Die Diskussion ist abgeschlossen

Chats, Communities & Co. – Wie sicher sind Kinder und Jugendliche?

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Die derzeitigen Entwicklungen zum Thema Datenschutz, Social Networking, Web 2.0, Communities und SMS-Chats werden in der Gesellschaft stark diskutiert und sind bereits in Kritik geraten. In welche Gefahren begeben sich Kinder und Jugendliche, wenn Sie in der virtuellen Welt unterwegs sind, Social Networking betreiben und in Foren Informationen über sich preisgeben?

Was hat es mit Datenschutz und gar Strafverfolgungen (Stichwort: Datenmissbrauch oder Happy Slapping) auf sich? Wie werden Jugendliche aus ihrem sozialen Gefüge entrissen, weil sie ihre Zeit nur noch virtuellen Bekanntschaften widmen? Was sind die Folgen für unsere Zukunft?

  • Virtuelle Bekanntschaften, multiple Identitäten und Ende der Privatsphäre: Welchen Gefahren begegnen Kinder und Jugendliche?
  • Helfen, sensibilisieren und aufklären: Was ist von wem (Unternehmen, Kinder & Jugendliche, Pädagogen, Eltern etc.) und wie zu tun?

Expertenmeinungen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft, weiterführendes Material und interessante Links finden Sie in der rechten Spalte.

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Diskussion ist beendet – insgesamt 38 Beiträge:

  1. deniz schrieb:

    Ich bin der meinung mit aufsicht ist alles machbar
    ich bin zwar der meinung, dass es wichtig ist seine kinder zu schützen, aber man sollte auch nicht über alle das gleiche denken….ich denke ein kind/jugentlicher mit der richtigen erziehung achtet darauf was er wie macht….und für alle die noch zu klein sind kann man vor sowas ja mit speziellen programmen schützen…..
    man giebt an weche inhalte nicht erlaubt werden sollen und schon ist es für ein kind oder auch einen jugentlichen kaum noch möglich (wenn sie kein standartpw nutzen, das ihr sohn/ihre tochter kennt), den schutz irgendwie zu umgehen.

    hier einige dieser programme:

    akrontech.com <- gut aber nach 30 täg. test einmalig 45$

    windows-software.de/info-3113.html

    reicht aus und ist kostenlos

    hoffe ich habe ein paar leuten geholfen=)

    MfG

    Datum: 14. Oktober 2008 – 14:30 Uhr -
  2. Uwe schrieb:

    Schutzsoftware als erster Schritt auch auf mobilen Endgeräten
    Es gibt Lösungen, die Kinder- und Jugendliche schützen, indem sie diese in der Nutzungszeit und ihrer Privatsphäre einschränken. Wie ich im Bekanntenkreis höre, funktioniert diese Software ganz gut.

    Man kann als Eltern
    - genau einstellen zu welchen Zeiten im Internet gesurft werde kann und wann ggf. auch nicht.

    - ein tägliches Stundenkontingent festlegen. Der Nutzer sieht während des Surfens die ablaufende Zeit und muss sich genau überlegen, wie er sie verbraucht. Da die Jugendlichen gerne daueronline sind, weil sie auf Ihr Instant Messaging oder auf die Nachrichten aus SchülerVZ, SchülerCC, Wer kennt wen, etc. nicht verzichten können (wollen!), gibt es eine Funktion, dass beim Einschalten des Bildschirmschoners, die ablaufende Zeit angehalten wird. Ertönt dann das akustische Signal für eine angekommene Nachricht, kann der Jugendliche sich diese anschauen, ggf. anworten und sobald er sich nicht mehr um den Rechner kümmert, d.h. sich der Bildschirmschoner einschaltet, stoppt die Uhr wieder.

    - im Nachhinein genau einsehen, auf welchen Seiten die Sprößlinge sich umgetrieben haben und sie ggf. darauf ansprechen (dass es diese Funktion gibt, wissen die Kinder meiner Bekannten übrigens nicht…).

    Für den Rechner daheim ist das eine gute und praktikable Lösung (was die Themen zu viel Zeit im Netz/ Internetsucht, Besuch jugendgefährdender Seiten betrifft. Gegen Cyber Bullying oder den unsensiben Umgang mit den eigenen Daten hilft aber auch das nicht). Und diese Systeme sind natürlich keine Lösung für die (heimlichen?) Besuche im Internetcafé oder das Surfen bei Freunden (wer erinnert sich noch, wie er heimlich die Bravo oder den Playboy bei Freunden gelesen hat?). Es ist auch keine Lösung für das mobile Internet, auf das die Kids mit ihren Handys zugreifen und so immer und überall Zugang zum Internet haben - für diese Geräte könnte aber
    * genau so eine Software entwickelt werden,
    * in der Standardauslieferung enthalten sein und
    * nur durch eine besondere Freischaltung, bei der eine Alters-/ Identitätsprüfung stattfindet, ausgeschaltet werden.

    Wenn die Mobilfunkanbieter sich auf so ein System einigen würden, wäre schon viel getan. Und vielleicht einigen sich die Internetanbieter ja auch ein ähnliches System. Wenn dann die Internetcafés noch in die Verantwortung genommen würden und der Staat noch endlich seine Verantwortung erkennt und Medienkunde als Fach einführt, dann wären wir viele Schritte weiter!!

    Datum: 14. Oktober 2008 – 12:09 Uhr -
  3. Monika-Lehrerin schrieb:

    Nicht nur Inhalte sind Jugendschutzrelevant
    Wird irgendwo auch mal erwähnt, das durch die neuen Medien, die kindliche Entwicklung stark verändert wird. Kinder müssen sich für eine gute körperliche Entwicklung viel bewegen, sie brauchen Sinneserfahrungen, sollen sich mit der Umwelt auseinander setzen.

    Bei den Schuleingangsuntersuchungen stellen wir jedes Jahr aufs neue fest, dass sich die Kinder immer schlechter bewegen und ihre Bewegungen koordinieren können. Die größeren Kinder kennen ihre direkte Umgebung (Stadtmitte, andere Stadteile, etc.) nicht. Aber bei Mario World kennen sie sich bis Level XX aus. Das hat in der schulischen Entwicklung Folgen, da Sachkunde-Themen zu böhmischen Dörfern werden.
    In einer Comedy–Show wurde schon gewitzelt, dass die Beine von den Kindern bald so unterentwickelt sind (da wenig benutzt), dass die kleinen Beinchen den schweren Körper der Kinder nicht mehr tragen können (da Übergewicht von den angepriesenen zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln/ zu wenig Bewegung).
    Viele Eltern mit entsprechendem eigenen Bildungsniveau und Wissen um die Bedürfnisse der Kinder für eine GESUNDE Entwicklung stehen dem Internet, (aber noch viel mehr den anderen neuen Medien) sehr ablehnend gegenüber. Das ist auch ein Jugendschutz-Thema.

    Wenn es um die (jugendgefährdenden) Inhalte geht, kann man sicher einiges tun, aber wer, wenn nicht besorgte Eltern, achten darauf, dass die Kids nicht so lange vor dem PC, TV, etc. sitzen, sondern sich draußen bewegen. Nun muß ich Schluß machen, weil ich auch schon wieder zu lange vorm PC sitze und mich zu wenig bewege.

    Datum: 14. Oktober 2008 – 11:36 Uhr -
  4. Marc Diehl schrieb:

    Verantwortung liegt bei Eltern, diesen fehlt jedoch Fachkenntnis
    Ich bin 21 Jahre alt und studiere in Mainz auf Lehramt.

    In meiner Schullauffbahn habe ich eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die 5.-Klässler auf die Gefahren im Internet aufmerksam und sie mit dm Medium vertraut macht. Dabei habe ich zahlreiche Erfahrungen mit den Schülern sowie im gespräch mit deren Eltern gesammelt.

    Ich finde bei der zugrunde liegenden Fragestellung ist eine wichtige Differenzierung notwendig. Das Internet birgt – wie so ziemlich jedes moderne Kommunikationsmedium - ohne Frage gewisse Gefahren. In der Diskussion über den verantwortungsvollen Umgang mit diesem Medium gibt es jedoch zwei Seiten: die Verantwortung der Kommunikationsunternehmen und die Verantwortung der Nutzer.

    Gerade im Fall von Kindern und Jugendlichen kann man diesen nicht abverlangen, verantwortungsvoll mit einem ihnen völlig unbekannten Medium umzugehen. Ein Beispiel wäre der Bereich Datenschutz. Vielen Kindern ist schlichtweg nicht bewusst, welchen Wert persönliche Daten, wie etwa die Adresse kombiniert mit verschiedenen Informationen haben können. Im Chat vom vermeintlichen Gleichaltrigen angesprochen, geben sie oft jedes Geheimnis Preis.

    Die Schulen schließen heutzutage medientechnisch auf. Gerade auf den weiterführenden Schulen wird in Zeiten von Wikipedia der Umgang mit dem Internet in Bezug auf die Unterscheidung von seriösen und unseriösen Inhalten fokussiert. Ebenso wird in den Schulen die Medienkompetenz der Schüler immer weiter ausgebaut. In manchen Projektschulen in Rheinland-Pfalz beginnt das Medienkompetenztraining bereits in der fünften Klasse. Was hier außen vorbleibt, ist jedoch der verantwortungsvolle Umgang mit dem Internet im Bezug auf den Schutz persönlicher Daten und weitere Gefahr, die bei der intensiveren Nutzung, die sich nicht auf die Recherche beschränkt, entstehen.

    Und genau hier ist meiner Meinung nach der Knackpunkt: Man kann den Schulen nicht abverlangen, dass in dieser Hinsicht auch noch erzieherisch tätig werden. Dieser zuletzt von mir angesprochene Punkt ist vielmehr eine Aufgabe, die den Eltern obliegt. Es ist schon immer Aufgabe und Pflicht von Eltern gewesen, ihre Kinder auf die Gefahren des Lebens vorzubereiten. Genauso, wie hoffentlich alle Eltern ihren Kindern sagen, niemals während dem Nachhauseweg von der Schule bei einem Fremden ins Auto einzusteigen, darf der verantwortungsvolle Umgang mit dem Internet zu Hause kein Tabuthema bleiben. Ich finde es im Gegenteil eher rücksichtslos, dass viele Eltern ihre Kinder ohne weitere Anleitung sozusagen zum Zeitvertreib an den Computer lassen.

    Ich sehe zwei konkrete Begründungen für dieses oft zu beobachtende Verhalten: Zum einen erkennen viele Eltern die Gefahren des Internets nicht. Sie sehen das Internet als ein Freizeitmedium; ein Äquivalent zum Fernseher. Lässt man die Kinder an einem Abend allein zu Hause einen Film ansehen, stellen die Eltern stets sicher, dass keine ungewollten, beispielsweise pornografischen Inhalte zu sehen sind; die Kinder tagsüber stundenlang unbeaufsichtigt im Internet sind zulassen, scheint aber für viele Eltern kein Problem. Hier zeigt sich das mangelnde Problembewusstsein.
    Zum anderen fühlen sich viele Eltern von dem neuen Mediumsinternet schlichtweg überfordert. Viele Eltern haben das Gefühl, dass die eigenen Kinder sie im Umgang mit dieser neuen Technik überholen. Ohne den nötigen Überblick vertrauen Sie auf Ihre Kinder, die ihnen jederzeit versprechen, zu wissen, was sie tun.

    Ich frage mich an dieser Stelle, ob es der richtige Ansatz sein kann, zu fordern, dass die Schulen oder gar die Kommunikationsunternehmen Kinder und Jugendliche im Umgang mit dem Internet besonders schulen. Meiner Meinung nach wäre es viel sinnvoller, Eltern entsprechende Angebote zu unterbreiten, sich selbst mit der Materie vertrauter zu machen und ein entsprechendes Problembewusstsein zu entwickeln.

    Letztendlich lassen sich die Gefahren, die das neue Medium Internet mit sich bringt, nicht eliminieren, die Frage des Umgangs entscheidet jedoch wesentlich die damit verbundenen beziehungsweise verbleibenden Risiken - und hier liegt die Verantwortung vor allem bei den Eltern.

    Datum: 13. Oktober 2008 – 20:39 Uhr -
  5. Bertram in Mainz schrieb:

    Größere Gefahr: Rechteverwerter und andere Abzocker
    Vielleicht sehe ich das zu naiv. Ich sehe oft Kinder als kleine Erwachsene. Man erklärt ihnen die Gefahren. Und dann gehen sie “ganz bestimmt” vernünftig damit um. Sexuelle Belästigung? Wird weggeklickt. War ich denn damals selbst so vernünftig? Es gab damals kein öffentliches Internet. Aber wäre ich so vernünftig gewesen? Wohl nicht immer. Aber andere Kinder sind doch bestimmt immer ganz vernünftig ;-)
    Nein, so einfach will ich es mir nicht machen. Ich würde schon ein bisschen aufpassen, was die Kinder so treiben. Sind sie vernünftig, ließe ich mehr Freiheiten. Sind sie unvernünftig, würde ich stärker beschränken. Das ist nicht anderes als bei anderen Gefahren: Messer, Streichhölzer, Werkzeuge. Und über Datenschutz würde ich ein paar ernste Worte sprechen: Nie unnötig Daten rausgeben, vor allem keine vollständigen Namen und keine Adresse!

    Gegen Internet-Ungeziefer (Würmer, Trojaner, Viren) müsste der übliche Schutz installiert sein. Ich würde gleich einen kompletten zweiten Rechner aufbauen. Es müssen nicht meine Steuerdaten vor einem Trojaner ins Netz verschickt werden. Oder wichtige Dateien von einem Virus zerschossen werden.

    Ich sehe allerdings die Gefahren im Internet gerade bei Jugendlichen an anderer Stelle. Da sind die vielen Abzocker, Abmahner, die Seuche der Rechte-Verwerter! Was ist schlimmer? Sexuelle Belästigung, die man mit einem Mausklick zum Schweigen bringen kann? Oder eine Meute gieriger Anwälte und anderer Abzocker, die man nicht so leicht los wird? Hier müsste es Gesetze geben, die gewisse Praktiken einfach verbieten, die scheinbaren Ansprüche einfach für unwirksam erklären! Statt dessen unterstützt die Politik zunehmend die überzogenen Urheberrechte.

    Dann sehe ich eine ganz andere Gefahr. Jugendschutz wird zunehmend ein Vorwand für neue Reglementierung. Im zyklischen Wechsel müssen Terroristen gejagt, Sextäter gefangen oder Kinder geschützt werden. Kinder- und Jugendschutz darf nicht als Vorwand dienen für neue Schnüffel- und Überwachungs-Gesetze!

    Datum: 10. Oktober 2008 – 00:33 Uhr -
  6. Paul Pöthke schrieb:

    Es liegt in deiner Hand!
    Als 18 jähriger Schüler komm ich selbst jeden Tag mit diversen Chatrooms und Communities in Kontakt, bin sogar bei einigen (icq, schuelervz) angemeldet und nahezu jeden Tag aktiv.
    Ich persönlich hatte aber schon immer eine gewisse Abneigung gegen “offene” Chatrooms. Diese sind ja dazu da, andere Leute kennenzulernen und sich mit diesen dann online zu treffen und ihenen evtl. sein Herz auszuschütten, wenn man das denn will. Ich wollte das nicht, da ich der Meinung bin, dass man viel mehr davon hat einen Menschen persönlich kennenzulernen, als über das Internet. Vor allem der Fakt, dass man dort nie weiß, was Fakt und was Fake ist hat mich denn doch abgeschreckt und mich zu der Überzeugung kommen lassen, lediglich in Communities einzutreten um mich mit meinen Freunden auch außerhalb der Schule, wenn ich mal Zeit habe, zu unterhalten oder kurzfristige Ideen zu besprechen ohne gleich die Handyrechnung zu strapazieren.
    Ich denke, dass das Internet in diesen Fällen auch sehr gut genutzt werden kann, um Kontakte zu erhlatne, wenn eine Person beispielsweise im Ausland gerade ist. Dank der Technologie von heute ist es dann leicht möglich sich zu “treffen”, wenn auch nur auf elektronischen Wege.
    Klar ist die Sicherheit immer bedenklich, aber ich würde auch nie Informationen von mir preisgeben, die wirklich absolut niemanden etwas angehen. Ich habe kein Problem damit, wenn eine andere Person etwas darüber weiß, wie ich charaktermäßig ticke, heißt ja nicht gleich, dass ich meine Adresse veröffentliche!
    Bis jetzt hatte ich noch keine schlechten Erfahrungen mit Communities, weshalb ich wohl auch so positiv darüber denke. Im Gegenteil haben sie mein Leben schon bereichert, da ich vielen Freunden näher gekommen bin, obwohl ich sie eigentlich nur selten persönlich antreffe.
    Es gibt sicherlich viele Sicherheitslücken, von denen wir Großteils nicht einmal etwas wissen, das ist mir klar. Jedoch liegt es, meiner Meinung nach, an jeder Person selbst zu entscheiden, was man offenbahrt und was nicht. Niemand wird gezwungen, es ist nur ein Dienst, den man in Anspruch nehmen KANN.

    Datum: 9. Oktober 2008 – 20:13 Uhr -
  7. Eckhard schrieb:

    Verloren in der virtuellen Welt
    Hallo zusammen,

    ich musste, als ich die Beiträge hier gelesen hab, an einen Artikel denken, den ich in der Zeit gelesen hab. Der hat mich ziemlich erschüttert: http://www.zeit.de/2008/25/Kinder-und-Medien

    Tenor: Es geht u.a. um eine Gesamtschule in Neumünster: In der Schule gibt es inzwischen einen Beratungsraum (”Mobbingbüro”), in der Schüler, die in Chatrooms von Mitschülern gemobbt werden, von einer Sozialpädagogin beraten werden.

    Ein Zitat, das mich besonders erschüttert hat: “Monat für Monat spitzen sich durchschnittlich zwei Konflikte pro Klasse so zu, dass Astrid Schulzke davon erfährt, und fast immer hat sich der Streit unter den Jugendlichen in den Chatrooms im Internet hochgeschaukelt. Fick dich, du Hure. Fresse, du Fotze. Stirb, du Bastard. »Man merkt es schon an der Sprache«, sagt Astrid Schulzke, »das Internet enthemmt die Kinder, und die Erwachsenen kriegen es nicht mit.« Meist kann die Erzieherin die Angriffe beenden, aber mit Laura geht sie zur Polizei.” Die Schülern, die täglich bis zu 10 Hassmails bekam, hat sich kurz abgemeldet als die Verletzungen Überhand nahmen, dann aber aus Angst vor dem Nachrichtenloch und davor, dass hinter Ihrem Rücken weiter gelästert wird, sich wieder angemeldet.

    Folgender Analyse der Autoren stimme ich voll zu: “Es ist viel einfacher, Laura mitten ins Herz zu treffen, wenn man ihr nicht persönlich begegnen muss. Alles schreibt sich so leicht dahin. Alles ist so schwerelos geworden im Zeitalter der Monitore, so bedenkenlos. Nachts um eins ruft eines der Mädchen bei Lauras bester Freundin auf dem Handy an und keift: »Wenn du die Nutte das nächste Mal siehst, sag ihr: Ich bring sie um.«” Ich kenne das selbst, wie gerne ich bestimmte Dinge lieber mal per SMS sage, weil ich da in keine Gesicht schauen muss oder wie sich Konflikte unter Kollegen aufschaukeln, weil nur per Email kommuniziert wird und dort das Potenzial für Mißverständnisse einfach sehr hoch ist. Wenn sich unsere Kinder statt am telefon fast nur noch per Bildschirm unterhalten, dann ist die Gefahr, dass genau dies passiert, einfach riesig groß.

    “»Du hast das Spiel angefangen«, liest Laura eines Abends in einer Nachricht, »wir werden es beenden.« Und als an einem Sonntagmorgen die Mülltonne vor der Haustür der Familie Jansen brennt, ist die Bedrohung da.”
    Das Ganze endete in einer gerichtlichen Verfügung: die anderen Mädchen müssen jetzt mindestens 5 Meter Abstand halten.

    Die meistern Eltern wissen nicht, was vorgeht in den Chatrooms, mir war das auch nicht klar. Der Artikel hat mich sehr erschüttert Ich habe Angst, dass meiner Tochter ähnliche Dinge passieren.

    Datum: 9. Oktober 2008 – 19:31 Uhr -
  8. Jo schrieb:

    Bin Studentin
    Ich kann mich der Meinung Herrn Klischs nur anschließen. Als Studentin war ich lange Zeit im StudiVZ und hab wohl auch relativ naiv die Hinweise auf Datenmissbrauch und Internetmobbing überhört.

    In der Tat wurde ich nur wenige Male „dumm“ angeschrieben und entschloss mich dann auch meine Privatssphäre ganz zu schützen, was ja ohne weiteres möglich ist. Auch mit Skype und Facebook mache ich nur gute Erfahrungen. Schreibt jemand bzw. läd mich jemand ein mit ihm Kontakt aufzunehmen oder ihn zu meiner Kontaktliste hinzu zufügen, überprüfe ich stets, ob ich die Person kenne. Ist dies nicht so, lasse ich mich auch nicht darauf ein.

    Ich bin noch nicht Mutter und habe in meinem familiären Umfeld auch noch von keinen schlechten Erfahrung bzgl. IMs oder Portalen wie SchülerVZ gehört. Was ich ganz wichtig finde ist einfach, den Kindern diese ganze Welt spielend zu vermitteln, ihnen aber auch die Gefahren bewusst zu machen. Es gibt eine ganze Reihe Sicherheitsmaßnahmen über die sie aufgeklärt werden können und auch sollten. Am Ende überraschen uns die Kleinen oft in ihrem Wissen und auch in ihrer Fähigkeit Situationen richtig einschätzen zu können.

    Datum: 9. Oktober 2008 – 10:59 Uhr -
  9. Alexander Suck schrieb:

    Anerkennung online - Soziale Entfremdung und Sucht
    Wir alle nutzen es, wir alle lieben den Comfort, den es uns bietet und wir alle wollen es nicht missen:
    Das Internet - für mich und meine Freunde ein nützliches Informationszentrum zu allen Themen, doch auch ein Ort an dem viele Jugendliche Zuflucht finden, Anerkennung und Geborgenheit suchen und diese in den meisten Fällen - anders als im realen Leben - auch bekommen. Chatrooms, Plattformen wie schuelerVZ, Online-Rollenspiele oder das realitätsfremde Netzwerk wie Secondlife entführt Kinder in eine Welt, in der sie jemand anderes sein können als sie wirklich sind, in der sie Furcht und Hemmungen des Alltags ablegen können und alle Defizite ihres realen Lebens ausbügeln.

    Wenn sie möchten können sie sich eine komplett neue Identität aufbauen, welche dann wichtiger wird als die wirkliche Persönlichkeit und diese auch in Mitleidenschaft zieht. Konzentrationsschwächen, Lustlosigkeit in allen Bereichen des normalen Lebens und soziale Entfremdung sind die Folgen des Strebens nach dem Computer und der virtuellen Welt. Somit verlagern Schüler geistige Aktivität und Kommunikation in die Zeit nach der Schule und vor dem PC. Dies scheint vielen lukrativer, denn Lob-Ausschüttung lässt sich im WWW wesentlich öfter erkennen. Hier finden also viele Jugendliche Anerkennung in schriftlicher Form, die sie sich immer und immer wieder durchlesen können. Diese Anerkennung aktiviert das Belohnungszentrum des Gehirns und der Körper schüttet Glückshormone aus. Da dieser Freudenschub aber nur kurz andauert strebt das Belohnungszentrum danach, den Hormonausstoß zu wiederholen. Dieser Wiederholungsdrang zieht einige Kinder und Jugendliche Tag für Tag für mehrere Stunden vor den Computer und kann als Sucht bezeichnet werden.
    Wissen die Betroffenen um die Gefahr der absoluten Entfremdung von der realen Welt? Nein!
    Tun Eltern, Lehrer oder Freunde etwas gegen den Zustand der Betroffenen? Nur wenige
    Wissen wir, dass diese Entfremdung der Zukunft eines jungen Menschen nur schaden kann? Ja, auf jeden Fall.

    Also, lasst uns nicht länger zusehen, wie sich viele junge Menschen der Wirklichkeit entziehen und ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Wir – und damit meine ich die Familie, Freunde und Lehrer der Betroffenen, Medien und letztendlich Kommunikationsunternehmen wie O2 – dürfen nicht tatenlos zusehen und müssen auf die Missstände und Gefahren von Chats, Communities & Co. aufmerksam machen

    Datum: 8. Oktober 2008 – 22:19 Uhr -
  10. Christina Besenhard schrieb:

    Viel Positives, aber auch
    Viel Positives, aber auch viele Gefahren
    Ich bin eine 18jährige Schülerin und möchte mich ebenfalls an dieser Diskussion beteiligen. In meinem Umfeld hat jeder schon Chatrooms und Communities benutzt und ich bilde da keine Ausnahme. In erster Linie geht es darum Spaß zu haben und neue Leute kennen zu lernen. Häufig beginnt man erst einmal nur damit sich mit seinen eigenen Freunden zu unterhalten. Meiner Meinung nach schaffen diese Internetplattformen die Möglichkeit zu einer schnelleren und preiswerteren Kommunikation unter Jugendlichen. Man kann sich außerordentlich rasch mit anderen austauschen, auch wenn sie am anderen Ende der Welt sind. Der Kontakt zu meinen Freunden wurde mir während meines einjährigen Auslandsaufenthaltes wesentlich durch ICQ, Skype, das Schülervz und andere erleichtert.
    Entgegen der landläufigen Meinung, dass Jugendliche nur noch im Internet wären und ihre sozialen Kontakte verlieren würden, steht die wachsende Beliebtheit von Communities und Chatrooms in denen man eindeutig Freundschaften pflegt und findet. Für mich ist der soziale Umgang teilweise einfach nur in das digitale Zeitalter hinein gewachsen. Selbstverständlich kann es kein persönliches Gespräch ersetzten. Des Weiteren bietet das Internet auch eine schnellere Möglichkeit Informationen zu bekommen, etwa über Online-Lexika oder Foren, in denen Fragen von Experten oder Lehrern beantwortet werden. Natürlich benutzen auch einige wenige Schüler dies als Chance ganze Passagen zu kopieren, aber ehrlich gesagt haben auch schon unsere Eltern Wörterbucheinträge wortwörtlich abgeschrieben. Viele helfen sich auch über ihre Communities und Chatrooms bei den Hausaufgaben oder erkundigen sich über Inhalte einer verpassten Stunde, sodass man bei schwerer Krankheit nicht einmal mehr das Haus verlassen muss.
    Leider gibt es auch viele Gefahren, die im Internet lauern. Für viele ist es eine Art Kick sich mit Fremden zu unterhalten und sich sogar mit ihnen zu treffen. Jeder, den ich kenne, hat sich schon mit Unbekannten unterhalten und es kann sehr viel Spaß bereiten und meistens findet man Menschen auf der selben Wellenlänge, aber es gibt natürlich auch Ausnahmen, die mit falschen Absichten Chatrooms besuchen. Ich selbst bin auch schon von jemandem angesprochen worden, der definitiv mehr als nur ein Gespräch wollte, aber ich habe ihn sofort abgeblockt. Dennoch passiert es häufig, dass sich Teenager mit Fremden treffen, die ihnen Böses wollen, aber das ist die Ausnahme. Alle Chatrooms, die ich kenne, werfen auch ein Auge darauf, was ihre Teilnehmer schreiben, sodass auffällige Personen gesperrt werden. Trotzdem sind auch die machtlos, wenn sich jemand als ein anderer ausgibt.
    Als ein weiteres Problem sehe ich den mangelnden Datenschutz in Internetcommunities. Auch versteckte Profile können geknackt werden und persönliche Informationen in die falschen Hände geraten. Deshalb sehe ich nur eine Chance um die Jugend zu beschützen: Man muss ihnen die Gefahren klar machen, dass sie sich nicht mit Unbekannten treffen und so wenige persönliche Daten ins Netz stellen wie möglich. Diese Punkte sollten von Eltern aber auch von Lehrern vermittelt werden, damit die vielen positiven Auswirkungen von Chatrooms, Communities und Co. wieder sichtbar werden.

    Datum: 8. Oktober 2008 – 20:12 Uhr -
  11. Susanne Beyer schrieb:

    Mein Beitrag
    Ich bin 18 Jahre alt und ich bin beim SchuelerVerzeichnis angemeldet und bei ICQ. Diese beiden Communities erscheinen mir persönlich am sichersten und ich fühle mich dort dementsprechend sicher.
    Ich denke, die Sicherheit hängt davon ab, wie weit man richtig im Leben steht und von den Eltern über die Gefahren des Internets aufgeklärt wurde. Die Gefahr auf Chatseiten eine andere Identität zu erlangen ist sehr hoch und die Verlockung dazu groß. Aber sie kann zum Verlust des Bezugs zur Realität führen.
    Bei meinen persönlichen favourites sind die Sicherheitsstufen meiner Meinung nach ziemlich hoch angesetzt. Oberstes Gebot ist dennoch: Möglichst wenig persönliche Daten hinterlassen und möglichst nie öffentlich machen (z.B. Handynummern).
    Dieses Gebot habe ich einmal missachtet und naja..Glücklicherweise meldete sich dieser Junge nie bei mir. Aber das kann auch anders enden. In anderen Chatrooms kann man sich sehr leicht mit einem ausgedachten Namen anmelden und sofort mit minderjährigen schreiben, egal wie alt man selbst ist.
    Es gibt allerdings auch Vorteile der Communities. Einer ist, das man sich zur gleichen Zeit mit mehreren Freunden gleichzzeitig treffen kann und somit Zeit einsparen kann. Zu Freunden, die sich in der ganzen Welt verteilt haben, kann man über sie den Kontakt lebendig halten. Man lernt Schüler von der eigenen Schule besser kennen, die man sonst nur vom Sehen kannte.
    Ich will nicht bestreiten, dass es viele Menschen gibt, die die Lockerheit beim Chatten gnadenlos ausnutzen. Jedoch sollte man Jugendliche, die sich ihre Freizeit im Internet vertreiben, auch nicht sofort verurteilen. Es gibt Gründe dafür. Schließlich kann man sich beispielsweise bei Icq auch sehr leicht über Mathe-Hausaufgaben und andere Schulthemen unterhalten, weil es manchmal einfach viel schneller geht als über Telefon und vielleicht sogar persönliche Treffen.

    Liebste Grüße.

    Datum: 8. Oktober 2008 – 16:38 Uhr -
  12. Johanna schrieb:

    Vollkommener Schutz = Unmöglich! Unterrichtsfach einführen!
    Es wäre zwar wünschenswert, aber es unrealistisch einen umfassenden Kinderschutz im Internet durchzusetzen. Kinder müssen zum Umgang mit dem Internet und den darin lauernden Gefahren erzogen werden. Ob Eltern sich darum kümmern, oder nicht ist schwer nachzuprüfen. Von daher sollte es in der Schule ein neues Unterrichtsfach (”Webaufklärung” o.ä.) geben, welches den Ansprüchen unserer modernen Zeit gerecht wird. Pädophile und ihre Strategien Kinder kennnenzulernen sollten dort umbedingt auf psychologischer Ebene thematisiert werden. Einen anderen Weg sehe ich da nicht!

    Datum: 8. Oktober 2008 – 12:25 Uhr -
  13. Marina und Reinhold schrieb:

    Was Jugendliche diskutieren
    In unserem offenen Jugendtreff haben wir eine Diskussionsrunde mit 12-16jährigen Jungs zum Thema durchgeführt.

    An der Diskussion haben 9 Jungen im Alter von 12-16 Jahren, alle mit Migrationshintergrund, teilgenommen.
    Die Jugendlichen in dem Stadtteil wachsen zum Teil in wenig stabilen Familienverhältnissen mit Multiproblemhintergründen auf. Sie können aufgrund ihrer finanziellen Situation nur eingeschränkt an kommerziellen Angeboten in den Bereichen Bildung, Kultur und Freizeitbeschäftigung teilnehmen.
    Sie sind bildungsbenachteiligt und daraus resultierende geringe Chancen auf dem Ausbildungs- und Beschäftigungsmarkt. Die Bildungsarmut beinhaltet erhebliche Risiken für eine selbstständige ökonomische Lebensführung und soziale Teilhabe.

    Wir teilen gerne hier die Ergebnisse und Highlights der Diskussion mit Ihnen allen:

    Diskussionsthema: Auf welchen Seiten und in welchen Chats seid ihr unterwegs?
    Zusammenfassung/ Highlights der Diskussion: Alle aus der Runde sind im SchülerVz, chatten über MSN und Wer kennt Wen und sehen sich Videos über Youtoube an.

    Diskussionsthema: Was und wer begegnet euch da?
    Zusammenfassung/ Highlights der Diskussion: Freunde und manchmal auch Leute die man nicht kennt und die man dann gut beleidigen kann, Musikvideos über Youtoube ansehen und hören, Internetspiele spielen (meistens Fußball).

    Diskussionsthema: Habt ihr persönliche Informationen in euren mailadressen und angelegten Profilen (Geburtsdatum, Alter, Handynummer usw.)?
    Zusammenfassung/ Highlights der Diskussion: Alle haben sich ausgedachte Namen (nicks) zugelegt mit denen sie chatten, sind jedoch im schülerVz mit Bildern und persönlichen Info´s angemeldet, da sie der Meinung sind, dass diese nur Freunde sehen können.

    Diskussionsthema: Wie viele Freunde habt ihr im SchülerVz?
    Zusammenfassung/ Highlights der Diskussion: Ein Junge sagte 142 Freunde. Daraufhin entstand eine Diskussion darüber was das Wort Freundschaft und Freunde bedeutet, mit dem Ergebnis dass dies nicht alles Freunde im realen Sinne sind und nachdem ich nocheinmal nach den Bildern gefragt habe und ob sie sich sicher sind das diese nur sogenannte Freunde sehen können, kamen sie ins schwanken.

    Diskussionsthema: Kennt ihr die Gefahr auf manchen Seiten ungewollt einen Vertrag abzuschließen (Abo-Fallen)?
    Zusammenfassung/ Highlights der Diskussion: Alle wussten, dass sie, selbst wenn ihnen das einmal passiert, nicht geschäftsfähig sind und das man eventuelle Rechnungen die kommen nicht bezahlen muss. Das hängt damit zusammen, dass fast alle schon einmal in diese Falle getappt sind und wir im Rahmen der Beratung der Eltern darauf hingewiesen haben.

    Die Jugendlichen sind sich der Gefahren im Internet nur zu einem kleinen Teil bewußt. Man muss sie auf dem Weg durch das Internet begleiten und auf die Gefahren aufmerksam machen. Aber nicht nur die Jugendlichen müssen begleitet werden, sondern auch die Eltern, die oft hilflos daneben stehen und nicht wissen was ihre Kinder im Internet erwartet und auf sie zukommt.

    Datum: 8. Oktober 2008 – 12:00 Uhr -
  14. Jürgen schrieb:

    Da müssen die Anbieter ran!!!
    Mit Moderatoren oder solchen Konzepten wie sie Bernd Krischok unten beschrieben hat, kommt man bei Instant Messagern nicht weiter, da es um direkte Kommunikation von REchner zu Rechner geht. Da kann man niemanden dazwischen schalten.

    Wenn ich mir anschaue wie oft ich die letzte Zeit messages von ominösen “Damen” erhalte, wenn ich auf Skype eingeloggt bin, dann kann ich mir leicht vorstellen, dass es Kinder und Jugendlichen und MSN, Yahoo und den ganzen anderen Instant Messanger Systemen sicher noch schlimmer geht.

    Aber eigentlich ist es doch ganz einfach: Da müssen die Anbieter ran! Die Software muss einfach schon in der Grundkonfiguration Kindersicherheit gewährleisten. In der Studie von Jungendschutz.net, die man da oben runterladen kann, steht das doch auch schon drin, beispielsweose Alarmknöpfe. Und was da als Idee für Chats steht, nämlich SMS-Authentifizierung (so dass man sich nicht so leicht nochmal anmelden kann, wenn man wegen Verstößen rausgeflogen ist und sich nicht so leicht Zweit- und Drittidentitäten zulegen kann), muss doch auch da möglich sein!?

    Ich find da muss der Gesetzgeber ganz hart reagieren, wer das was technisch möglich ist, nicht macht, der zahlt ein gepfeffertes Ordnungsgeld und zwar jeden Tag, bis die Techniken genutzt werden!!! Nur so kann man den Anbietern beikommen - gut zureden hilft da doch nicht.

    Datum: 25. September 2008 – 15:29 Uhr -
  15. Petra schrieb:

    Gefahr Instant-Messanger
    Allen Eltern, die sich nicht vorstellen können welchen Gefahren ihre Kinder im Netz so ausgesetzt sind, empfehle ich folgendes: Melden Sie sich bei einem der vielen Instant-Messanger Anbieter an und legen Sie sich ein “jugendliches” Profil an und dann bleiben Sie einfach mal online und warten ab… Sie werden überrascht sein von den Kontaktanbahnungsversuchen durch Erwachsene, durch die pornografischen Fotos etc., die Ihnen geschickt werden etc.

    Sie sollten aber hart im Nehmen sein, das wird nichts für schwache Nerven…

    Die kriminellen/ verbotenen Inhalte, die sie da erhalten, sollten Sie dann aber schnellstens (inkl. der Absender!) der Polizei melden, denn wer will schon Kinderpornografie, Gewaltdarstellungen und ähnliches auf dem Rechner haben…

    Datum: 25. September 2008 – 11:28 Uhr -
  16. Pascal schrieb:

    Vermeidungsstrategien statt Entwicklung Sozialer Kompetenz
    Ich finde mit Eurer Frage ‘Virtuelle Bekanntschaften, multiple Identitäten und Ende der Privatsphäre’ trefft Ihr es ziemlich genau.

    Ich sehe immer mehr Schüler in meinen Klassen, die ‘im echten Leben’ immer weniger aktiv sind und was ich so mitbekomme, v.a. im virtuellen Leben sozial aktiv werden. Das sind oft gerade diejenigen, deren Soziale Kompetenz nicht ganz so ausgeprägt ist.

    Die neuen sozialen Netzwerke erlauben ihnen ihre ‘Vermeidungsstrategien im echten Leben’ durch Ersatzkontakte (virtuelle Bekanntschaften) bis zum Exzess durch zu exerzieren. Das aber führt natürlich nicht zu einer echten Entwicklung ihrer Sozialen Kompetenzen. Ein Teufelskreis. Mein Eindruck ist, dass diese Netzwerke auch nicht dazu genutzt werden, sich selbst und neue Verhaltensvarianten auszuprobieren. Im Gegenteil, es geht tatsächlich v.a. um multiple Identitäten, die angenommen aber nicht reflektiert werden.

    Was meinen Medienpädagogen oder Psychotherapeuten zu diesem Eindruck. Liege ich da richtig oder völlig daneben?

    Datum: 8. September 2008 – 12:33 Uhr -
  17. Bernd Krischok schrieb:

    Kinder können im Internet auch sicher sein …
    Hallo Leute,
    ich wurde per Mail von Miriam Stöckert aufgefordert mich hier einzubringen:

    Jugendschutz ist für Jugendschutzverbände ein Wort, dem Sie absolut hilflos im Internet gegenüberstehen!
    Selbst Chats für Kinder, wo es sexuelle Übergriffe einzelner Personen gab, werden von Jugendschutzverbänden den Eltern und Kindern empfohlen!
    Selbst RTL glaubt an diesen Unfug! Ich finde das absolut traurig - es sollte verboten werden!

    Zur Jahreswende 2003/2004 wollte meine damalige Lebensgfährtin und ich ihr 9 jähriges Kind ins Internet einführen. Ja leicht gesagt! Im Normalfall dauerte es in KEINEM Kinderchat länger als 15 min, bis mein(ihr) Kind in diesen Kinderchats sexuell von Erwachsenen angemacht wurde.

    Es gibt Kinderchats mit Vollmoderation - die gelten als Sicher!
    Wenn da die Moderatoren nicht pennen, dann sind solche Chatsysteme absolut sicher! Jede Zeile eines Kindes wird da zuvor von einem Erwachsenen beurteilt und extra freigeschalten. Das verzögert den Chat und ist für Kinder wenig attraktiv! Bedingt durch den hohen Personalaufwand, haben solche Chats nur wenig an Öffnungszeiten. Damit sind solche Chats nicht dauerhaft Alltagstauglich!
    Leider …

    Es gibt haufenweise Kinderchats ohne jede Sicherheit, mit Gastzugängen und ohne jede Prüfung von Besuchern - über die reden wir auch nicht! Und natürlich reden wir auch nicht über gestandene Chatsysteme, die sich rühmen für Kinder attraktiv zu sein, die aber gleichzeitig in Foren von Kinderschändern als Empfehlung dienen.

    Also lasst uns mal darüber reden, was wir wirklich brauchen:
    Wir brauchen für Kinder einen Chat ohne Erwachsene, der schnell ist, moderiert (nicht vollmoderiert) und wo sich Kinder absolut sicher bewegen können! Einen Chat, der Sicherheit und nicht Userzahlen an seine Fahne schreibt! Ein Chat von Kids für Kids!

    Da es so einen Chat 2003/2004 nicht gab, überlegte ich mir ein Konzept - um Kinder sicher chatten zu lassen! Da es zu diesem Zeitpunkt keinen Chat gab, der meiner(ihrer) Tochter Sicherheit gegeben hätte, habe ich das kurzerhand selbst gemacht und ne Menge Kinder einbezogen.

    Unter http://chatfloh.de habe ich einen Chat geschaffen, der Kindern und Eltern genau das Sicherheitsgefühl vermittelt, was in anderen Chats damals vermißt wurde, doch was alle als gegeben offerierten! Heute kopieren uns viele!
    Die Idee dahinter ist, dass Kinder sofort spüren, wenn etwas nicht stimmt! Also geben wir doch Kindern die Möglichkeit ihren Chat selbst zu bauen und zu gestalten.
    Sie machen das auch wirklich gut, angefangen von den Chatregeln bis zum Design hin - bei uns ist alles Kindersache! Von den Admins, über die Webmaster bis zu den Chatmastern sind es alles Kinder, die sich bemühen, sich in diesen Chat einzubringen und ihn besser zu machen!
    Diesen Aspekt nutzen wir auch für die Sicherheit! Leider verzögern sich auch viele gute Entscheidungen, denn wenn es nur Kinder machen, alleine unser neues Design dauerte Monate, bis es tragfähig wurde.

    Bei uns läuft das so:
    Ein sechsjähriges Kind betritt unseren Chat und stellt fest, dass es nur wenige Möglichkeiten hat. Im Normalfall reichen die einem Chatanfänger, mehr wäre oft zuviel! Jede Verwarnung wirft ein Kind etwas zurück, womit wir ein Mittel entwickelt haben, den Stammuser und den damit verbundenen Vollzugriff aufzuschieben! Hier liegt es vielfach nun an den Eltern, wie sie ihr Kind betreuen, bei einer guten Vorbereitung des Kindes wird es verwarnungsfrei ein Stammuser bei Absolvierung einer Chatzeit von 16 Stunden! Die Zeit braucht das Chatteam (alles kleine Kinder), um eine erste Meinung sich zu bilden und die angegebenen Daten des Kindes zu überprüfen.
    Natürlich kann keiner durch den Onlineauftritt das Alter prüfen, doch in der Anmeldung wird außer Alter auch nach der Wohngegend gefragt. Das lässt sich prüfen… legal ist bis zum Einwahlknoten! Dazu kommt die Nickbeschaffenheit und die Passwortgestaltung und natürlich das erste Auftreten der Person! Dazu wird die Schreibgeschwindigkeit entsprechend zum Alter beurteilt, incl. der Rechtschreibung und Grammatik! Jedes Kind bei uns weiß, wie es selbst schreiben und formulieren würde! Krasse Abweichungen liefern Verdachtsmomente!

    Positiv dabei in Erscheinung tretende Kinder werden vom Team ins Team aufgenommen und vom Team ausgebildet! Dabei ist der Admin ein Lehrling, der Webmaster ein Geselle und der Chatmaster der absolute Profi! Die Kinder organisieren sich selbst dabei!

    Natürlich steht bei uns im Chat so auch mal eine negative Zeile mit Wörtern, wie wir Erwachsene sie nicht mal benutzen! Nun ich nehme so eine Zeile und schicke sie an die vom User bei der Anmeldug angebene Mailadresse, so das oftmals auch die Eltern über ihre Kinder absolut neu informiert werden. Bei älteren Kindern mit eigener Mailadresse klappt das jedoch nicht.
    Doch um User zu erziehen, kann unser Kinderteam kicken, knebeln und bannen (das in verschiedenen Stufen) und auch neben den Nicksperre auch IP-Sperren auslösen. Dazu haben einige Kinder aus dem Team Vollzugriff auf die Datenbank und auch die Webinhalte des Chats.
    Unser Kinderteam liest dabei auch alle im Chat vertauliche Nachrichten, auch Raum - und Zeitübergreifend und kann sich so stets ein aktuelles Bild der Lage verschaffen. Es ist perfekt organisiert und fällt auch nicht zusammen, wenn die 2 zahlenden Erwachsen mal im Urlaub sind!!!

    Besonders streng achten wir auf die Einhaltung der Chatregeln. Vieles was in anderen Chats erlaubt ist, gibt es bei uns nicht! Ein Bsp. dafür ist die Benutzung von Textsmilies! Wir verstehen uns als einen Chat für kleine Anfänger, die diese Zeichen noch nicht verstehen können! Alternativ bieten wir ja über 100 grafische Smilies, um die Gefühle auszudrücken, die von den Kindern gern angenommen werden.
    Wir achten auch sehr auf Übersicht im Chat, was nicht nur den Chatanfängern, sondern auch dem Chatteam die Arbeit erleichtert.

    So insgesamt gesehen haben wir ne kleine Festung mit den richtigen Leuten geschaffen, Kindern!!!
    Kein Kinderschänder fügt sich da ein!

    Doch wir haben auch Probleme:
    Viel zu oft setzen Eltern oder Lehrer die Kinder im Internet einfach aus, ohne zu beraten oder effektiv zu helfen!
    Hier sehen wir auch die Ansatzpunkte für den Jugendschutz! Verklickert den Eltern und sonstigen Erziehern, ihre Aufgabe !!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Vllt. läuft bei uns auch nicht alles perfekt - doch ich hoffe als Chatbetreiber für einen Chat für kleine Kinder hier weitere Anregungen zu erhalten. Vllt. auch zur Finanzierung! Alleine die Grundmiete unseres Servers kostet mehr als 60 €/ Monat - was wir aus eigener Tasche zahlen!
    Was zahlst du für fremde Kinder?

    MFG
    Bernd Krischok

    Datum: 8. September 2008 – 01:04 Uhr -
  18. Nicole Lontzek schrieb:

    Onlinedienste Diskussion
    Ich persönlich arbeite zwar erst seit einem Monat im Unternehmen mit, da ich dort meine Ausbildung begonnen habe, jedoch bekomme ich viel über den Missbrauch von Jugendlichen mit fragwürdigen Internetdiensten mit. Ich finde, dass auf Wunsch der Eltern solche Zugriffe gesperrt werden sollten.

    Und auch bei prepaid handys- ohne Bonität-, darf die heutige Jugend so etwas nicht ausgesetzt werden, denn es gibt weiß Gott genügend Möglichkeiten, wo diese Zugriff auf derlei Sachen haben, ohne über eine tatsächliche Einschätzung der psychischen Beeinflussung zu verfügen.

    Es werden ganze Bundestagssitzungen darüber abgehalten, ob “Ego-shooterspiele “verboten werden sollen, wie man damit umgeht und die Folgen z.B. für gewalttätige Jugendliche. Dabei wird dann eben leider die Möglichkeit sich zu sowas über das Netz Zugang zu verschaffen außen vor gelassen.

    Aber ich finde unsere Jugend stumpft ohnehin ab und muss täglich Dinge miterleben, da Erwachsene es nicht schaffen, vernünftig miteinander umzugehen und kompetente Lösungen zu finden. Da muss man wenigstens da versuchen dem ganzen Einhalt zu gebieten.

    Datum: 4. September 2008 – 13:05 Uhr -
  19. Bernd Schmitz schrieb:

    Crossposting Kinder im Internet
    Ich diskutiere gerne, allerdings habe ich zu dem Thema mehr zu sagen als in diesen Kommentarfeld passt
    Ich verweise deshalb auf meinen Weblog:

    http://www.bernd-schmitz.net/blog/index.php/2008/09/03/kinder-nutzen-das...

    Welche Internetseiten sollten Kinder nutzen? Was können Eltern unternehmen, die ratlos Ihre Kinder vor den Gefahren des Internets bewahren wollen? Wie und wo können sich Eltern informieren?

    Viele Fragen die mich schon länger beschäftigen. Meine älteste Tochter wird bald 8 Jahre alt sein und das Interesse an Medien ist bereits ein wenig vorhanden. Wann ist der Zeitpunkt gekommen sich gemeinsam mit dem Kind mit dem Thema Internet zu beschäftigen? Das ist im Einzelfall sicher immer sehr unterschiedlich und abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit des Kindes.

    Auf meinem Mister-Wong Profil habe ich schon seit einiger Zeit einige Links mit dem Tag “Kidsimnetz” gesammelt: http://www.mister-wong.de/user/BerndSchmitz/kidsimnetz/

    Hier sind einerseits Hintergrundinformationen zum Thema “Kinder im Internet” gesammelt, wie aber auch Webseiten gelistet, die ich Eltern für ihre Kinder empfehlen kann.

    Mein wichtigster Rat ist allerdings an die Eltern: “Sie haben es in der Hand, was Ihr Kind im Netz erlebt und welche Seiten genutzt werden. Sie müssen Ihr Kind aktiv begleiten und soweit sensibilisieren das es zwischen Gut und Böse auch selber unterscheiden kann”.

    Leider sehen sich viele Eltern beim Thema Internet und den neuen Web 2.0 Anwendungen scheinbar überfordert. Ich ermutige diese aber immer wieder alle ihre Bedenken über Bord zu werfen und sich mit dem Medium Internet intensiv zu beschäftigen! Das Internet wird in 10 Jahren das Leben in Beruf und Familie sicher dominieren. Schon Heute ist in den Umfragen das Medium Internet in der Zielgruppe der Kinder dominant. Nahezu 100 % der Kinder im Alter von 14 - 19 Jahren sind online.

    In den Grundschulen von NRW werden in allen Klassenzimmern PC mit Netzanschluss aufgestellt und ab dem ersten Schuljahr bereits E-Learning Portale wie Antolin und Mathepirat den Kindern zur Verfügung gestellt. Also müssen die Kinder ab dem Moment mit dem Internet vertraut gemacht werden.

    Noch ein Tipp am Rande: “Selbst wenn das Internet und Web 2.0 tolle Entdeckungsmöglichkeiten und Chancen bietet, eine Sache ist für unsere Kinder immer wesentlich wichtiger! Erstmal draußen im Garten, Wald oder Straße mit Freunden oder den Eltern spielen, ist besser und gesünder als jede Mediennutzung”. So als Grundregel finde ich 4:1 - bedeutet 4 Stunden toben, spielen oder handwerklich Tätig sein, zu 1 Stunde Mediennutzungszeit - Das sehe ich als ein vernünftiges Zeitverhältnis an.

    Zu meiner Person: Ich bin Multimediadozent an der Rheinischen Fachhochschule Köln und Vater von drei Kindern

    Datum: 4. September 2008 – 08:03 Uhr -
  20. Katharina schrieb:

    Internetzugang - kinderleicht
    Das Internet - damals noch ein Novum und schwer zugänglich - ist heute ein selbstverständliches Medium im Alltag geworden.
    Internet-Cafes sprießen aus dem Boden wie Pilze - wie will man da noch die Kontrolle behalten. Chatrooms werden zum Spielball von Pädophilen und leider ist die Polizei fast hilflos - nur in wenigen Fällen werden die Täter geschnappt.
    Gott-sei-Dank ist es in meinem Bekanntenkreis bisher noch nicht passiert, dass solch ein Fall aufgetreten ist, aber man liest und hört doch einiges - und das ist nichts Gutes.

    Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass es Eltern möglich ist, eine vertrauensvolle Basis zu ihren Kindern aufzubauen, sie vor solchen Risiken zu warnen ohne den erhobenen Zeigefinger, die Kinder & Jugendliche der Gefahren bewusst sind und im eigenen Verantwortungsbereich handeln, wenn sie das Internet nutzen.

    Auch von Seiten der Regierung müssen noch mehr Aktionen -aber wohldosiert und nicht informationsüberladen, einfach erklärt, gern auch an Beispielfilmen etc. - gestartet werden. Auch in den Schulen sollte dies nicht nebenbei, sondern bewusst in den Unterricht eingebaut werden.

    Datum: 2. September 2008 – 15:34 Uhr -
  21. Franz schrieb:

    Die Welt entdecken
    Kinder sind Entdecker. Kinder und Jugendliche sollten aus meiner Sicht die Möglichkeit haben, auch die virtuelle Welt des Internets in seinen scheinbar unendlichen Weiten zu entdecken. Persönlichkeitsentwicklung und wachsende Selbständigkeit oder, wie es das Kinder- und Jugendhilfegesetz in § 1 nennt, die “Entwicklung … zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit” sind nicht zu haben, wenn aus Angst vor Gefahren die Grenzen so eng gesetzt werden, dass keine Entdeckungsreisen mehr möglich sind.

    Ja, richtig, wie die wirkliche Welt ist auch die virtuelle Welt, die längst Teil der wirklichen Welt ist, voller Gefahren und man kann sich darin auch verlieren. Es kommt deshalb m.E. darauf an, Kinder und Jugendliche zu begleiten, für sie da zu sein, sie an die Hand zu nehmen, aber auch loszulassen, wenn sie losrennen wollen, je älter umso öfter. Das ist, ich weiß, ein schwieriger Balanceakt, aber der einzige Weg, jungen Menschen ihre Entdeckungsreisen zu ermöglichen und Vertrauen in die eigene Urteilskraft zu geben. Die Frage, was eine solche Herangehensweise strukturell für das soziale Internet bedeutet, ist natürlich noch einmal sehr viel schwieriger zu beantworten.

    Datum: 1. September 2008 – 15:38 Uhr -
  22. Gregor schrieb:

    Umgang lehren statt verbieten
    Ich denke, man sollte sich auf technische Hürden nicht verlassen, Kinder wissen diese zu umgehen. Natürlich sollten z.B. Schulen entsprechende Filter einsetzen, aber ich kenne bis heute kein System, dass wirklich sicher ist …

    Viel wichtiger ist es, Kindern den richtigen Umgang mit dem Medium beizubringen. Statt Verboten sollte Vertrauen geschaffen werden, statt die Kinder einzuschränken und einen “Reiz fürs Verbotene” zu schaffen, sollten Kinder für die Gefahren im Internet sensibilisiert werden, ein gesundes Misstrauen aufgebaut werden.

    Das Problem, das wir nach meinem Eindruck haben, ist die fehlende Kompetenz im Umfeld des Kindes, die entsprechende Medienkompetenz zu vermitteln. Im Moment haben wir die Situation einer sog. digitalen Spaltung zwischen den Generationen. Die jungen bringen sich dank ihrer Neugier alles selber bei, die älteren können oft nur zuschauen und verstehen die Gefahren selbst nicht.

    Vielleicht sollten spezielle Kurse für Eltern und Lehrer (gemeinsam?) angeboten werden, von Spezialisten mit Diskussionsrunden. Der Schutz unserer Jugend sollte uns das doch eigentlich wert sein.

    Ein erster Schritt wäre aber auch, wenn sich Eltern die Zeit nehmen und gemeinsam mit Ihren Kindern durch das Internet forschen. Denn eines sollte man bei dieser Diskussion nicht vergessen: das Internet hat auch viele positive Seiten, viele neue Möglichkeiten. Und wer den Umgang mit dem Medium nicht lernt hat einen großen Nachteil in einer Zeit, in der unerschöpfliches Wissen für jeden Verfügbar ist, der weiß, wie man es findet und damit umgeht.

    zu meiner Person:
    ich habe just mein Studium (Media System Design) abgeschlossen und mich im Rahmen meiner Diplomarbeit dem Projekt OLPC (One Laptop Per Child) gewidmet. Medienkompetenz spielt ein große Rolle in diesem Projekt, nicht nur für die Schüler.

    Datum: 1. September 2008 – 13:04 Uhr -
  23. Petra Kuhlmann schrieb:

    Wirklich ernste Gefahr

    Wer man in den letzten Wochen die Schlagzeilen gelesen hat, kann das Ausmaß des Problems erahnen:
    - In Goslar wurde ein 31-Jähriger festgenommen, der eine Zwölfjährige im Internet kennengelernt hatte. In seiner Wohnung soll er sie sexuell missbraucht haben.
    - Ein ausgerissenes 13-jähriges Mädchen aus Lübeck hatte wochenlang bei einem Chatroom-Freund gelebt und dabei sexuellen Kontakt.
    - Die Polizei in Mönchengladbach hat einen 58-jährigen Mann verhaftet, der sich im Internet das Vertrauen einer Dreizehnjährigen erschlichen hatte. Das Mädchen war von Zuhause ausgerissen und hatte sich mit dem Mann getroffen. Dabei soll es auch zu Geschlechtsverkehr gekommen sein.

    Da ist man als Mutter nur sprachlos und fühlt sich total hilflos!

    Datum: 1. September 2008 – 13:02 Uhr -
  24. Uwe schrieb:

    Eigentlich gutes Medium gerät außer Kontrolle
    Ich glaub, dass es für Jugendliche grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung ihrer Kommunikationsmöglichkeiten und -mittel ist, sich aktiv in Chatforen und Online-Communities zu bewegen. Aber natürlich sollte das nicht ohne jegliche Kontrolle geschehen, gerade bei jüngeren Jugendlichen sollten sich Eltern erkundigen, wo sie angemeldet sind und über was sie sich unterhalten. Vor allem sollten Eltern auch kontrollieren mit welchen ihrer Chatbekannten sich die Kinder tatsächlich treffen!

    Aber damit ist es leider nicht getan, lest mal den Artikel, den ich verlinkt habe. Da wird einem ganz übel…

    Ich glaube auch, es ist nicht sinnvoll die Diskussion auf Chats und Communities zu beschränken, wie eine Nachricht illustriert, die ich vor kurzem gelesen habe: Im Rahmen einer Umfrage haben 25% der befragten Schüler auf die Frage “Waren in Deiner Klasse Mitschüler im Unterricht schon einmal heimlich auf für Jugendliche verbotenen Internetseiten?” mit “ja” geantwortet… Im Netz gibt es weit mehr jugendgefährdendes als Chats und Communities… Zumindest in Schulen sollte es aber doch Möglichkeiten geben, entsprechende Seiten zu blockieren? Oder zeigt sich hier einfach nur wieder, dass die Kids ohnehin den Erwachsenen meilenweit voraus sind, was die Nutzung von Internet und Co betrifft? Und was nützt das strenge deutsche Jugendschutzrecht, wenn Anbieter von Porno-Seiten einfach (scheinbar) ins Ausland abwandern? Und was nützt es im grenzenlosen Internet gegen die Seiten von ausländischen Anbietern?

    Ich bin selbst kein Vater, habe aber eine achtjährige Patentochter und bin entsprechend besorgt, seit sie angefangen hat, das Internet aktiv zu nutzen…

    Datum: 1. September 2008 – 08:50 Uhr -
  25. Peter schrieb:

    Die Welt endecken und bewegen
    Ich finde ihren ansatz (jugend- und kinderschutz) hervorragend, nur leider funktioniert dieser nicht und wird es auch nicht! ich beschäftige mit dem thema seit 1996!!!! - was ist passiert nichts, rein gar nichts! jedes jahr gibt es immer wieder diskussionen zum thema kids. ein leitzordner nach dem anderen wird mit studien auf papier vollgefüllt. selbstverpflichtungen der einzelnen branchen werde als alibi funktion verfasst. jedes ministerium ruft seine eigene initiative ins leben zum thema ’sicher ins netz’.
    warum?

    - kinder/jugendliche leben in einer gemeinschaft die nicht nur aus der familie und schule besteht. wobei lehrer und eltern keine ahnung vom internet haben (55 %) und die jugendlichen das zepter in die hand nehmen. dazu gehören auch noch freunde, bekannte, kumpels, persönlichkeiten aus dem öffentlichen umfeld.
    - es ist für kids cool was verbotenes zu haben/zu kennen, damit geht es in der gruppe nach oben.
    - mein sohn (14) kennt xxx.com [Anm. d. Red.: Name einer pornografischen Seite entfernt] von heise- und spiegel -online.
    - jamba aus der fernsehwerbung (gut, toll, cool).
    - bwin (sportwetten) von seinen kumpels.
    - pokerstars aus dem tv - zuerst spielen, dann wird es ernst!
    - xxx.com [Anm. d. Red.: Name einer gewaltverherrlichenden Seite entfernt] weil es angeblich bei allen internetprovidern gesperrt ist.
    - den rest findet man auf jeglicher suchmaschine.

    das ganze system neue medien ist aus dem ruder gelaufen, viele poliker denken, dass es nur ein tv-gerät im haushalt gibt und der haushaltsvorstand sitzt auf der fernbedienung. das gleiche gilt für handy, pc und notebook.

    die industrie schaut nur auf das geld und ist der ansicht, wer zahlt bzw. wer sein ok zur AGB gibt ist auch über 18! ich kämpfe hier seit jahren für den kinder- und jugendschutz.

    wissen sie wieviel konzerne und alle provider (ob mobilfunk oder festnetz) im gesamten bundesgebiet für kinder-/jugendschutz, aufklärung, prävention im jahr 2007 aus gegeben haben?
    5,6 millionen € das entspricht 0,05 % vom gewinn!

    wissen sie wieviel pcs es an hauptschulen gibt?
    ca. 6.000, diese wurden meistens von volksbanken und sparkassen “gespendet” (sind meistens über 6 jahre alt, die monitore sind gesundheitsschädlich, damit sparen banken ihre entsorgungskosten)

    wissen sie wie viele lehrer überhaupt in der lage sind den umgang mit den neuen medien zu lehren? 320, meisten sind die schüler - die lehrer!

    mit den besten grüßen
    ihr
    vater von 2 kindern (14 und 16 jahre alt)

    Datum: 2. September 2008 – 13:23 Uhr -
  26. Pia Gerritzen schrieb:

    Die heutige Jugend…
    Unserer Jugend heute wird doch alles so vorgelebt wie sie es machen, warum wundern wir uns eigentlich? Wir verlangen, dass sie vernünftig sind sich kümmern um die Dinge die wesentlich sind, um mal etwas zu erreichen, dass sie auf sich aufpassen und unsere Regeln einhalten um nicht auf die ’schiefe’ Bahn zu geraten.

    Aber ein Großteil der Erwachsenen macht es ihnen doch gar nicht vor, heutzutage sind die Erwachsenen einfach keine Vorbilder mehr. Ich will natürlich nicht abstreiten, dass es heutzutage viel mehr Möglichkeiten und Richtungen für die Jugend gibt, ob es nun um Technik, gewaltverherrlichendes Material, Abzocke, Drogen oder der gleichen geht, dennoch liegt ein Großteil der Verantwortung mit bei den Erwachsenen. Man muss der Jugend nicht nur sagen, was sie dürfen und was nicht, man muss erklären, aufklären und sie konkret mit der Nase auf bestimmte Dinge stoßen, um ihnen klar zu machen, was passieren oder sein kann.

    Aufgeklärt, egal in welche Richtung, ist doch heute kaum ein Jugendlicher. Auf dem heutigen Stand der Technik sollte es gar kein Problem darstellen, Jugendliche vor vielem zu schützen was im Internet und anderswo lauert, seien es Daten- oder Geldabzocken, Gewaltspiele oder sonstiges. Unser Problem ist doch nur, dass die meisten genau von den ‘dummen’ Jugendlichen leben, die nichtsahnend irgendwelche Dienste im Internet nutzen. Ja und die Spiele, ich weiß nicht, meiner Meinung nach sind diese nicht für jeden eine Gefahr, ich denke da gibt es ein Zusammenspiel mit Veranlagung und sozialem Umfeld des Jugendlichen…

    Datum: 6. September 2008 – 09:47 Uhr -
  27. Frederike schrieb:

    Das klingt ja ganz schön frustriert
    Hallo Peter,

    das klingt ja ganz schön frustriert. Seit 12 Jahren am Thema dran sein und arbeiten und sich engagieren und dann sehen, dass es wenig bringt. Noch dazu, wenn die Unternehmen wirklich so wenig ausgeben für Jugendschutz. Da musst Du schon ganz schön motiviert sein, um das durchzuhalten.

    Und dann es gibt ja auch genug die aus Deutschland weggehen und beispielsweise die laxeren Bestimmungen in den Niederlanden oder irgendwelchen ganz exotischen Standorten nutzen. Am schlimmsten finde ich das, wenn dieser Umzug nur scheinbar erfolgt, irgendwelche Unternehmensteile ins Ausland ausgelagert werden, letztendlich aber doch ein deutsches Unternehmen, mit deutschen Usern aber halt aus einem anderen Land heraus die Kohle damit macht, dass sie die deutschen Jugendschutzbestimmungen umgehen.

    Du schreibst, dass Du zwei Kinder hast. Wie gehst Du denn zuhause mit dem Thema um? Da gibt es sicher noch was zu lernen für uns Nicht-Experten… Oder hast Du da auch aufgegeben? Du schreibst ja, dass Deine Kids eh die ganzen Seiten kennen…

    Frederike (Mutter einer 13-Jährigen)

    Datum: 9. September 2008 – 11:54 Uhr -
  28. Andreas Klisch schrieb:

    Unsensible Panikmache
    Sehr geehrte Petra,

    ich finde es unverantwortlich eine solche Gefahr bei der Benutzung der IM zu zeichnen und gerade denen gegenüber, die sich um das Wohl ihrer Kinder sorgen und dann - möglicherweise aus Unkenntnis - ihren Worten Glauben schenken.

    Richtig ist der Hinweis, sich als Lehrer oder Elternteil auch mal in die Welt ihrer Sprösslinge zu begeben, aber nicht um auf irgendetwas “Schlimmes” zu warten, sondern um die Technologie und möglicherweise auch Vorteile kennen zu lernen.
    Es ist immer einfacher mit seinen Kindern auf gleicher Augenhöhe zu reden!
    Warum nicht auch mal mit Freunden, Bekannten oder Familie sich in meinVZ.de anmelden, um zu erkennen, was bspw. in schuelerVZ oder studiVZ geschieht…

    BTW ich selber bin in allen populären IM seit mehr als 10 Jahren “unterwegs” und die von Ihnen beschriebenen “Kontaktanbahnungsversuche” kann ich an einer Hand abzaehlen!

    freue mich über dieses Portal!

    Datum: 30. September 2008 – 18:09 Uhr -
  29. Petra schrieb:

    keine Panikmache
    Sehr geehrter Andreas Kilsch,
    dass Sie als erwachsener Mann nur wenige Male belästigt wurden, widerspricht nicht meinen Beobachtungen. Das ist einfach was ganz anderes. Legen Sie sich mal versuchsweise ein Profil an, aus dem hervorgeht, dass sie ein minderjähriges Mädchen sind: dann reden wir noch mal.
    Es geht mir auch nicht darum Panik zu machen.
    SchuelerVZ, StudiVZ etc. sind auch keine IM Systeme, von denen ich gesprochen habe. Aber da geht es auch nicht besser zu.
    Ich gebe Ihnen recht, Eltern sollten es einfach mal ausprobieren und sich selbst ein Bild machen. Am besten wäre es aber, wenn das Vertrauen zwischen Eltern und Kind so groß wäre, dass Ihr Kind Sie bei sich in den Account reinschauen läßt. Das ist dann viel authentischer.

    Datum: 2. Oktober 2008 – 18:52 Uhr -
  30. Andreas Klisch schrieb:

    Panikmache?!
    Die Tatsache das ich erwachsen und ein Mann bin, hat nicht damit zu tun, das ich damals in den IM´s einen Nickname benutzte habe.
    Aber Sie können es scheinbar nicht lassen: Warum “bescheinigen” Sie den VZ eine “Ähnlichkeit”?
    Gut: Zum Ende bekommen Sie die Kurve…
    Obwohl: Vertrautheit im Privaten - ganz wichtig!
    Aber schauen wir nach vorn!
    Wo sind denn die medienpädagogischen Angebote für Eltern, Schule, Freizeit?
    Lassen Sie uns darüber reden und nicht das “Teufelszeug” verdammen.

    Datum: 3. Oktober 2008 – 00:24 Uhr -
  31. Andreas Klisch schrieb:

    Verhältnnismässigkeit
    Hallo Pascal,

    Wichtig ist die Schaffung von Alternativen. Aber auch die Kenntnisnahme, das die Communities keinen Ersatz für das wirkliche Leben bieten, sondern jetzt neue Option zur Organsiation des wirklichen Lebens bieten.
    Denn die Jugendlichen nutzen diese Plattformen zum grossen Teil eben auch zum Ausstausch, zur Kommunikation und zum verabreden an realen Orten.
    Und vor allem, es sind Phasen….

    Datum: 3. Oktober 2008 – 00:27 Uhr -
  32. Steffen Kühn schrieb:

    Lehren statt verbieten!
    Sehr geehrter Gregor,

    als ich von diesem Projekt hier gehört habe, dachte ich mir sofort, dass ich unbedingt an der Diskussion teilnehmen möchte und meine persönliche Meinung kundtun. Warum ich jetzt meinen Teil als Antwort zu ihrem Kommentar schreibe, hat einfach den Grund, dass Ich mit Ihnen größtenteils die Meinung teile. Ihr Motto „Umgang lehren statt verbieten“ spricht mich persönlich sehr an. Ich bin Oberstufenschüler eines Gymnasiums, welches ein Medienkompetenzcenter (http://gauss-worms.de/site.php?page_id=161) aufbauen möchte und trage selbst in Form eines Angebotes einer Arbeitsgruppe (http://gauss-worms.de/site.php?page_id=243) dazu bei, den Schülern schon ab der 5. Klasse bis zum Abitur hin zu begleiten und zusammen auf die Gefahren im Internet hinzuweisen und nicht die Gefahren nur durch Verbote „beseitigen“, denn meiner Meinung nach wird Verbotenes erst dadurch interessant, dass es verboten ist.

    Da sie die technischen Hürden angesprochen haben: Da ich mich mit dem neuen Medium Computer/Internet relativ gut auskenne, kann ich guten Gewissens sagen, dass es das reinste Katz und Maus Spiel ist. Es ist nur sehr schwer wirklich ein System (sowohl Schule als auch Zuhause) zu installieren/konfigurieren, dass zu mindestens 80-90 % der Seiten gesperrt werden, die nicht zugänglich sein sollen. Trotzdem kann ich Ihnen sagen, dass es absolut nichts bringt. Der Großteil der Seiten wird zwar gefiltert, aber dafür gibt es wieder andere Möglichkeiten um den Filter zu umgehen (z.B.: Proxy (http://www.vtunnel.com)). Und wie leicht es heutzutage ist auf pornografische Videos zu stoßen, zeigt das YouTube-Prinzip. Wie Sie sicherlich merken, will ich darauf hinaus, dass es hinten und vorne der falsche Anhaltepunkt ist, um die heutige Jugend (zu der ich auch noch gehöre) vor den Gefahren zu schützen. Selbst wenn Sie als Elternteil ihrem Kind den Kontakt mit dem Computer Zuhause total verbieten und meinen die volle Kontrolle zu haben – Wie viele Internet-Cafés, wie viele Freunde, wie viele Öffentliche Internetanschlüsse gibt es (z.B. Stadtbibliotheken), in denen sich ihr Nachwuchs austoben kann? Wenn sie ihrem Kind den Umgang mit den neuen Medien verbieten, macht es ihr Kind nurnoch heißer, es heimlich über andere Möglichkeiten zu machen.

    Um Ihnen mal ein praxisnahes Beispiel zu nennen, wie für meine eine Lösung aussehe: In meiner Arbeitsgruppe habe ich immer ca. 15 10-12 Jährige sitzen, die geradezu heiß auf das fremde Internet sind. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Schüler dermaßen schnell auf Spiele Seiten sind und wild um sich her klicken und wie schnell hat man mal ausversehen ein paar Euro ausgegeben für den neusten Klingelton oder das neuste Handyspiel. Vor kurzem erfuhr ich von einem Fall, indem ein Kind einen „Lebensdauer-Test“ im Internet machte und gleichzeitig unterschrieb jährlich 80 € zahlen zu müssen. Da die Eltern meist ängstlich sind, zahlen sie lieber die 80€ bevor der „rechtliche Weg“ eingeschritten wird, der von den Firmen erfunden wird, da die Firma in keinem Recht steht. Um jetzt die Kinder wirklich mal zu warnen, dass sie es „kapiert“ haben, führte ich folgendes Experiment durch: Ich erstellte mit ein paar Freunde eine Internetseite mit einem Formular, welches die Schüler abfragte, welche Lehrer sie mögen, welche sie hassen und warum. Natürlich hatte wirklich jeder Schüler fein seinen Namen eingetragen und über jeden Lehrer losgelästert (kriegt ja keiner mit, ne?). Als die Schüler dann das Formular abgesendet hatten, kam der Schock. Der Inhalt wurde unverzüglich an alle Lehrer weitergeleitet (natürlich nur fiktiv). Nach einer kurzen Besprechung wollten wir mit den Schülern klären, wie wir gemeinsam am besten aus der Sache rauskommen, wobei sehr lustige Vorschläge kamen, von wegen man könnte ja schnell den PC noch ausschalten :). Nach 15 Minuten Schock für die Kleinen hatten wir dann aufgelöst und darauf hingewiesen, dass es nur eine Falle war. Glauben Sie mir, diese Kinder geben nicht mehr so leicht ihren Namen irgendwo im Internet preis.

    Allerdings hat das Internet, wie Sie bereits erwähnten, nicht nur negative Seiten. Nebenher leite ich auch noch für meine Stufe ein eigenes Forum bzw. Community, in der sich jeder aus der Stufe anmelden kann und in den jeweiligen Foren für jeden Leistungs-/Grundkurs diskutieren kann. Ich lege besonders Wert darauf, dass es keine Anonymität gibt und weise Schüler darauf hin, dass man alles, was sie schreiben verfolgen kann, da es in unserer Schule vor kurzem ein Problem gab, da ein Lehrer in einer lokalen Community (http://www.party9.de) so stark gemobbt wurde, dass schließlich ein Disziplinarverfahren für alle Lehrer einberufen werden musste. Dass es so weit erst gar nicht kommt, versuche ich bereits erwähnte in der Arbeitsgemeinschaft von mir, in meinem privaten Umfeld und in der Community von meiner Stufe darauf hinzuweisen und bisher mit Erfolg.
    Falls Sie Fragen, Kritikpunkte, Gegenargumente haben sollten, bitte so schnell wie möglich schreiben, ich freu mich auf Sie :)
    Mit freundlichen Grüßen,
    Steffen Kühn

    Ende Beitrag

    Mein Name ist Steffen Kühn bin Wohnhaft in der Nähe von Worms und würde sehr sehr gerne an ihrer Diskussion in Berlin teilnehmen. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Sie mich in ihre Verlosung mit aufnehmen und ich evt. sogar gewinnen würde :)
    Mit freundlichen Grüßen,
    Steffen Kühn

    Datum: 7. Oktober 2008 – 01:12 Uhr -
  33. Ingrid F. schrieb:

    Ich fühl mich ziemlich überfordert
    Guten Morgen Eckhard,

    lies mal in der Süddeutschen vom Samstag. “Wenn man Liebe nicht lernt
    Porno-Filme statt Aufklärungsunterricht: Die Jugend wird in die Welt des Sex katapultiert und nicht mehr behutsam an sie herangeführt.” Da gibt es auch heftige Analysen:

    “Der Zugang zu Pornos, zu Nacktfotos oder Filmchen auf dem Handy jedoch werde immer leichter - so etwas zeige man herum, prahle damit. Kinderpsychiater Franz Joseph Freisleder, Ärztlicher Direktor der Heckscher Klinik in München, nimmt den Faden auf: “Jugendliche geben gern an, übertreiben mit ihren Erfahrungen. Einzelfälle von sexuell abweichenden Jugendlichen gibt es immer, aber es sind eben Einzelfälle. Wer die Jugend als Sexmonster abstempelt, der tut ihr unrecht.”

    Also alles übertrieben? Keineswegs. Keiner der Forscher bestreitet, dass das mediale Bild vom leichten, schnellen Sex, von willigen Frauen und harten Männern, von allgegenwärtiger Promiskuität einen Einfluss auf das Sexualverhalten Jugendlicher hat. Studien belegen, dass sich gerade Jüngere unter Druck gesetzt fühlen, wenn es für sie noch kein “erstes Mal” gegeben hat, sie fühlen sich als Außenseiter.

    Das wird auch als ein Grund für happy slapping angesehen: für Jungen beispielsweise, die ihren Kumpels beweisen wollen, was für tolle Kerle sie sind. Sie filmen mit dem Handy den Sex mit ihrer Freundin und zeigen das herum. Auch Sigusch betont schließlich, dass die traurigen Beobachtungen der Arche-Autoren unbedingt ernst zu nehmen seien - vor allem, weil niemand diesen Kindern helfe. “Fürsorgeeinrichtungen sind überfordert, und die verwahrlosten Eltern sind im Zweifel nur ein schreckliches Vorbild für die Jugendlichen.”

    Wenn man all das liest, ist man als Mutter doch völlig überfordert Woher soll ich wissen, welche Seiten mein Sohn besucht, ob meine Tochter in irgendwelchen Foren belästigt wird? Ich bin froh wenn sie nach der Schule überhaupt mit mir reden und nicht gleich in ihr Zimmer verschwinden. Und ich kann wenigstens noch mit dem Computer und dem Internet umgehen, wenn ich mich da in unserem Bekanntenkreis umschaue, dann wissen viele Mütter und Väter gerade mal wie man das Ding anschaltet. Die ahnen noch nicht einmal was da alles passieren kann, außer man liest mal so einen Artikel in der Zeitung. ABer die beteiligen sich weder an so einer Diskussion wie hier noch können sie bei ihren Kindern das Thema Compter oder Internet ansprechen, die werden bei dem thema schlicht weg nicht ernst genommen.

    Datum: 10. Oktober 2008 – 09:16 Uhr -
  34. Esther schrieb:

    Danke für den Hinweis
    Was das mit den Leistungen der Kinder macht, haben Sie gar nicht angesprochen!

    “Schleichend war sie über das Lehrerkollegium gekommen, die Erkenntnis, dass etwas nicht mehr stimmt mit den Kindern. Es begann bei den Jungs: Seit einigen Jahren lassen ihre Leistungen dramatisch nach. Rege, intelligente Kinder schrieben plötzlich Fünfen und gaben zu, dass sie bis in die Morgenstunden in ihre Computerspiele versunken waren. Die fehlende Nachtruhe holten sie im Unterricht nach. Was plötzlich zählte, war nicht mehr der Aufstieg in die höhere Klasse, sondern in den höheren Level der Games.

    Der Direktor erzählt, dass er vor zehn Jahren an seiner Schule noch selbst eine »Lan-Party«, eine Nacht der Computerspiele veranstaltet habe, um »am Puls der Zeit zu bleiben«. Schon damals beschlich ihn eine Ahnung: »Wie im Fieber« hätten seine Schüler in Kriegsspielen aufeinander losgeschlagen, »wie Besessene« auf ihren Maschinen gelegen. Als der Morgen graute, graute auch dem Direktor.

    Bei den Mädchen war es das Fernsehen: Viele von ihnen kamen den Lehrern plötzlich fremd und ferngesteuert vor, bedienten sich aufgesetzter Gesten und frühreifer Reden. Zehnjährige verbrachten ihre Nachmittage bei Autogrammstunden von RTL-Kreaturen. Elfjährige tanzten auf dem Schulhof die Tänze der MTV-Lolitas nach. Zwölfjährige saßen grell geschminkt und tief ausgeschnitten im Unterricht.”

    Ich denke hier liegt der Hund begraben:
    “Die elektronischen Medien richten nicht viel an, solange die Kinder nicht in einer digitalen Parallelwelt versinken. Solange das zweite Leben nicht das erste verschlingt. Solange sich Eltern um ihre Kinder kümmern. Aber wie regelmäßig geschieht das? Leider, sagen die Lehrer der Gesamtschule Neumünster, seien die sozial schwachen Kinder von der Deformation viel härter betroffen. Ihre abgearbeiteten Eltern seien oft froh, die Kleinen von elektronischen Babysittern abgelenkt zu wissen.”

    Datum: 10. Oktober 2008 – 10:12 Uhr -
  35. Ingrid F. schrieb:

    Aber wie mache ich das als Mutter???
    Den Aufruf am Ende Deines Beitrags finde ich klasse, Alexander. Aber wie mache ich das als Mutter?

    So wie ich mit meinen Eltern nicht darüber gesprochen habe, was ich in der Bravo gelesen hab oder was so alles auf Parties oder Klassenfahrten “abging”, so erzählen mir meine Kinder heute nicht was im Chat so “abgeht”. Das ist ihre Welt, dort habe ich keinen Zurtritt.

    Datum: 10. Oktober 2008 – 17:40 Uhr -
  36. Alexander Suck schrieb:

    RE: Aber wie mache ich das als Mutter???
    Liebe Ingrid,

    Ich finde es gut, dass du meinem Aufruf folgen willst und helfe dir gern.

    Von allein werden dir deine Kinder nicht davon erzählen, was sie so im Internet treiben, da hast du Recht. Aber meistens fällt es ihnen leichter, wenn du eine engere Beziehung hast zu den Plattformen, die sie benutzen.
    Vielleicht hast du im Vorbeigehen schon einmal gesehen in welchen Communities sich deine Kinder herumtreiben!? Eine gute Möglichkeit wäre, dass du dich selbst einmal dort anmeldest und schaust, wer was dort in welcher Form schreibt. Du musst ja selbst nicht aktiv werden. Nur gucken und vertraut werden mit dem, was deine Kinder tagtäglich erleben.
    So kannst du deine Kinder vielleicht darauf ansprechen, indem du deine eigenen Erfahrungen einbringst, und dir vielleicht auch erklaeren laesst, was dein Kind an dieser Form der Kommunikation so spannend findet. Wichtig ist auch, dass du ersteinmal keine Abwertung äusserst.

    Datum: 11. Oktober 2008 – 11:12 Uhr -
  37. Geben Sie bitte Ihren Namen an! schrieb:

    Das wird ja eine richtige Unterhaltung, toll
    Lieber Alexander,
    ich muss zugeben, dass ich schon Hemmungen hab als Mutter in SchuelerVZ (da sind meine Kinder, ob sie noch woanders sind, weiß ich nicht - aber das hab ich schon mal mitbekommen) anzumelden. Geht das denn überhaupt? Oder muss ich da so tun als wenn ich eine Schülerin bin? Und das würden dann doch die Schüler aus der Klasse merken, die ich da als meine angebe!? Und wenn ich das könnte (so eine Schein-Anmeldung machen), dann könnte das doch auch jeder Pädophile, da gibt es doch bestimmt Sicherungen?

    Datum: 11. Oktober 2008 – 12:51 Uhr -
  38. Ranka schrieb:

    mitkriegen, was die Kinder machen
    Hallo Ingrid,

    ich kann deine Skrupel verstehen. Find’ ich eigentlich sogar gut. Was die Anmeldung im SchuelerVZ angeht. Ja es geht. Man braucht zwar die Einladung, aber die gibt es auch automatisiert auf Internetseiten. Da gibt man dann einfach seine E-Mail-Adresse in ein Feld ein und schwupps kriegt man eine Einladung (von wem? keine Ahnung. Aber es funktioniert.) Aber du möchtest ja ins Gespräch kommen und nicht rumspionieren. Hier mal etwas, was wir im Rahmen von Elternabenden machen. Wir bereiten solche Elternabende mit Jugendlichen selbst vor. Sprich: Die Jugendlichen erzählen und erklären, was sie so im Netz treiben und wie es funktioniert. (Wird dann live per Beamer gezeigt). Bis jetzt haben sich immer ein paar aus der entsprechenden Klasse gefunden, die Lust hatten, so etwas vorzubereiten. Dabei zeigt sich recht schnell, wie unterschiedlich die Nutzung ist. Auf den Elternabenden selbst geht es dann richtig spannend zu. Üblicherweise werden dann alle Eltern und Schüler eingeladen und es gibt recht tolle Diskussionen. Ist vielleicht einen Versuch wert. Dafür brauchst du dann aber auf jeden Fall die Unterstützung und Mithilfe der Schule. Schon in der Vorbereitungsgruppe, gibt es meistens tolle Diskussionen.

    Datum: 13. Oktober 2008 – 11:30 Uhr -