Ein Handy für Ihr Kind? Entscheiden Sie mit Kopf und Bauch!

Irgendwann kommt sie auf fast jedem Elternabend - die Frage: Soll ich meinem Kind schon ein Handy kaufen? Manche Achtjährige quengelt schon seit einem Jahr auf das kleine Wunderkästchen hin, ein anderer 13-Jähriger bekommt vielleicht von Mama und Papa ungefragt ein Mobiltelefon auf den Geburtstagstisch gelegt.

Klar ist: Ein Handy fürs Kind bedeutet erstmal mehr Freiheit und Sicherheit für die ganze Familie. “Wie ein verlängertes Babyfon”, erzählte uns eine Mutter einmal begeistert. Die Eltern sind beruhigt, denn das Kind ist fast jederzeit erreichbar und kann im Zweifelsfall Hilfe herbeitelefonieren. Sohn oder Tochter dürfen dank der drahtlosen Nabelschnur zum Elternhaus vielleicht schon mal länger abends wegbleiben.

Andererseits entgleitet Mutter und Vater mit dem Handy auch ein Stück Kontrolle darüber, was ihr Nachwuchs wann mit wem bespricht. Stand früher das Telefon für alle hörbar fest im Flur, kann das Kind heute unterwegs oder im eigenen Zimmer quasseln, unter der Bettdecke simsen bis spät in die Nacht, auf dem Schulhof ein Gewaltvideo geschickt bekommen oder vom ersten Schwarm ein harmloses Liebeslied. Im Zweifelsfall bekommen Mama und Papa davon nichts mit.

Große Freiheit für die Kinder, mehr Kontrolle für die Eltern: Die Generation “Always on” ist ständig erreichbar - auch für die Eltern. Uncool, wenn man sich mit der Clique in der Stadt trifft und die Mutter wirft das virtuelle Lasso aus, um sich zu vergewissern, dass ihr Mäuschen gerade keinen Unsinn macht.

Abwägen muss also die Familie gemeinsam, ob ein Handy sein muss. Die Kinder werden im Zweifelsfall dafür plädieren, weil sie ab etwa 14 Jahren sonst in der Gemeinschaft völlig abgemeldet sind. Das Mobiltelefon ist die Schaltzentrale eines Teenie-Lebens. Wer keins hat, weiß nicht, was wann wo läuft.

Zu Risiken und Nebenwirkungen empfehlen die Experten: Bleiben Sie mit Ihrem Kind in Kontakt. Interessieren Sie sich dafür, was es mit seinem Handy tut.

Weitere Tipps:

  • Kaufen Sie kein Handy, das Sie selbst nicht verstehen. Für Grundschüler reicht ein älteres Gerät.
  • Rund zwei Drittel der deutschen Kinder und Jugendlichen telefonieren mit Prepaid-Karte. Viele Mobilfunkunternehmen bieten auch spezielle Partner-Karten für Teenies, bei denen Sie teure Abzocker-Nummer sperren lassen können.
  • Treffen Sie klare Absprachen, was erlaubt ist, was nicht. Bei manchen Handys können Sie die Bluetooth-Funktion deaktivieren zum Schutz vor Fremdinhalten.

Im aktuellen Heft von “FOCUS-Schule” finden Sie darüber hinaus viele Tipps, wie Sie die Telefonkosten Ihrer Kinder kleinkriegen.

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