklung auch Freiräume braucht und auch mal etwas kleines Verbotenes tun muss, ohne dass es gleich kontrolliert wird. Wenn mich mein Kind ständig anlügt und macht was es will, werde ich das dagegen auch mit Handykontrolle nicht in den Griff kriegen können, dann läuft was anderes schief.

    Dass mein Kind mit Handy “sicherer” ist (vor Fremden, Entführungen, usw.) als ohne, glaube ich nicht, im Zweifel läuft es vor lauter SMS-Schreiben unaufmerksam im Straßenverkehr herum, außerdem nenne ich nur das Stichwort “Mobilfunkstrahlung”, vielleicht werden wird uns da alle eines Tages noch wundern.

    Datum: 15. Juni 2007 – 13:51 Uhr -
  2. Bertram in Mainz schrieb:

    Und nun zur Praxis ;-) Meine Einstellung zum Handy habe ich ja erläutert. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie geht man Kindern und Jugendlichen um? Da begebe ich mich auf Glatteis. Meine wohl zu optimistische Annahme ist, sie seien wie kleine Erwachsene. Ich weiß, dass das so nicht stimmt. Ich beschreibe also eine Idealvorstellung mit ganz kleinen Abstrichen ;-)
    Ein Kommentar schrieb von der “dunklen Seite” des Handys. Gibt es die? Ich sehe die beim Geld. Ein Handy kann zum “schwarzen Loch” werden, das die Euronen aus dem Konto saugt. Das ist ein Punkt, der besprochen werden muss! Da muss man den Mobilfunk-Anbietern doch massive Vorwürfe machen. In letzter Zeit scheinen die Tarife transparenter zu werden. Gerade in der Anfangszeit waren Mobilfunk-Verträge geradezu juristische “Kunstwerke” zum Verschleiern der tatsächlichen Kosten. Dazu kommen Kosten für zusätzliche Dienste und Downloads.

    Anscheinend sind gerade die Handys eine Kostenfalle für viele Jugendliche. Jugendliche kommen sich unglaublich pfiffig und clever vor. Aber dann stecken sie in irgendwelchen dubiosen Verträgen oder in Schulden. Sind die gar nicht so schlau wie sie denken? Ich habe keine Kinder. Sehe ich das falsch? Allerdings geht es vielen Erwachsenen nicht besser. Dubiose versteckte Kosten gibt es fast überall, vom Mietvertrag bis zu den Bankgebühren, von Abos bis zu Kreditkosten.

    Damit ist eigentlich der Rahmen abgesteckt. Als Gerät würde ich das nehmen, was die Anforderungen erfüllt. Das kann ein gebrauchtes sein. Wollen die Kinder unbedingt ein “aktuelles” Gerät, sollen sie Differenz aus dem Taschengeld zuzahlen. Einen Ersatzakku kann man auch mal so kaufen, wenn er vorzeitig ausfällt. Aber bei den laufenden Kosten müssen die Kinder bzw. Jugendlichen wissen, worauf sie sich einlassen! Ich will niemanden gängeln. Wie viel Freiheit ich lasse, hängt davon ab, wie verantwortungsvoll jemand mit der Freiheit umgeht. Grenzen setzen ohne zu gängeln, das ist die eigentliche Kunst der Erziehung!

    Tabu wäre für mich deshalb ein heimliches Schnüffeln in den Dateien. Da gilt für mich strikter Datenschutz, auch den Kindern gegenüber. Extreme Ausnahme-Szenarios lassen sich natürlich immer konstruieren. Was macht man, wenn Gewaltvideos gesammelt werden? Im Extremfall kann man vorher ankündigen, dass in Zukunft zeitlich zufällig kontrolliert wird. Das sollte aber allerletztes Mittel sein. Ebenso tabu wäre für mich ein heimliches Orten. Da ist sie wieder, die Vorstellung von Kindern als kleine Erwachsene. Und wenn die Kinder nun ganz anders sind? Grau ist alle Theorie …

    Datum: 15. Juni 2007 – 12:05 Uhr -
  3. Ralph Stegmueller schrieb:

    Mobilfunk für Kinder
    Heutzutage kann es nicht mehr nur um die Frage gehen, ob Kinder ein Handy brauchen und ob das gut oder schlecht ist. Bei Kindern ist das Thema Handy ein Dauerbrenner, egal ob auf dem Schulhof, dem Nachhauseweg oder beim Spielen. Denn Handys sind heutzutage nicht nur Verständigungsmittel, sondern auch Spiel- und Unterhaltungscenter im Taschenformat. Als Eltern leben wir unseren Kindern täglich die Bedeutung von Mobilfunk vor, weil auch wir uns einen Alltag ohne Handy nicht mehr vorstellen können. Auch für Kinder ist das Handy ein riesiger Schritt in Richtung Großwerden. Als ständiger Begleiter ist es eine Verbindung zu Eltern und Freunden, die gleichzeitig sowohl Sicherheit als auch Freiräume bietet.

    Vielmehr muss es heute darum gehen, Kinder altersgerecht und sinnvoll im Umgang mit neuen Medien zu schulen. Mit einem Handy lernen Kinder die Möglichkeiten moderner Technologie kennen und bereiten sich so Stück für Stück auf die Welt von Morgen vor. Das richtige Angebot für die Kinder zu finden ist nicht leicht, soll es den Sicherheitsbedürfnissen der Eltern und dem Wunsch der Kinder nach Spaß entsprechen. Denn in der Welt des Mobilfunks gibt es auch Risiken, vor denen Kinder geschützt werden müssen, zum Beispiel unsichere Handys mit hohen Strahlungswerten und Kostenfallen wie teure Abos und Hotlines oder das Problem des Austauschs jugendgefährdender Inhalte.

    Heutzutage kann es nicht mehr nur um die Frage gehen, ob Kinder ein Handy brauchen und ob das gut oder schlecht ist. Bei Kindern ist das Thema Handy ein Dauerbrenner, egal ob auf dem Schulhof, dem Nachhauseweg oder beim Spielen. Denn Handys sind heutzutage nicht nur Verständigungsmittel, sondern auch Spiel- und Unterhaltungscenter im Taschenformat. Als Eltern leben wir unseren Kindern täglich die Bedeutung von Mobilfunk vor, weil auch wir uns einen Alltag ohne Handy nicht mehr vorstellen können. Auch für Kinder ist das Handy ein riesiger Schritt in Richtung Großwerden. Als ständiger Begleiter ist es eine Verbindung zu Eltern und Freunden, die gleichzeitig sowohl Sicherheit als auch Freiräume bietet.

    Vielmehr muss es heute darum gehen, Kinder altersgerecht und sinnvoll im Umgang mit neuen Medien zu schulen. Mit einem Handy lernen Kinder die Möglichkeiten moderner Technologie kennen und bereiten sich so Stück für Stück auf die Welt von Morgen vor.

    Datum: 14. Juni 2007 – 20:37 Uhr -
  4. Ulrich Schreier schrieb:

    Vater dreier Töchter (3 Monate, 4 und 7 Jahre)
    Handys sind Bestandteil unseres Alltages und aus diesem nicht mehr weg zu denken. Dieser Tatsache kann man sich nicht verschließen, genau so wenig wie dem Wunsch der Kinder ein eben solches zu besitzen. Natürlich heißt das nicht, dass ich meinen Töchtern sofort ein Handy kaufen werde, sowie sie den Wunsch äußern. Aber man sollte dieser Technologie gegenüber offen sein und die Kinder an sie heranführen. Man sollte die nützlichen Seiten des Handys in den Vordergrund stellen und natürlich den Kindern auch die `dunkle´Seite vor Augen führen.

    Hilfreich sind hier mit Sicherheit Handys mit denen man auch wirklich nur telefonieren kann. Inwieweit eine Ortungsfunktion hilfreich ist mag ich nicht beurteilen, würde aber denken, dass diese Funktion überschätzt wird und vielleicht eher eine falsche Sicherheit vorgaukelt. Selbstverständlich würde ich einem Kind, egal welchen Alters nur ein Prepaid-Handy zur Verfügung stellen, da ich bezweifle, dass ein Kind die entstehenden Kosten abschätzen kann. Auch ich bin der Meinung, dass Vor- und Grundschüler kein Handy brauchen, den Umgang hiermit aber für den `Notfall´beherrschen sollten, das heisst zumindest hiermit um Hilfe rufen können sollten. Auch finde ich Handyverbote an Schulen sinnvoll, aber solange dort geraucht wird, würde ich eher Handys akzeptieren.

    Sonst sehe ich auch eher die Eltern als die Behörden oder die Anbieter in der Verantwortung, sprich, (nicht nur) der Umgang mit einem Handy ist eine Erziehungsfrage. Dass die nicht immer leicht ist, erlebe ich tagtäglich. Aber das Problem ist nicht das Missbrauch-Potential eines Handys sondern die Gleichgültigkeit vieler Eltern, die dem Missbrauch Tür und Tor öffnen.

    Datum: 13. Juni 2007 – 22:15 Uhr -
  5. Elisabeth Schallhart, Kindergarten- und Medienpädagogin schrieb:

    Handy und Medienkompetenz
    Ich denke, dass es heute notwendig ist, zu handeln und nicht immer nur zu “reagieren” . Kindern nutzen Handys, viele von ihnen besitzen ein eigenes. Darüber zu diskutieren, ob dies für sie “gut” oder “schlecht” ist, finde ich nicht zielführend, denn eine soche Diskussion zieht sich über Jahre und findet oftmals kein Ende.

    Bei allen Fragen zur Medienerziehung geht es heute eigentlich vorrangig darum, WIE die Erziehung mit Medien und Medienprodukten gestaltet werden kann/soll. Erziehende, KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen brauchen pädagogische Konzepte und Ansatzpunkte, um mit diesen schwierigen Erziehungsaufgaben zurechtzukommen.
    Es geht vor allem um die praktische Erarbeitung und zur Verfügungstellung dieser Materialien und im Besonderen um die medienpädagogische Ausbildung der Erziehenden. Denn wer selbst nicht medienkompetent ist, dem fällt es schwer, Veränderungen, die durch die Medien angekurbelt werden, offen und vorurteilsfrei zu begegnen.

    Das heißt für mich nicht, dass Handys jederzeit akzeptiert werden sollen. Kinder sollen lernen, “gewissenhaft” mit dem Medium “Handy” umzugehen, und das können sie nur, wenn sie auch die Möglichkeit haben, ihr Handy zu nutzen. Unter gewissenhaft verstehe ich, abzugrenzen zwischen Erreichbarkeit und “Abhängigkeit”, sich der Kostenfrage stellen und tragen lernen, usw.

    Datum: 13. Juni 2007 – 20:25 Uhr -
  6. Volker E. schrieb:

    totale Technisierung der Geräte und des Körpers
    Die Frage nach dem sog. “Handy” dürfte an sich schon bald vom technischen Fortschritt überholt worden sein. Handy mit Organizer (oder sollte ich besser vom Organizer mit Telefonfunktionen sprechen?), Telefone mit Radio, mp3-Player und Videokamera (oder sollte ich lieber vom mp3-Player mit Telefonfunktion schreiben) und weitere Verschmelzung technischer Unterhaltungs- und Bürogeräte lassen die Eindeutigkeit eines Gerätes verschwinden.
    Ein Verbot von Handy (ich schreibe im weiteren Verlauf lieber “Telefonfunktionen”) wird sich in Zeiten der Kaufmöglichkeit über Internet (ggf. aus dem Ausland), nur schwer umsetzen lassen, denn gerade die heranwachsende Elternschaft hat zum goßen Teil selbst nicht das Bewusstsein, dass Telefonfunktionen von Geräten für Kinder ungeeignet sein können (finanziell, etc.). Anders ausgedrückt: Die zukünftigen Eltern wachsen gerade selbst wie selbstverständlich mit der Nutzung von Geräten mit Telefonfunktion auf. Zudem spreche ich gerade den sozial schwachen Eltern die nötige Durchsetzungsfähigkeit ab, ihren Kindern die heiß begehrte SIM-Karte für ihr Gerät mit Telefonfunktion zu verweigern, ohne die ja bekanntlich kein Telefonieren möglich ist.

    Beruflich habe ich mit Familien oder Alleinerziehenden zu tun, die große Probleme mit der Erziehung ihrer Kinder haben. Da wird schon eine einfache Anweisung zum großen Konflikt. Undenkbar, dass diese sich gegen den Druck des Kindes erfolgreich zur Wehr setzen, wenn dieses nach einer SIM-Karte verlangt. Somit würde gerade von den Bürgern ein Verbot durch Mithilfe umgangen, die besonders vom Konsum elektronischer Geräte in schädlicher Weise beseelt sind (Isolierung von der Umwelt, Eintauchen in virtuelle Scheinwelten, finanzieller Ruin wegen Arbeitslosigkeit und zu hohen Konsumwünschen).
    Fazit: es wird ein nur schwer lösbares Problem, falls Geräte mit Telefonfunktion für Kinder verboten werden würden.
    Alternativ könnte eine andere Technik genutzt werden (George Orwell lässt grüßen), um die Telefonfunktion frei zu geben oder zu sperren. Man stelle sich vor: jeder Mensch bekommt bei Geburt einen Code in Form eines RFID-Senders unter die Haut geschoben……

    Datum: 13. Juni 2007 – 01:39 Uhr -
  7. Bertram in Mainz schrieb:

    Thema “Handy” gelassener und toleranter sehen
    Ein Handy ist für mich erst mal ein interessantes nachrichtentechnisches Gerät. Drahtlose Nachrichtentechnik hat mich immer fasziniert. Habe auch Nachrichtentechnik studiert. Diese ideologische, politische Aufladung des Themas verstehe ich nicht.

    Ein Handy ist ein Gerät, das man benutzen kann oder auch nicht. Das man mitnehmen kann oder nicht. Man kann Spaß an der Technik haben, das Gerät einfach benutzen oder darauf verzichten, wenn es sich nicht lohnt. Das kann man als Erwachsener wie als Kind.

    Macht man das nicht überall so? Braucht man ein Radio, einen Fotoapparat, einen Taschenrechner, einen PDA? Der Eine braucht das unbedingt, der Andere benutzt es widerwillig, der Nächste gar nicht. Mancher hat ein Gerät immer dabei, der Andere benutzt es bei Bedarf. Warum wird das Thema Handy so übersteigert?

    Nachrichtentechnik reglementieren? Für mich ein absurder Gedanke! Besonders absurd ist die Forderung nach einer Einschränkung von Foto- und Videohandys. Nur weil einige Jugendliche diese Funktion missbrauchten? Ein Handy ist in diesem Zusammenhang einfach eine Kamera. Nicht mal die extremste Diktatur kam bisher auf den Gedanken, Kindern Kameras zu verbieten!

    Momentan benutze ich kein Handy, brauche es nicht. Aber ich werde einen PDA brauchen. Das ist jetzt mein persönlicher Bedarf. Bei Bedarf würde ich mir ein Handy kaufen. Vielleicht nehme ich mit Absicht ein Gerät, das jemand weggeworfen hat. Geld hätte ich, aber diese Wegwerf-Mentalität ist mir fremd. Jeder soll machen, was er mag und sinnvoll bezahlen kann und will. Gruppen-Konformität ist mir fremd. Aber mit dieser Einstellung hatte ich schon Ärger.

    Ein Handy als Statussymbol? Irgendwie verstehe ich die Jugendlichen nicht. Sie wollen sich von niemandem etwas sagen lassen, wollen unbedingt selbstständig sein. Und dann lassen sie sich von Mode und Gruppenzwang ihre persönlichsten Angelegenheiten diktieren: Kleidung, Meinung, Musik, Interessen und eben das Handy.

    Ein spezielles Kinderhandy? Nein, aber wir brauchen einfache Handys für Leute, die nicht mehr brauchen. Für Kinder, Senioren oder einfach für Leute, die nur telefonieren wollen. Eine zusätzliche Ortungsfunktion? Die sehe ich mit gemischten Gefühlen. Keinesfalls darf eine Ortung heimlich erfolgen! Ein Handy mit Ortung hat schon einen Hauch von StarTrek. Faszinierend! Es kann ein guter Aufhänger für eine Diskussion mit den Kindern über Datenschutz sein. Aber niemals heimlich!

    Vielleicht mache ich den Fehler, Kinder wie kleine Erwachsene zu sehen. Ein paar ernste Worte zur Finanzierung würde ich mit ihnen natürlich reden. Kinder sind doch bestimmt ganz vernünftig? Man muss nur vernünftig mit ihnen reden, oder nicht? Meine eigenen Dummheiten und Kindereien seinerzeit waren doch bestimmt untypisch? Hätte ich Kinder, würde ich vielleicht manches ganz anders sehen ;-)

    Datum: 10. Juni 2007 – 23:20 Uhr -
  8. Janina schrieb:

    Das geht auch ohne!
    Ich finde, daß Kinder noch kein Handy brauchen. Wozu, um erreichbar zu sein? Man muss einfach mit seinem Kind klare Vereinbarungen treffen, bevor es aus dem Haus geht. Dann muß man auch nicht dauernd telefonieren! Um sich mit Freunden zu verabreden, können die Kinder auch ganz normal das Telefon daheim benutzen. Am schlimmsten finde ich aber die enorme Strahlenbelastung durch Handys, die gerade bei Kindern Hirntumore hervorrufen kann und die Blut-Hirnschranke durchlässiger macht! Das ist die Verantwortung von Staat und Herstellern!

    Datum: 8. Juni 2007 – 16:47 Uhr -
  9. Gerd Müller schrieb:

    Freier, zufälliger und unkontrollierbarer Datenverkehr…
    Stellen Sie sich einen Schulbus, einen Schulhof oder einen anderen Ort vor, an dem sich auf engem Raum viele Kinder (ggf. auch unterschiedlichen Alters) befinden.

    Stellen sich weiter vor, dass die Mehrheit der anwesenden Kinder über ein modernes Handy verfügt und - weil man das eben so macht - die Bluetooth-Schnittstelle des Handy aktiviert hat. Zwei Kinder oder Jugendliche tauschen per Bluetooth eine Datei aus, bspw. ein Gewaltvideo, pornographische Bilder, rechtsextreme Propaganda - lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf…

    Bei allen Kindern in der Umgebung mit aktivierter Handy-Bluethooth-Schnittstelle erscheint eine Meldung, ob die eingehende Datei angenommen werden soll. Ein Knopfdruck (”Da schickt mir ein Freund was…”, “Mal schauen, was das ist…”, Wer kann das sein?”) und das verbotene Material befindet sich auf dem Handy Ihres Kindes…

    Ein Albtraum? Nein, Realität im deutschen Schulalltag, die ich als Lehrer mit Entsetzen verfolge.

    Datum: 7. Juni 2007 – 12:34 Uhr -
  10. Kristin Berlau, Karriere & Familien Coaching schrieb:

    Medienkompetenz oder doch einfach nur Respekt & Co.
    Sicherlich wäre es wünschenswert, wenn Eltern sich bei den Funktionalitäten von Handy und PC besser auskennen. Aber was hätte das zum Ziel? - Dass die Eltern die Handy´s ihrer Kinder auf verbotene Video-Clips etc. filzen?
    Für mich ist es wichtiger, dass Eltern den Umgang mit diesen Medien als Vorbild vorleben. So dass einige grundsätzliche Regeln einfach klar sind. Und da sind wir aus meiner Sicht bei den ganz klassischen Benimmregeln, bei Respekt und Anstand oder wie immer man das auch nennen mag. Dazu zählt Höflichkeit, Pünktlichkeit oder ganz konkret gesagt, man telefoniert nicht während des Essens oder während des Unterrichts.

    Wenn ich mir allerdings die Handy-Kultur in Unternehmen anschaue - ständige Verfügbarkeit auch außerhalb der Bürozeiten oder auch im Urlaub, jeder rennt wenn´s klingelt aus dem Meeting, wenn das Handy klingelt geht man ran auch wenn man sich gerade mit einem Kollegen unterhält, noch im Flieger das Handy anschalten nur um der Sekretärin zu melden man sei jetzt gelandet… Es gäbe noch eine Menge aufzuzählen. Aber auch hier zieht sich ein roter Faden durch. Das Handy, die ständige Erreichbarkeit hat einen höheren Stellenwert als alles andere, was gerade passiert. Denn wenn man wirklich nachdenkt, muß man sich fragen: ist es wirklich höflich und respektvoll mitten im Meeting rauszurennen mit dem Handy am Ohr, oder den Kollegen einfach stehen zu lassen?
    Und natürlich bleibt diese Handy-Kultur nicht vor der Haustüre. Kinder bekommen ja auch mit, dass Papa auch im Urlaub für die Kollegen erreichbar ist, oder während des Abendessens aufspringt oder nach dem Tatort nochmal an den PC rennt, die Mails checken. Ich appelliere hier also an die Vorbildfunktion, daran, klare Regeln auszumachen (und selbst auch einzuhalten) wann ans Handy springen ok ist und wann nicht.

    Grundlage hierzu ist allerdings das altmodische Thema Respekt. Das Saarland hat aus diesem Grund ein Projekt ins Leben gerufen “Respect & Co” http://www.aktion-respekt.saarland.de bei dem Materialien für Schulen aufbereitet wurde, die sich mit den Themen Umgang miteinander, Höflichkeit, meins und deins beschäftigt. Dabei wird sofort, wenn sich etwas in der Klasse zuträgt (das Mäppchen eines Mitschülers wird durch die Gegend geworfen) der Unterricht unterbrochen und das Verhalten thematisiert und respektvolles Verhalten bzw. Normen und Werte im Umgang miteinander trainiert.

    Ich fände es für Unternehmen wie dem Auftraggeber dieser Diskussion z.B. sehr sinnvoll, sich mit solchen Projekten zu koppeln, auf das Themenfeld Umgang mit neuen Medien (wann ist es ok, zu telefonieren - wann nicht) auszuweiten und dies bundesweit auszurollen. Das hätte für das Unternehmen den Vorteil was für´s Image zu tun und unseren Kindern wir Respekt und Anstand oder wie es heute heißt “soft skills” bereits in der Schule beigebracht. Und wie wir wissen, ist das Thema soft skills im weiteren Leben, bei Bewerbung und im Beruf essentiell.

    Datum: 6. Juni 2007 – 12:55 Uhr -
  11. Max Tenhagen schrieb:

    Hase und Igel
    Die Frage, ob Kinder Handys „brauchen“ stellt sich für mich nicht. Handys gehören zum heutigen Lebensalltag (auch zu dem von Kindern), wie das Fernsehen, Computer oder das Internet. Und diese Entwicklung wird in Zukunft noch viel stärker voranschreiten. Das Handy wird dann nicht mehr zum Telefonieren oder Foto-Knipsen dienen, sondern ein alltäglicher Begleiter sein, mit dem man z.B. die Pausenmilch oder den Schulbus bezahlt, den Stundenplan per WebDav verwaltet oder den Hausaufgaben-Podcast per iTunes abonniert. Alles verstanden? Vieler meiner Vorrednerinnen rufen dazu auf die Medienkompetenz der Erwachsenen, (Eltern, Lehrer, Jugendarbeit) zu stärken. Grundsätzlich stimme ich dem zu, habe jedoch meine Bedenken, ob dies die alleinige Lösung sein kann. Die technische Entwicklung schreitet so schnell voran, dass die „normalen“ Erwachsenen kaum Schritthalten werden können.

    Wie ist es trotzdem möglich Kinder und Jugendliche vor den unzweifelhaft ebenfalls vorhandenen Risiken und Gefahren mobiler Sprach- und Datendienste zu schützen? Ich denke ein Instrumenten- bzw. Verantwortungsmix ist erforderlich. Die Verantwortung des Staates sehe ich darin, betrügerische und kriminelle Angebote zu verbieten (z.B. 0190-Hotlines, Kinderpornografie, usw.). Ob die staatliche/schulische Lehrplangestaltung mit der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung mithalten kann, wage ich zu bezweifeln. Hier könnte es aus meiner Sicht durchaus sinnvoll sein Kooperationen zwischen Schulen und Jugendeinrichtungen mit den Providern, wie O2, E-Plus und Vodafone, zu suchen und den staatlichen Lehrplan entsprechend zu ergänzen und so den Erwerb von Medienkompetenz bei den Kindern zu unterstützten. Die Verantwortung der Mobilfunk-Provider sehe ich darüber hinaus darin, entsprechende Tarifangebote für Kinder anzubieten. Tarife mit denen z.B. nur bestimmte freigeschaltete Internetseiten aufgerufen werden können, die Nutzung von teuren Premium-SMS-Diensten nicht möglich ist, usw. halte ich für sinnvoller als ein „Kinderhandy“ mit beschränkter Funktionalität, das niemals die Akzeptanz der Kinder finden wird.

    Ich bin zwar kein Vater eines Kindes oder beruflich in der Jugendarbeit tätig. Dafür aber „erst“ 22 Jahre alt und somit vielleicht näher am Geschehen.

    Datum: 6. Juni 2007 – 12:07 Uhr -
  12. Tanja schrieb:

    Die Medienkompetenz der Eltern stärken !!!
    Ich arbeite als Sozialpädagogin in einer Schule - daher der Bezug zum Thema. Im Schulalltag sind wir ständig damit konfrontiert, dass das Handy zum echten Problem wird. Deshalb hat unsere Schule ein generelles Handy-Verbot verhängt. Dies gilt nicht nur für die Schüler, sondern selbstverständlich auch für die Lehrer. Das Handy führt im Schulalltag nicht nur zu Problemen wie Unaufmerksamkeit oder eingeschränkter Offensiv - Kommunikation - es wird damit mittlerweile Musik gehört, Videos angeschaut und Videos gedreht. Dinge wie z.B. das Filmen von Prügeleien oder das Bloßstellen einzelner Schüler sind keine Horror-Szenarien, sondern längst auch in Deutschland Realität auf den Schulhöfen. Zudem kann die Schule keine Verantwortung dafür übernehmen, wenn die - immer wertvoller werdenden Handys - geklaut werden. Natürlich ist es schwer - wenn nicht sogar unmöglich - für die Schule, dieses Verbot durchzusetzen. Was daran liegt, dass die Eltern ihren Kindern häufig die Handys aufgrund des Sicherheitsaspekts mitgeben. Fakt ist hier - viele Eltern wissen überhaupt gar nicht, was ihr Kind mit dem Handy alles anstellen kann. Selbst für mich (ich bin erst 28) ist vieles Neuland, wenn die Kinder von ihren Handy-Funktionen sprechen. Hier wird deutlich, dass es in erster Linie nicht notwendig ist, die
    Medienkompetenz der Kinder zu stärken, sondern wohl eher die Kompetenz der Eltern !!!!!!!!

    Ich kann es wirklich nachvollziehen, dass Eltern in der heutigen Zeit gerne die Möglichkeit nutzen wollen, ihr Kind über Handy überall erreichen zu können. Von daher halte ich auch die sogenannten Kinderhandys für eine wirklich sinnvolle Angelegenheit - vorausgesetzt das hier z.B. Dinge wie Video, Musik, sms etc. nicht möglich sind. Das Handy sollte für kleinere Kinder also grundsätzlich nur als Sicherheits-Tool für den Notfall eingesetzt werden und dies sollte auch von den Eltern so vermittelt werden. In der Schule bei uns gab es tatsächlich Eltern, die ihre Kinder in jeder Pause angerufen haben. So etwas geht einfach nicht - und es handelt sich dabei auch nicht mehr um ein “gesundes” Verhalten. Eltern müssen ihren Kindern schon den Umgang mit Gerätschaften vorleben. Kommen die Kinder dann ins Teenie-Alter (und das ist heute schon ab 10/11 Jahren der Fall) wird die Handy-Geschichte noch schwieriger. Das Handy dient für die Kids nicht nur als oberstes Kommunikationsmittel, sondern zusätzlich als Prestige-Objekt. Es muss möglichst das neuste Modell sein. Möglichst mit Vertrag. Häufig habe ich mich schon gefragt, wie die Eltern sich dies überhaupt leisten können. Nicht selten fallen dann aber Sätze wie - “Meine Mutter bekommt eh jedes Jahr ein neues Handy!”

    Einrichtungen wie Schulen etc. sind leider häufig die Hände gebunden. In unserer Schule werden Handys, die sichtbar sind, nun eingesammelt und können nur von den Eltern gegen Vorlage des Personalausweises wieder abgeholt werden. Viele Eltern habe ich dabei schon wütend vorm Sekretariat stehen sehen. Von daher ganz klar - Aufklärung von seitens der Schulen (Medienkompetenz - klar, Schuldenproblematik - klar, Gewaltprävention - klar) sollte frühzeitig und häufig genug stattfinden. Ob diese jedoch fruchtet, liegt alleine bei den Eltern. Wir sollten uns alle mal an die eigene Nase fassen und überlegen, wie abhängig wir bereits vom Handy sind. Es ist mitunter erschreckend….

    Datum: 2. Juni 2007 – 19:32 Uhr -
  13. Christina Schryver schrieb:

    Medienkompetenz bei Kindern UND Eltern stärken!

    Zur Grundausstattung von Kindern und Jugendlichen gehört heutzutage nun einmal auch das Handy. Selbst bei Grundschülern ist das keine Seltenheit mehr. Wird das Telefon angeschafft, um erreichbar zu sein oder im Notfall die Eltern anrufen zu können, ist gegen ein Handy auch bei Grundschülern nichts einzuwenden. Doch das das „Statussymbol“ Handy dient schon längst nicht mehr ausschließlich dem Telefonieren. Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen es als mp3 Player, Fotoapparat oder Videoabspielgerät. Je mehr Funktionen die Geräte haben, desto mehr Gefahren sind damit auch verbunden und hier müssen wir als Medienpädagogen ansetzen.
    Die Initiative SCHAU HIN! hat sich zur Aufgabe gemacht, Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung und Medienkompetenz zu stärken, um ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien zu vermitteln. SCHAU HIN! liefert Tipps und Informationen zu elektronischen Medienangeboten und deren Handhabung - in Verbindung mit gezielten ganzheitlichen Erziehungstipps für die 3- bis 13-Jährigen.
    Was das Medium Handy betrifft, müssen Eltern ihren Kindern zunächst deutlich machen, welche Kosten anfallen können, wenn man sich nicht an gewisse Regeln hält. Nicht nur das Chatten per SMS kann teuer werden, auch 0190-Nummern und Klingeltonabonnements lassen manche Rechnung in die Höhe schießen. Damit Eltern einen Überblick über die Kosten haben, empfiehlt sich eine Prepaid-Card. Neben den Kosten, ist auch die Verbreitung jugendgefährdender Inhalte (Handyvideos) ein zunehmendes Problem. Hier ist in besonderem Maße auch der Mobilfunkanbieter gefragt: Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ist es erforderlich, Handys technisch so auszurüsten, dass jugendgefährdende und jugendbeeinträchtigende Inhalte gesperrt sind. Eine Deaktivierung dieser Sperrung sollte dann nur durch die Eltern möglich sein. Wichtig ist aber vor allem, dass Eltern Einfluss auf die Mediennutzung ihrer Kinder nehmen. Dafür müssen sie jedoch ausreichend über die Entwicklung der Medien, und den sinnvollen Umgang aus medienpädagogischer Sicht, informiert werden.

    Für das Medium Handy gilt: Keine Verbote aussprechen, sondern Grenzen setzen und nötige Sicherheitsvorkehrungen treffen!

    Wer sich rund um das Thema Kinder und Medien, auch speziell über den richtigen Umgang mit dem Handy, informieren möchte, sollte einen Abstecher auf unsere Website schau-hin.info machen.

    Christina Schryver, SCHAU HIN! Was deine Kinder machen.

    Datum: 1. Juni 2007 – 15:40 Uhr -
  14. Sandra Gerö schrieb:

    Handy für Kinder
    Ich bin Psychologin, freiberufliche Trainerin im Bereich Neue Medien und selbst Mutter 14jähriger Zwillinge.

    Den hier veröffentlichten ExpertInnenmeinungen kann ich mich großteils anschliessen (Medienkompetenz wichtiger als Verbote und Einschränkungen…), möchte aber noch zwei Aspekte hinzufügen, die m.E. noch nicht (ausreichend) beleuchtet worden sind (wobei ich mir zugegebenermaßen nicht alle Kommentare durchgelesen habe):

    1. Handy ist in erster Linie ein Telefon, die Zusatzfunktionen sind unterschiedlich. Daher müsste man erstmal genau definieren, wovon man spricht, wenn es um “Gefahren” geht (Gefahren durch Funkstrahlung, Gefahren durch Video-Inhalte, Suchtpotential, …). Wo man früher sagte “Mach nicht jedem die Tür auf”, heisst’s heute “Gib nicht jedem deine Telefonnummer/e-mail-Adresse/…” Das ist wohl einfach ein neues Gewand für alte Themen.

    2. Das Medium “mobiles Telefon” verändert die Kommunikation und das Verhalten in Beziehungen. Was früher verbindlich vereinbart werden musste (Ort und Zeitpunkt des Wiedersehens, was in der Zwischenzeit geschieht oder geschehen sollte, mögliche Alternativen), wird jetzt ganz “spontan” vereinbart, wie es eben passt. Dadurch entsteht eine vorher nicht gekannte Abhängigkeit von diesem Medium, und die “Vereinbarungskultur” leidet. Man hat ja versucht, anzurufen, aber man hatte keinen Empfang/Akku war leer/Wertkarte aus, sodass man leider leider nicht mitteilen konnte, dass man später nach Hause kommen wird. Oder aber, wenn ich das Handy zu Hause liegenlasse, beginnen sich Familie und Freunde bereits Sorgen zu machen, wenn ich sie eine halbe Stunde nach ihrem Anruf immer noch nicht zurückgerufen habe. Wenn man sich in Paris aus den Augen verliert, weiss man keine andere Methode, einander wiederzufinden, als kostenintensiv zu roamen. D.h. der Handygebrauch schmälert andere Kompetenzen bzw. geraten Strategien der Orientierung in Vergessenheit. Dazu gibt es aber noch keine (mir bekannten) Studien.

    Datum: 31. Mai 2007 – 18:29 Uhr -
  15. Erwin schrieb:

    Das Handy ist hier und wir müssen damit umgehen
    Das Handy ist am Markt und es wird auch genutzt. Viel zu hohe Kosten, Gesundheitsschädigungen, kurze Haltbarkeit usw kann die Verbraucher nicht abschrecken. Kinderhandy hört sich gut an. Wie das am Ende benutzt wird, liegt wie immer an den Personen die es nutzen. Dass, böse “Onkels” das Ortungsystem missbrauchen ist genauso möglich wie eine Rettung eines Kindes durch die Ortungsmöglichkeit.
    Mit kurzen Worten “Das Handy ist hier und wir müssen damit umgehen”. Wie, muss jeder für sich selbst bestimmen.
    Ach ja, meine beiden Kinder 6 und 13 Jahre haben kein Handy.
    Nach einer kurzen Aufklärung über die Folgen eines Verlustes haben die beschlossen für das Geld lieber skifahren zu gehen. Wer braucht da noch ein Handy.

    Datum: 31. Mai 2007 – 16:46 Uhr -
  16. Steffen Lachmann schrieb:

    Rückblicke auf unsere Jugend sind zwecklos
    Ich bin Sozialarbeiter auf einem Jugendamt, Vater einer inzwischen 19-jährigen Tochter.

    Grundsätzlich denke ich, sollte man der Diskussion voranstellen, dass wir bei Handys über ein Gebrauchsgegenstand reden, der aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Rückblicke auf unsere Jugend oder die Zeit vor 10 Jahren sind demnach zwecklos.
    Ich glaube auch, dass Kinder keine Handys brauchen. Ich brauche auch keins, aber es erleichtert mir doch ein paar Sachen.

    Nun zu den Fragestellungen:
    - Medienkompetenz:
    Verbote und Sperren bringen nichts. Wichtiger ist es, frühzeitig die Kompetenz der Kinder zur Nutzung von modernen Medien zu fördern. Stimmt diese Aussage?

    Was Hänschen nicht lernt…! Ich habe keinen Nerv, mich mit den Mögllichkeiten meines Gerätes umfassend auseinanderzusetzen. Der Wechsel vom Hersteller (bei einem Neugerät) stellt mich schon vor eine mittlere Herausforderung :)
    Wir sind heute sicher, dass PC´s und der Umgang mit Ihnen in den Kindergarten gehören.

    - Verantwortung:
    Was können Eltern, staatliche Behörden und Unternehmen tun, um Kinder eine sinnvolle Nutzung von Handys zu ermöglichen. Wer trägt welche Verantwortung?

    Wie in jedem Lebensbereich ist auch hier das Recht und die Pflicht der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder im Vordergrund.
    Es wäre wünschenswert, wenn die Unternehmen in Kindern und Jugendlichen die Zielgruppe von morgen sehen. Das heißt, mit der Nutzung der technischen Möglichkeiten werden ja nicht nur mediale Kompetenzen gefördert, sondern vielmehr Wünsche zur Nutzung dieser Möglichkeiten geweckt.
    Da quasi so die Nutzergruppe der Zukunft geformt (ich will nicht sagen angefixt) wird, wären entsprechende Tarifoptionen gegenüber den Eltern fair. (falls es die nicht schon gibt!?)
    Ich denke auch, dass man über die Option einer altersdifferenzierter Eltern-Kind-Tarifgestaltung wirklich eine entwicklungsentsprechend sinnvolle Nutzung befördern und die Regelungen des Verhaltenscodex sicher umsetzen kann.

    - Kinderhandys:
    Es gibt auf dem Markt spezielle Handys für Kinder im Grundschulalter. Bei eingeschränkter Funktionalität ermöglichen solche Kinderhandys zusätzlich die Ortung von Kindern. Sind solche Kinderhandys eine gute Sache oder eher mit Vorsicht zu genießen?

    Es gibt auch Lerncomputer…

    Die Ortungsfunktion ist wahrscheinlich ein entscheidendes Auswahlkriterium für Eltern, dieses Handy zu erweben. Wichtiger erscheint mir hier jedoch eine altersentsprechende Funktionalität. Bei einer durchschnittlichen Nutzungszeit von zwei Jahren kann man doch prima über die Hardware Schranken im Sinne des Verhaltenscodex einbauen.

    Datum: 29. Mai 2007 – 17:13 Uhr -
  17. michael schrieb:

    kinderhandy
    Ich bin seit einiger Zeit in der Jugendarbeit tätig und es ging mal alles ohne Handy. Mich erstaunt es immer wieder wenn ich feststelle, wie abhängig wir von so einem kleinen Ding sind. Zum Thema: Für mich wäre auch nur der “Sicherheitsgedanke” eine sinnvolle Nutzung. Aber ich frage mich, ob dann nicht wieder ein Stück Eigenverantwortung weggeschoben wird?

    Einen Anderen Sinn macht das Handy aus meiner Sicht nicht (Mediekompetenz oder Technikumgang mit dem Handy zu lernen halte ich für fraglich). Also wenn mit Kinderhandys mehr als telefonieren möglich ist dann: nein

    Datum: 27. Mai 2007 – 18:28 Uhr -
  18. Marlen Wieczorek schrieb:

    Datenschutz, Sicherheitsbedürfnis, Zuverlässigkeit
    Ich war über einige Jahre in der Jugendarbeit tätig, daher mein Bezug zu dem Thema. Zunächst einmal ist für mich Medienkompetenz eine Fähigkeit, deren Vermittlung nicht die Aufgabe der Schule sein sollte. Auch Autofahren ist eine wichtige Fähigkeit für das weitere Leben, wird jedoch sowohl von der finanziellen Seite als auch von der zeitlichen Seite komplett privat organisiert. In meinen Augen bleibt die Aufgabe der Schule die Vermittlung von Grundwissen und sozialen Kompetenzen, was den Lehrplan schon ausreichend füllen dürfte. Handynutzung ist kein Unterrrichtsthema.

    Was die Möglichkeit der Ortung von Kindern über das Handy angeht, halte ich diese Technik allein schon vom Datenschutz-Aspekt für fraglich und sehe da großes Mißbrauchspotential für den Mobilfunkbereich insgesamt. Daß es die Ortungsfunktion heute schon gibt, ist klar. Sie sollte jedoch nicht Privatpersonen öffentlich zugänglich gemacht werden.

    Weiterhin schließe ich mich der schon geäußerten Meinung an, daß es einen Eingriff ins Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind darstellt, den Verbleib seines Kindes minütlich nachzuvollziehen. Ich denke auch, daß Kinder ein Handy, daß vorrangig dieser Funktion dient und sonst von allen “interessanten” Funktionen wie Video/MMS/usw. befreit ist, nicht akzeptieren werden.
    Zum anderen wird ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugt, denn der Aufenthaltsort des Handys muß nicht mit dem des Kindes übereinstimmen. Durch diese Funktion könnten sich Eltern überhaupt erst in der Pflicht sehen, ein Kinderhandy zu kaufen, um sich dann im Ernstfall keine Vorwürfe machen zu müssen, diese Technik nicht genutzt zu haben (ich denke da an Babydecken, die die Atembewegungen des Kindes registrieren…).

    Insgesamt sehe ich es auch so, daß Verbote nichts bringen (siehe Thema Rauchen). Wie auch beim Taschengeld sind die Eltern in der Pflicht, ein verantwortungsvolles Verhalten mit Handys vorzuleben, mit ihren Kindern verbindliche Absprachen zu treffen und sich auch selbst daran zu halten. Ein Kinderhandy sollte z.B. nicht den Zweck haben, Termine oder Absprachen zwischen Eltern und Kind kurzfristig ändern oder absagen zu können. Kindern muß im Umgang mit ihren Eltern Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit vorgelebt werden und dann auch von den Eltern im Gegenzug eingefordert werden.

    Datum: 25. Mai 2007 – 20:18 Uhr -
  19. Erich Beck schrieb:

    Und was ist mit der Verantwortung der Mobilfunkbetreiber?
    In den meisten Kommentaren geht es vor allen Dingen um die Verantwortung der Eltern oder das Erlernen von Medienkompetenz. Was ist aber mit der Verantwortung der Mobilfunkbetreiber? Und der Verantwortung derjenigen Unternehmen, die Dienste wie Klingeltöne oder SMS-Votings wie bei “Deutschland sucht den Superstar” anbieten? Ermöglichen verwirrende Tarifstrukturen nicht erst, dass junge Menschen sich verschulden oder verschwenden? Oder erleichtern die Tarife das doch zumindest? Ist es nicht geradezu Abzocke, wenn bei SMS-Votings der mediale Druck auf Kinder und Jugendliche durch Vorbiler (Stars) extrem stark erhöht wird, auch so oft wie möglich anzurufen und zu SMSen (”wenn Du nicht anrufst, dann muss Dein Superstar-Kandidat leider gehen”)? Was soll man denn davon halten, wenn Unternehmen damit einen Reibach machen, wenn Kinder 15 oder mehr Euro für SMS und Anrufe ausgeben, um für ihren Star zu voten? Würde ein “verantwortliches” Unternehmen eine solche Abstimmung nicht zum Selbstkostenpreis machen? Sollte man solche Angebote vielleicht verbieten oder kann man das der Selbstkontrolle der Unternehmen überlassen?

    Über Eure Ideen dazu würde ich mich freuen!

    Ein weiterer Punkt: Die Frage “Handy: Ja oder Nein” - und das wurde ja auch schon erwähnt und das kann ich nur unterstützen - stellt sich aus meiner Sicht so gar nicht mehr. Handys sind längst Alltag - das zeigen doch auch z. B. die Ergebnisse der Studie “Jugend und Geld”, die man sich hier auf dieser Seite herunterladen kann: “70 Prozent der Kinder und Jugendlichen besitzen inzwischen ein eigenes Handy, davon 4 Prozent sogar mehrere.” Und die, die kein eigenes Handy haben, leben doch in Haushalten, in denen es ein Handy gibt.

    Datum: 25. Mai 2007 – 13:55 Uhr -
  20. Katja Flesch, Bexbach schrieb:

    KEINE Handys für Kinder im Grundschul- bzw. Vorschulalter
    Kinderhandys - Ein klares NEIN von meiner Seite wenn es um Kinder im Grundschul- bzw. Vorschulalter geht!

    Ich finde, ein Kind in dieser Altersstufe kann zwar schon so einiges mit Technik anfangen, aber zum verantwortungsvollen Umgang mit so einem Gerät, wird es an dieser Stelle seiner Entwicklung noch nicht fähig sein.

    Eine Ortungsfunktion könnte früher oder später zum Missbrauch verleiten - wie schnell könnte sich hier jemand unbefugtes “einhacken”….

    Den Umgang mit den sogenannten “neuen Medien” werde ich dennoch (allerdings in altersgerechtem Umfang) unterstützen - Wofür das Kind ja nicht zwangsläufig selbst im Besitz der neuesten Technik sein muß.

    Somit ist auch klar, wer hier in der Verantwortung steht - nämlich: Die Eltern!

    K. Flesch - Mutter einer 4-jährigen Tochter

    Datum: 25. Mai 2007 – 08:15 Uhr -
  21. christiane seitz schrieb:

    Medienkompetenz ist nicht so ausgeprägt wie weithin angenommen
    Medienkompetenz ist bei Kindern - wie auch vielen Erwachsenen - m.E. weniger vorhanden als weithin angenommen. Wer findet schon auf Anhieb den “Aus”-Knopf am Fernseher…?

    Was Inhalte von Fernsehen als auch Internet angeht, frage ich mich ohnehin, wem man das antun sollte. Weder für Erwachsene noch für Kinder halte ich den Großteil der Sendungen, Talk-Shows, Krimis usw. für förderlich geschweige denn zumutbar. Die TV-Konsumzeiten von Kindern über mehrere Stunden pro Tag zeigen meiner Meinung nach, wie wenig einschränkend Eltern hier auf ihre Kinder einwirken. Daher halte ich für den wichtigsten Ansatzpunkt, Angebote mehr einzuschränken seitens des Staates - von freiwilliger Selbstkontrolle der Medien halte ich rein gar nichts - was da an Altersbeschränkungen etc. angegeben wird, ist wirklich ein Witz. Beispiel dafür ist etwa “Harry Potter”, von dem einige Filme ab 6 Jahren zugänglich waren, während ein historischer Film wie “Martin Luther” eine Altersbeschränkung ab 12 J. erhält - so etwas liegt meiner Meinung nach eher daran, dass sich Bettwäsche mit Harry Potter-Motiven besser verkauft als Badetücher mit Martin Luther drauf - obwohl…den Gegenversuch hat man ja nicht unternommen - doch Spaß beiseite und zum Thema Handys:

    Für Kinder halte ich Handys eigentlich für entbehrlich, WENN alternativ ausreichend z.B. öffentliche Telefone (Telefonzellen) zur Verfügung stünden z.B. mit Telefonkarte, nicht nur mit Münzeinwurf, was man dann gerade passend dabei haben muss. Allerdings ist meine Beobachtung, dass im Zuge der “Handy-anisierung” unserer Gesellschaft gerade diese öffentlichen Telefone zunehmend verringert werden - so dass auch ich mancherorts zum Handy greife, wo mir ein öffentliches Telefon lieber wäre. Ohne SMS und MMS konnte man früher recht gut leben und diese Funktionen schaden mehr der Kommunikation als dass sie ihr dienen. Wenn ich Jugendliche oder Teens schweigend in der Runde sitzend simsen sehe, frage ich, ob es sich hier um Fort- oder Rückschritt in unserer Gesellschaft und Gesprächskultur handelt.

    Verantwortung:
    Diese liegt m.E. eher bei übergeordneten Stellen, die nicht alles möglich machen sollten, was technisch möglich ist und aus Profitbestreben nach oben offene Handy-Rechnungen - auch für Kinder, denn wer weiß denn, wer letztlich Handy-Nutzer ist - billigend, ja berechnend nicht nur in Kauf nehmen, sondern geradezu bei Unkenntnis von Tarifen, Abrechnungsmodalitäten usw. provozieren. Aus Erfahrungsberichten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind mir Fälle bekannt, wo in depressiven Phasen oder Trennungssituationen binnen 24 Stunden Handyrechnungen von mehreren hundert Euro Jugendliche bzw. Familien in Schuldenfallen gezogen haben, aus denen man sich dann mühsam wieder herauskämpfen muss. Das meine ich mit der anfangs erwähnten überschätzten -und das wahrscheinlich mit Absicht- Medienkompetenz unserer gesamten Gesellschaft -Erwachsene, Kinder, Ausländer Deutsche.

    Datum: 24. Mai 2007 – 22:58 Uhr -
  22. Sabrina Fraczek schrieb:

    Schwierige Frage
    Medienkompetenz:
    Ich finde die Aussage stimmt teilweise. Verbote und Sperren bringen wirklich nichts, das stimmt! Aber man muss Kinder auch nicht unbedingt in Richtung der modernen Medien drängen.

    Verantwortung:
    Wenn Kinder wirklich ein Handy haben müssen, dann sollten die Eltern sehr darauf achten. Bspw. dass die Kinder nur bestimmte Nummern anrufen können (Eltern, Notruf etc.). Solche Einschränkungen sollten auch die staatlichen Behörden und die Unternehmen unterstützten, indem Handys für Kinder angeboten werden, die solche Funktion bieten. So könnten die Eltern bestimmte Nummern speichern/ freigeben und nur diese Nummern können dann erreicht (Anruf und SMS) werden.

    Kinderhandys:
    Ich finde diese Handys sind teilweise gut, weil man Kinder mit diesen Handys im Notfall orten kann. Aber im Grunde finde ich, dass Kinder vor dem 13 oder 14 Lebensjahr eigentliche kein Handy haben sollten.

    Datum: 24. Mai 2007 – 09:55 Uhr -
  23. Maienfalke schrieb:

    Handys, Kinder - und was sonst dazugehört
    Kinder brauchen meiner Ansicht nach kein Handy!

    Ich selbst bin erst 20 Jahre alt und daher in das Mobilfunkzeitalter hineingewachsen. Computer und Handys wurden unmerklich immer mehr Bestandteil des (öffentlichen) Lebens und sind heute nicht mehr wegzudenken.

    Daher kann man an dieser Stelle nicht über ein Verbot o.ä. von Kinderhandys nachdenken. Überall in den Medien wird für Mobiltelefone geworben und dementsprechend ist auch das Verlangen danach gegeben. Man kann und solte aber bei der Vergabe von Handyverträgen ein Mindesalter festlegen, um den sinnvollen Umgang mit dem Gerät zu gewährleisten. In erster Linie sind hier natürlich die Eltern gefragt, ob es ratsam ist, einem Kindergartenkind ein Handy zu kaufen oder nicht. Ich denke, es ist einfach unsinnig!

    Doch auch Hersteller, Vertreiber und sogar der Staat sollten hier eine einheitliche Regelung schaffen, um dem natürlichen Spieltrieb der Kleinen zu fördern und sie nicht schon vor der Einschulung aus der Natur und dem Sandkasten in digitale Welten zu entführen.

    Spätestens ab dem mittleren Grundschulalter allerdings fühlen sich Kinder immer mehr zu den technischen Spielzeugen wie z.B. Handys hingezogen. Man kann es ihnen in der heutigen Gesellschaft schlecht verübeln, noch verbieten.
    Die Hauptverantwortung in der Kostenfrage liegt hier klar bei den Eltern. Mit den sog. Pre-Paid-Guthaben kann man sehr gut die Ausgaben für’s Handy regeln - und wenn’s zuviel wird, dann kann einfach nicht mehr weiter telefoniert werden.
    Um den Eltern noch bessere Kontrollmöglichkeiten zu geben und zu gewährleisten, dass ein Kind das zur Verfügung stehende Geld nicht ausschließlich ins Handy verpulvert, könnte man hier die Aufladung des Guthabens nur durch die Eltern (z.B. per EC-Karte) gestatten.

    Natürlich müssen wir unsere Jüngsten vor teuren Angeboten wie z.B. Klingelton-Abos oder Gewaltvideos o.ä., die mehr als den Geldbeutel gefährden, beschützen. Und hier können die Eltern nicht allein die Verantwortung übernehmen. Es wäre illusorisch, davon auszugehen, dass Eltern täglich die Handys der Kinder kontrollieren oder von den Kindern zu verlagen, sich “solche Sachen nicht anzugucken”.
    Daher muss hier Industrie und Staat eingreifen! Klingelton-Abos für Konsumenten unter einer bestimmten Altersgrenze (mein Vorschlag: 16 Jahre) dürften nicht vergeben werden. Das Selbe gilt für andere, kostspielige Leistungen. Weiterhin ist zu überlegen, ob Foto- und Videofunktionen in Kinderhandys überhaupt eingebaut eingebaut werden sollten, oder ob man hier nicht die nur auf die - für Kinder völlig ausreichende - Funktion des Telefonierens und SMS-Schreibens zurückgreifen sollte.

    Handys…
    Ohne sie geht heute so gut wie gar nichts mehr. Und doch ging vor 10 Jahren noch alles ohne sie, zumindest solange man jung war. Wenn ich zu spät von der Schule kam, weil meine Freunde und ich noch durch den Wald gehen und unseren “geheimen Pfad” erkunden mussten, wunderten sich meine Eltern, haben aber nichts gesagt.
    Wenn wir am Fluss spielten, obwohl wir noch nicht mal das Seepferdchen gemacht hatten, war niemand dabei, um zu gucken, dass wir nicht reingefallen sind. Das war vor nur 10 Jahren…
    Warum müssen heute unbedingt die Kinder Ortungsgeräte in ihren Handys haben, mit denen sie sowieso schon überall erreichbar sind? Was ist los mit euch und ihnen? Müsst ihr wirklich auf Schritt und Tritt dabei sein?

    Habt ihr wirklich so wenig Vertrauen in unsere Kinder?

    Datum: 22. Mai 2007 – 13:51 Uhr -
  24. Sabine Grußbach, Lehrerin schrieb:

    Nein, brauchen sie nicht…
    Meiner Meinung nach brauchen Kinder keine Handys! Aber das ist natürlich Einstellungssache.

    Bei Kindern, die lange alleine sind bzw. auf sich allein gestellt sind, sind Handys möglicherweise eine gute Sache, sie bieten dann bspw. auch Schutz bei Verspätungen etc. In unserer schnelllebigen Zeit sind die Kinder mit solchen Dingen auch schnell vertraut. Sie sollten jedoch von Beginn an sinnvoll eingesetzt werden.

    Verbote und Sperren bringen wirklich nichts, aus pädagogischer Sicht finde auch ich es wichtiger, die Kinder mit Medien, wie Handy und Computer und den jeweiligen Spielen frühzeitig bekannt zu machen, damit sie deren Nutzen und “Schadenpotenzial” beurteilen können.

    Verantwortung tragen immer die Eltern der Kinder, Ihnen obliegt die Verantwortung für die Nutzung und den Gebrauch der Handys durch ihre Kinder.

    Kinderhandys habe ich persönlich noch nicht kennengelernt, deshalb kann ich dazu wenig sagen.

    Datum: 18. Mai 2007 – 21:12 Uhr -
  25. Volkmar Jacobs schrieb:

    In der Zwickmühle - Brauchen Kinder Handys ?
    Ich bin Vater von 2 Mädchen (je 10) und einem Sohn (9). “Erschwerend” kommt hinzu, dass ich Mitarbeiter bei einem großen Telekommunikationsanbieter bin. Grundsätzlich bin ich wirklich davon überzeugt, dass Produkte wie ein Handy ihre Berechtigung und ihren Nutzen haben. Allerdings, wie bei so vielen Dingen im Leben, ist es eine Frage des richtigen Umgangs und der verantwortungsvollen Dosierung. Meine Kinder haben noch KEIN Handy. Obwohl ich oftmals kurz davor bin, dem Flehen meiner Töchter nachzugeben.

    Letztendlich sind es aber die Beweggründe, warum ich diesen Wunsch bisher abgelehnt habe. Nicht die schnelle Erreichbarkeit oder für “Notfälle” sind die Antriebsfeder, es ist das auch bei Kindern in diesem Alter bereits verankerte “Statusdenken”. “Ich habe ein Handy”, “Ich hab´ein schickes Handy”, “Mein Handy ist das Neueste”, usw. . Ich hoffe, ich konnte bisher durch mein “Nein” hier vernünftige Grenzen ziehen. Ich bin mir aber auch absolut sicher, dass diese Grenzen in den nächsten Jahren immer durchlässiger werden und der Wunsch “altergemäß” doch erfüllt wird.

    Letztendlich ist die “Kommunikationstechnik” ein unverrückbarer Bestandteil unseres, aber insbesondere ein immer wichtiger werdender Bestandteil des Lebens unserer Kinder. Eine totale Verweigerung (Handy, PC, Internet, etc.) würde die frühzeitige Behinderung der persönlichen und beruflichen Entwicklung unserer Kinder bedeuten. Also doch: Alles eine Frage der richtigen Dosierung und des richtigen Umgangs!? Ein manchmal (an sich) zweifelnder Vater ;-)

    Datum: 18. Mai 2007 – 09:42 Uhr -
  26. Andreas Kaczynski schrieb:

    Handys für Kids?
    Ich bin Vater von zwei Jungen im Alter von 9 und 11 Jahren. Beide fasziniert alles, was mit Medien zu tun hat, seinen es Computerspiele, Gameboy oder das Internet. Wir schirmen unsere Kinder nicht vor dem Gebrauch von Medien ab, aber wir haben strikte Regeln und Zeitvorgaben festgelegt, die von den Kindern einzuhalten sind (max. 1 Stunde Medienkonsum täglich, am Wochenende das Doppelte) Um diese Regeln gibt es einerseits natürlich Diskussionen, andererseits äußern die Kinder auch Dankbarkeit für die Grenzziehung, da sie selbst den Ausschalter nicht finden würden. Zu Handys für Kinder haben wir eine klare Haltung: Sie sind überflüssig, wenn das Kind nicht bspw. große Entfernungen zur Schule zurücklegen muss! Das Thema ist bei uns durchaus schon aktuell. In der 5. Klasse des Älteren haben bereits die Hälfte der Kinder Handys, beim Jüngeren (3. Klasse) immerhin schon etwa ein Viertel. Ich bin davon überzeugt und sehe es auch mitunter bei den Freunden meiner Kinder, dass die Handys vor allem ein Statussymbol darstellen und zum Spielen genutzt werden. Außerdem werden teilweise Jingels und kleine Filme runtergeladen, die alles andere als jugendfrei aber mächtig cool sind. Ich würde Handys aus der Grundschule verbannen!
    Die Peilfunktion für Handys ist eine nette Idee, aber für Kinder auf dem Spielplatz erstens völlig ungeeignet - weil viel zu ungenau - und zweites in der Praxis wohl eher eine Beruhigungspille für Eltern, die wenig Praxisrelevanz hat. Bei größeren Kindern mag das anders aussehen?!

    Datum: 16. Mai 2007 – 20:54 Uhr -
  27. Marian Scherer schrieb:

    Kinder “brauchen” keine Handys.
    Ich bin der Meinung, das Kinder noch keine Handys benötigen, da sie im Grundschulalter mehr Gefahren als Nutzen birgen.

    Über solche Dinge sollte man aber trotzdem mit ihnen reden, sie sollten mit den Gefahren bekannt gemacht werden. Wie schon erwähnt, finde ich es auch wirklich am besten, wenn Eltern Grundschulkindern einzig und allein Handys zum telefonieren zur Verfügung stellen, da sie mit dem Rest noch nicht klar kommen würden bzw. es gefährlich wird (werden könnte?!).

    Sperrungen bringen auch nicht viel… und Ortungsgeräte müssen meiner Meinung nach kritisch gesehen werden.

    Datum: 15. Mai 2007 – 17:02 Uhr -
  28. Vogtländer schrieb:

    Handy für Kids?
    Sicher, Handys sind eine sinnvoll Sache für Kinder. Spätestens dann, wenn sie auf sich selbst gestellt den Schulweg zurücklegen oder in der Freizeit unterwegs sind.
    Jedoch nur dann, wenn sie nicht für unsägliche SMS-Votings a la DSDS misbraucht werden - verantwortungsvoller Umgang mit dem Handy will gelernt sein.
    Eine eingebaute Kamera muss nicht sein, es reicht m.M. nach ein einfaches Telefon mit SMS-Funktion - aber bitte mit Handy-Ortung, abrufbar durch die Erziehungsberechtigten.

    Datum: 15. Mai 2007 – 14:02 Uhr -
  29. Markus Gerstmann, Bremen schrieb:

    Medienkompetenz für alle
    Ich merke immer wieder in meinen Veranstaltungen (Elternabende, Vorträge, Workshops » http://www.jugendinfo.de), dass die Erwachsenen nicht mit dem Handy umgehen können. Sie können zwar telefonieren, aber ihre Kompetenz beruht auf ihre Erfahrungen mit einem Festnetztelefon. Gelernt habe sie es teilweise ohne Wahlwiederholung (Wählscheibe), einer Eieruhr - die den 8 Minutentakt vorgibt - neben dem Telefon und dem Wunsch mal nicht im WZ neben den Eltern zu telefonieren. Diese Kompetenzen transferieren sie auf die heutigen Mobiltelefone und das geht nicht… Wir müssen mobile Kommunikation komplett neu lernen, sprich wann und wo sollte telefoniert werden? Ich, als Zugfahrer, weiß sehr viel über die Beziehungsprobleme und Krankheiten meiner Mitreisenden. Genauso frage ich mich, wieso im Kühlregal erst die Frage nach der Joghurtsorte und dann ein ich liebe dich gesendet werden muss. Stehen die Kälte des Kühlregals und die Liebe der Menschen irgendwie im Zusammenhang???
    Ich bin der Meinung, dass wir Erwachsenen den Kindern das Telefonierverhalten schlecht vorleben und ihnen durch unsere Unkenntnisse über die Möglichkeiten der Mobiltelefone ein schlechter Gesprächspartner sind. Ich merke immer wieder, wer weiß wie MMS, Fotos oder MP3 auf den Handys funktionieren, mit denen reden die Jugendliche auch über ihre Gedanken im Bezug auf dem Handy.

    Ich bin aber auch der Meinung, dass Kinder in Grundschulen kein Handy brauchen. Es gibt ihnen keine Sicherheit, auch den Eltern nicht, dass sind eingebildete Werte.
    In der Schule und am Arbeitsplatz sollte es ein Benutzungsverbot für Handys geben.
    jeder Mensch sollte ein Recht auf nicht Erreichbarkeit haben. Auch Eltern müssen ihre jugendlichen Kinder nicht immer erreichen können, sie brauchen auch Zeit für sich und ihre Freunde. Vertrauen ist wichtig.

    Somit bitte ich alle Erwachsene, beschäftigen sie sich mit den neuen Medien (Handy, Computerspiele usw.) und stehe sie als kompetenter Gesprächspartner ihren Kindern zur Verfügung.

    Ich bin Medienpädagoge und Vater von 2 Mädchen im Alter (16 + 19)

    Datum: 15. Mai 2007 – 12:08 Uhr -
  30. Christian Rerop schrieb:

    Verantwortung tragen
    Als Vater von 3 Kindern im Alter zwischen 6 und 13 Jahren habe ich natürlich mit den gestellten Fragen/Meinungen zu tun. Ich bin der Meinung, dass Kinder ab einer gewissen Reife (nicht altersabhängig) mit einem Handy und PC umgehen sollten. Zum einen ist der Sicherheitsaspekt der Eltern gegeben, wenn Sie Ihre Kinder erreichen können, zum anderen gibt es den Kindern/Jugendlichen einen zusätzlichen Freiraum. PC und Handy (Telefon) sind die meistgenutzen Arbeits- und Kommunikationsmittel im späteren beruflichen und privaten Leben. Genau aus diesem Grund halte ich eine frühzeitige Information und das heranführen an diese Geräte und Dienste für sehr wichtig. In den Schulen wird zwar der Umgang mit dem PC “ausprobiert”, aber wie diese Technik funktioniert wird nicht genügend vermittelt. Das Handy hat im Unterricht noch nicht Eingang gefunden. Die Kinder und Jugendlichen sollten auch in der Schule auf den Umgang und die Gefahren mit diesen Geräten besser und ausführlicher hingewiesen werden. Den Eltern kommt hier sicherlich eine Vorreiterrolle zu, denn schließlich sind sie es, die den Kindern den Zugang zu diesen Geräten erlauben/ermöglichen. Ich arbeite gerade an einem Konzept für einen Unterricht, um den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben sich wesentlich intensiver mit diesen Geräten und den angebotenen Diensten auseinander zu setzen. Die Lehrer an den Schulen meiner Kinder nehmen diese Gelegenheit jedenfalls bis jetzt nicht wahr.
    Es gibt zwar die Möglichkeit der Lehrerfortbildung zu diesen Themen, aber meiner Erfahrung nach, findet dies keinen Eingang in den Unterricht an den Schulen. Die Kinder sollen unter anderem in der Schule auf ihre weitere Zukunft vorbereitet werden, nur deren Zukunft liegt zu einem großen Teil im Umgang mit diesen Geräten. Hier sehe ich also noch reichlich Handlungsbedarf, den sich die zuständigen Ministerien nicht verschliessen sollten und dürften.

    Datum: 15. Mai 2007 – 10:42 Uhr -
  31. 4 Erzieherinnen, Prot. Albert-Schweitzer-Kinderhaus, Homburg schrieb:

    KEINE Handys für Vor- und Grundschulkinder
    Als Erzieherinnen in einer Kindertagesstätte werden wir immer wieder mit dem Thema “Kinder und Handys” konfrontiert. Wir sind aus unserer Erfahrung heraus grundsätzlich der Meinung, dass Vor- ebenso wie Grundschulkinder KEIN Handy haben sollten.

    Wir sehen es als wichtige Aufgabe der Eltern mit Ihren Kindern über die modernen Medien (inkl. Handy) zu sprechen und sie damit vertraut zu machen. Dazu gehören auch die Gefahren, über die man offen sprechen muss. Wollen Eltern ihren Kindern für den Notfall ein Handy an die Hand geben, empfinden wir alte Handys oder spezielle Handys, mit denen man ausschließlich telefonieren kann, als die beste Lösung.

    Das Sperren durch Eltern sehen wir kritisch, denn die Kinder können relativ leicht im Internet die Sperrung aufheben und sich dann doch gewalttätige oder pornographische Inhalte auf das Handy laden, während die Eltern sich sicher fühlen. Hier sehen wir eine besondere Verantwortung von Behörden und Unternehmen. Für Handys mit Ortungsfunktion muss sichergestellt werden, dass diese nicht durch Dritte für kriminelle Zwecke genutzt werden kann.

    Datum: 14. Mai 2007 – 13:17 Uhr -
  32. Lang schrieb:

    Kinder “brauchen” m.E. keine Handys. Allerdings ist das schon lange nicht mehr die Frage, weil Handys zum Alltag gehören, Kinder Handys haben oder haben wollen. Also geht es um den Umgang damit.
    Medienkompetenz: Ich finde Verbote von inakzeptablen Inhalten (pornografische, rassistische, sexistische, gewaltverherrlichende) richtig. Auch wenn die Einhaltung nicht 100% kontrolliert werden kann, gibt es so doch eine Hemmschwelle, auf die m.E. nicht verzichtet werden sollte. Medienkompetenz erlernen Kinder eh - so, wie es in ihrer Umgebung eben läuft. Allerdings muß dies auch mehr Raum in den Schulen einnehmen: in den Lehrplänen, in der Aus- und Fortbildung der Lehrerinnen, bzgl. der Ausstattung gerade von Grundschulen (wo trotz großer Betonung von Bildung das Geld an allen Ecken fehlt!).
    Medienkompetenz in der Schule ist m.E. staatliche Verantwortung. Eltern müssen sich mit dem Thema sowieso auseinandersetzen und eine dazu Position finden, tragen also auch Verantwortung, wie für alle anderen Themen auch, die Kindern begegnen. Und die Unternehmen sind verantwortlich bzgl. der Inhalte, die über Handys transportiert werden - bspw.wenn Handys als Vertriebskanal für Werbung genutzt werden oder wenn Kinder direkt für Handys, Klingeltöne, etc. beworben werden. Codes of Conduct, Selbstverpflichtungen, folgenreiche Debatten mit den sog. Stakeholdern sind sicher ein guter Weg - allerdings bleibt das in vielen Fällen folgenlos oder wird zynisch (siehe Tabak, Zucker).Ich denke, hier können Unternehmen noch einiges tun, um Niveau und Glaubwürdigkeit zu steigern.
    Kinderhandys sind m.E. nur ein weiteres nutzloses Produkt (das aber sicher auch seinen Markt finden wird). Wenn 3jährige schon mit richtigen Telefonen umgehen können, dann können es ältere in Situationen, in denen ein Handy wirklich mal nützlich sein sollte, auch. Und die alten Handys, mit denen man wirklich nur telefonieren kann, schützen auch vor inakzeptablen Inhalten.

    Datum: 14. Mai 2007 – 11:31 Uhr -
  33. uwe schrieb:

    Eine Frage des Alters
    Ich finde es gut, dass Kinder Handys bekommen, mit denen man sie orten kann, so kann man das Kind auch mal in eine vermeintliche Freiheit entlassen (zum Beispiel Versteckspielen auf dem Spielplatz) und man weißtrotzdem, wo es ist.
    Allerdings sollte man darauf achten, dass die Kinder auch schon alt genug sind, um damit umgehen zu können. Es ist wichtig, dass sie auch mit anderen kommunizieren können und dass sie wissen, dass diese Kommunikation gewissen Regeln unterworfen ist! Kindergarten und Schule sollten hier entsprechend erzieherisch tätig werden. Unternehmen, die Handys oder Verträge anbieten dürfen sich dabei nicht ihrer Verantwortung entziehen!
    Gerade das Thema Gewaltvideos u.ä. auf Handys von Kindern und Jugendlichen wird ja immer aktueller, deshalb müssen solche Funktionen, ebenso wie teure Dienste (Klingeltöne etc.) ausgeschlossen sein.

    Ich bin selbst kein Vater, aber Pate eines 7-jährigen Mädchens.

    Datum: 14. Mai 2007 – 10:15 Uhr -
  34. Legan schrieb:

    Kinderhandys
    Was heisst hier immer wieder die Frage der Medienkompetenz ?

    Betreue gerade eine fast 23jährige Frau (die bereits ein einjähriges Kind hat), die bereits Handy-Schulden in Höhe von über 3.000 € hat, ohne das sie über ein Einkommen verfügt. Dieses Beispiel zeigt, dass die Veführung durch die Telefonkonzerne so groß ist, dass sich viele Jugendliche damit eine hohe Hypothek einhandeln, an der sie lange zu knacken haben. Und diese Gruppe der Jugendlichen ist mengenmäßig nicht zu unterschätzen.

    Schon der Alltag bedingt einen hohen Anteil von Handykosten am verfügbaren Einkommen (Taschengeld). Dieses schon im Kinderalter anzufüttern, halte ich für katastrophal.

    Denn die Konzerne haben kein Verantwortungsgefühl in dieser Hinsicht. Sie wollen anständig Renditen abwerfen.

    Und zur Datenschutzfrage muß man sich ja nur die derzeitige G8 - Hysterie angucken. Vielleicht orten Schäuble, Nagel, Beckstein und co. zukünftig dann potentielle Terroristen über Kleinkinder. Ausschließen will ja wohl keiner mehr was. Gibt schließlich auch Geruchsproben.

    Datum: 5. Mai 2007 – 16:31 Uhr -
  35. Arnfried Böker schrieb:

    Handy im Unterricht thematisieren
    Hallo Herr Rerop,
    ich finde es prima, dass Sie das Handy im Unterricht thematisieren wollen - mit Kritik und Spass! Alles Gute dabei! Lassen Sie es mich wissen, wenn Sie Ihr Unterrichtskonzept stehen haben. Vielleicht kann ich helfen, es zu verbreiten.

    Arnfried Böker

    Datum: 16. Mai 2007 – 10:14 Uhr -
  36. Christian Rerop schrieb:

    Handy im Unterricht
    Hallo Herr Böker,

    da kann ich immer Hilfe gebrauchen. Beruflich halte ich eine Vielzahl von Schulungen und Vorträgen, doch Unterricht mit Kinder/Jugendlichen habe ich bisher noch nicht durchgeführt. Also, wenn Sie da Erfahrungen haben und einige Tipps, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Christian Rerop

    Datum: 18. Mai 2007 – 09:51 Uhr -
  37. Steffen G. schrieb:

    Genau!
    Ähnlich wie Markus G. hätte ich es auch geschrieben.
    Deswegen nur ergänzend: Als langjähriger Pädagoge (Medientechnik) und Betreuer von Jugendprojekten kann ich nur aufrufen, lasst es mit den Verboten. Die Kids finden schneller die Problemlösung, um ein Verbot zu umgehen, als sich die “Erwachsenen” wieder ein neues Verbot haben einfallen lassen.

    Lebt ihnen dagegen den sinnvollen Umgang vor! Kauft nur solche Angebote für Eure minderjährigen Kinder, die Ihr auch verantworten könnt und die Ihr selbst versteht. Stellt dann für die Kinder nachvollziehbare Umgangsregeln auf. Sehr hilfreich, wenn die Eltern in der Schule mit den Lehrern an einem Strang ziehen, um faire Regeln für alle aufzustellen.

    Datum: 21. Mai 2007 – 18:36 Uhr -
  38. Florine schrieb:

    Antwort zum “Kinderhandy”
    Ich bin Mutter einer 6-jährigen Tochter, bin voll berufstätig und habe meiner Tocher ein sogenanntes Kinderhandy mitgegeben. Das Handy gibt mir und meiner Tochter ein sehr gutes Gefühl immer miteinander in Verbindung bleiben zu können. Es beruhigt mich zu wissen, dass ich meine Kleine jederzeit anrufen kann; auch um einfach zu sagen, dass ich mich um einige Minuten verspäte oder dass die Oma sie heute von Hort abholt o.ä. Meine Kleine hat sich sehr schnell an das Handy gewöhnt. Sie kann es sehr gut bedienen, da sie nur eine Taste drücken muss, um mich auf dem Handy anzurufen, oder eine andere um ihre Oma zu erreichen. Weiterhin kann ich das Handy jederzeit übers Internet lokalisieren, da es sich um GPS-Handy handelt.

    Ich bin der Meinung, dass sich die Handys an den Wandel der Zeit anpassen sollten. Soviele Kinder sind in Ganztagesbetreuungen während die Eltern arbeiten. Tägliche Aufgaben ändern sich rasend schnell und wir gewöhnen unsere Tochter an diesen Wandel und sie hat Spaß daran und ist super stolz darauf.

    Datum: 30. Mai 2007 – 17:17 Uhr -
  39. Arnfried Böker LSKJ schrieb:

    Kommunikation - mögliche Veränderungen
    Liebe Frau Gerö,

    Frau Prof. Nicola Döring beschäftigt sich seit einigen Jahren mit Apsekten der Kommunikation / mögliche Kommunikations- und / oder Verhaltensänderungen hinsichtlich mobiler Kommunikation. Sie ist an der TU Ilmenau im Fachbereich Psychologie tätig.

    Arnfried Böker

    Datum: 31. Mai 2007 – 22:40 Uhr -
  40. Bertram in Mainz schrieb:

    SIM-Karte vom Taschengeld bezahlen?
    Da bietet sich doch diese Lösung an: Das Gerät gibt es irgendwann z.B. als Geburtstagsgeschenk oder Weihnachtsgeschenk. Oder “mal so” bei Familien, die an Geburtstagen und zu Weihnachten keine Geschenkerei machen. Sinnvolle Käufe müssen nicht an formale Termine gebunden sein. Geräte werden immer billiger. Und man kann auch mit Absicht ein gebrauchtes Gerät nehmen. Geräte sind keine Wegwerf-Artikel!

    Aber die SIM-Karte zum Telefonieren ist gewissermaßen Verbrauchsmaterial. Ich würde meinen Kindern, hätte ich welche, verhältnismäßig viel Taschengeld geben. Aber dann sollen sie auch möglichst viel selbst bezahlen, insbesondere Verbrauchsmaterial, bei dem man den Verbrauch durch eigenes Verhalten optimieren kann.

    SIM-Karte vorenthalten, wenn die Geräte mal allumfassende Multifunktionsgeräte sind? Nein, sie können sich eine vom eigenen Geld kaufen! (Auch wenn ggf. die Eltern den Vertrag unterschreiben.) Oder die Eltern bezahlen eine Grundgebühr wegen der Erreichbarkeit. Eigenes Telefonieren wird selbst bezahlt. Natürlich soll man die Kinder nicht sich selbst überlassen, sondern bei der Beratung helfen. Das gilt ganz besonders bei Dingen, bei denen sich scheinbar kleine Beträge im Laufe der Zeit aufsummieren!

    Datum: 14. Juni 2007 – 00:47 Uhr -