Die Anbieter von Chats und Communities sind gefragt

Bei allen faszinierenden Möglichkeiten, die Kommunikationsdienste des Internets ihren Nutzern bieten - sie bergen derzeit erhebliche Gefahren für Kinder und Jugendliche. Diesen Risiken kann nur begegnet werden, indem alle Beteiligten gemeinsam für eine Erhöhung des Schutzniveaus sorgen. Nicht nur Eltern, pädagogische Fachkräfte und die Kinder und Jugendlichen selbst sind hier gefragt, sondern vor allem die Anbieter von Chats und Communities, die durch effektive Schutzmaßnahmen für mehr Sicherheit ihrer jungen Nutzer sorgen sollten. Notwendig ist dies auch, weil sich die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen durch Handy und mobile Spielekonsolen mehr und mehr der elterlichen Kontrolle entzieht.

Chats, Instant Messenger und Social Communities sind beliebt, besonders bei Kindern und Jugendlichen

Studien wie KIM und JIM (vgl. “Weiterführendes Material” auf der Hauptseite) belegen es: Chats, Instant Messenger und Social Communities sind beliebt, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Diese Dienste geben ihnen die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, sich mit anderen auszutauschen, ein bisschen zu flirten und sich selbst darzustellen. Dass Kinder und Jugendliche bei der Online-Kommunikation allerdings auch Gefährdungen ausgesetzt sind, die zu Überforderungen oder Beeinträchtigungen führen können, darf bei allen positiven Aspekten nicht übersehen werden.

Erschreckende Riskien

Bereits seit mehreren Jahren recherchiert jugendschutz.net in Online-Kommunikationsdiensten nach Risiken für Kinder und Jugendliche. Zum Teil sind die Ergebnisse erschreckend: In großen populären Chats sind sexuelle Übergriffe auf Minderjährige an der Tagesordnung, via Instant Messenger werden Kinder und Jugendliche mit pornografischen Bildern und Videos konfrontiert, Social Communities sind häufig auch eine Plattform für Cyberbullying, also Mobbing im Internet. Die Liste der von jugendschutz.net festgestellten Kontakt- und Konfrontationsrisiken ließe sich leider noch viel weiter fortsetzen. Unseren erst kürzlich veröffentlichten Bericht “Jugendschutz im Internet: Ergebnisse der Recherchen und Kontrollen, November 2006 bis Oktober 2007″ finden Sie hier.

Gute Beispiele zeigen, dass Schutz möglich ist

Es gibt aber auch Angebote, die Kindern einen geschützten Kommunikationsraum bieten, z.B. die Chats von Seitenstark oder dem SWR Kindernetz. Dies beweist, dass sich durch effektive Maßnahmen von Seiten der Betreiber ein hohes Schutzniveau garantieren lässt. Ein sicherer Anmeldeprozess, ein lückenloses Moderationskonzept, technische Schutzfunktionen wie Filter und Alarm-Optionen und schließlich eine zielgruppengerechte Aufklärung der Nutzer sind dabei von essentieller Wichtigkeit. Eine besondere Sorgfaltspflicht haben Betreiber, deren Angebote sich speziell oder auch an Kinder und Jugendliche richten. Diese wird allerdings bislang noch viel zu selten wahrgenommen. Aktive Kontrollen sind notwendig, um Übergriffe und Konfrontationen mit jugendgefährdenden Inhalten bereits im Vorfeld zu vermeiden.

Das aktive Interesse von Eltern und Pädagogen ist zentral

Für Eltern und pädagogische Fachkräfte gilt vor allem: Interesse zeigen! Die Vermittlung von Selbstschutzstrategien ist ebenso wichtig wie eine altersgerechte Begleitung. Stimmt die Vertrauensbasis, haben die jungen Internetnutzer in ihren Eltern einen Ansprechpartner, der beim Umgang mit gefährlichen Situationen helfen und im Notfall schnell reagieren kann.

Informieren Sie sich

Weitere Informationen finden Sie auf der von jugendschutz.net betriebenen Website www.chatten-ohne-risiko.net. Dort werden die Ergebnisse der Chat-Recherchen veröffentlicht, die populärsten Angebote hinsichtlich ihrer Sicherheit bewertet und die wichtigsten Selbstschutzmaßnahmen präsentiert. Auf www.jugendschutz.net finden sie Informationen zu den verschiedenen Aspekten des Jugendschutzes im Internet und können über die Beschwerde-Hotline jugendschutzrelevante Inhalte melden.