Die Diskussion ist abgeschlossen

Brücke oder Graben: Welchen Einfluss hat die moderne Telekommunikation auf die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung?

Digitale Integration

Die Nutzung neuer Medien hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Handy und Internet sind aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Für Menschen mit Behinderung ist diese Entwicklung allerdings ein zweischneidiges Schwert, nämlich Hindernis und Chance zugleich.

So sind die modernen Medien oftmals noch nicht auf deren spezifischen Anforderungen ausgelegt und dadurch gar nicht oder nicht in vollem Umfang nutzbar. Es besteht die Gefahr, dass diese Menschen von der gesellschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen werden und dass sich zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen eine zunehmende Kluft bildet. Anforderungs- und bedarfsgerecht gestaltet, ermöglichen neue Medien allerdings die Aufnahme von Informationen, die eigene Artikulation und damit die Teilhabe an der neuen Informations- und Wissensgesellschaft sowie die Vernetzung mit anderen Menschen. Neue Medien können für Menschen mit Behinderungen also geradezu eine Brücke in die Mitte der Gesellschaft sein.

O2 möchte wissen, wie es um die Digitale Integration von Menschen mit Behinderung in Deutschland bestellt ist.

  • Mit welchen Problemen sehen sich Menschen mit Behinderung in der Welt der neuen Medien konfrontiert?
  • Ergonomisch, akustisch und visuell: Welche Herausforderungen gilt es zu bewältigen, damit  Internet und Telefon nutzbar sind? Welche Chancen ergeben sich durch eine barrierefreie Telekommunikation für die Menschen?
  • Und: Wer ist verantwortlich? Politik, Wissenschaft, Unternehmen – wer kann welchen sinnvollen Beitrag leisten?

Expertenmeinungen, weiterführendes Material, interessante Links und eine kleine Umfrage finden Sie in der rechten Spalte.

» Abschlussdiskussion in München am 25. März 2010

» Kurzauswertung der Ergebnisse der Online-Diskussion (PDF; 114KB)

» Ergebnisse der Abschlussveranstaltung und Konsequenzen: Was macht O2 mit den Ergebnissen? (PDF; 105KB)

» Wie hat O2 die Ergebnisse von Online-Diskussion und Abschlussveranstaltung in neue Maßnahmen umgesetzt?

Diskussion ist beendet – insgesamt 48 Beiträge:

  1. Max schrieb:

    Liebe Diskussionsteilnehmer,

    Ich wollte nur sagen, dass ein Gerät (sei es ein Handy,ein Telefon, ein Internet-PC usw.) keine Integration bringen kann. Wohl kann es den schmerz der Einsamkeit lindern, aber der Mensch braucht Menschen, Nähe, Kontakt, Zugehörigkeit usw.

    Ich möchte Ihnen deswegen nur ganz kurz ein Projekt vorstellen, dass genau dies ermöglicht: “Roll and Walk”, Mit Hilfe der Musik lädt es Menschen mit Behinderungen ein, aus Ihrer sozialen Isolation herauszusteigen und bei wundervollen Konzerten in Behinderteneinrichtungen sowie an barrierefreien Orten in Kontakt zu treten mit anderen Menschen. Der Höhepunkt dieses kleinen Festivals ist dann immer ein großes Orchesterkonzert, bei welchem behinderte wie nichtbehinderte Menschen zu Gast sind, miteinander ins Gespräch kommen, und gleichberechtigt von der Musik ergriffen werden können. Aber das eigtl. außergewöhnliche und einzigartige, ist der künstlerische Leiter Benedikt Lika, der selbst Rollstuhlfahrer ist und die Konzerte aus dem Rolli aus dirigiert. Ich habe dies in dem Festival schon mehrmals erleben dürfen und war immer begeistert und fasziniert.

    Bei diesem Festival werden wirklich Brücken zwischen Menschen gebaut. Vielleicht wär dies auch mal eine Möglichkeit für O2, sich zu engagieren, um dem Projekt zu helfen, sich auch weiterhin für die Integration behinderter Menschen zu engagieren. Das wäre eine schöne, verbindende Art von Corporate Social Responsibility!

    Wer noch mehr über das Projekt wissen will: http://www.rollandwalk.de

    Liebe Grüße,
    Max

    Datum: 30. Dezember 2009 – 17:24 Uhr -
  2. Sabine Schreier schrieb:

    Die moderne Telekommunikation ist auf einem sehr guten Weg über Integration hin zur Inklusion. Und es ist lobenswert, dass o2 eine Diskussion dazu anregt.

    Barrierefreiheit von Webseiten bedeutet sicherlich nicht nur screenreaderkonform o. ä. zu sein. Sondern auch einfach und intuitiv in der Anwendung. Eine gute Möglichkeit ist, Seiten auf ihre Navigierbarkeit vom “Ottonormalverbraucher”, testen zu lassen. Also, wie findet sich ein technisch nicht so versierter Gelegenheits-Surfer auf der Website zurecht.

    Ich bin bei der Lebenshilfe Nürnberger Land e. V. (www.lebenshilfe-nbg-land.de) für Öffentlichkeitsarbeit und somit auch für den Onlineauftritt verantwortlich. Wir sind bestrebt unser Web-Angebot allen Menschen gleichermaßen zugänglich zu machen. Es ist nun aber doch so, dass man sich der 100-Prozentmarke nur annähern kann. Wichtig ist möglichst konstruktives Feedback von den Nutzern unseres Angebots zu erhalten, um dies stetig zu verbessern.

    Die Entwicklung der letzten Jahre lässt hoffen, dass die moderen Telekommunikation eher Brücke denn Graben für alle Menschen, mit oder ohne Handicap, sein wird.
    Auch wenn o2 sehr spät die Barrirefreiheit für Menschen mit Handicap entdeckt, so ist dies sehr positiv zu bewerten. Die Evaluation im Vorfeld ist besser als Aktionismus. Allerdings muss der Aktion dann auch eine Reaktion folgen.

    Sabine Schreier

    Datum: 26. Dezember 2009 – 16:05 Uhr -
  3. Stefan Unterstraßer schrieb:

    Guten Tag,

    ich persönlich halte wenig von Geräten, welche für bestimmte Zielgruppen entwickelt werden, da es sich hierbei um “Insellösungen” handelt, und die Gefahr besteht, daß die Personen im Problemfall auf sich selbst, bzw. den Hersteller angewiesen sind.

    Bestes Beispiel:
    Das Owasys 22C, ein Handy mit Sprachausgabe, welches sich ein sehender nie kaufen könnte, da es kein Display besitzt.

    Eine Beschreibung findet man hier:
    http://www.fzbs.de/03/owasys22c.htm

    Ich verwende ein Nokia N82 inkl. der neuesten Version der Sprachausgabe Talks.
    Somit ist für mich das Handy komplett bedienbar und ich kann bei Problemen oder Verständnisfragen andere Handynutzer oder meinen Nokiashop kontaktieren.

    An Software verwende ich noch das Navigationssystem Wayfinder Access
    http://www.wayfinder.com
    welches mir ungeahnte Möglichkeiten bietet, da eine Navigationslösung für uns einen großen Mehrwert darstellt.

    Mittels der Software KNFB-Reader
    http://www.knfbreader.com
    kann ich mir unterwegs unter Zuhilfenahme der integrierten Kamera gedruckte Texte vorlesen lassen, da diese nach dem fotografieren in Sprache umgewandelt werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan Unterstraßer

    Datum: 21. Dezember 2009 – 05:19 Uhr -
  4. Michael Herbst, DVBS schrieb:

    Lassen Sie mich zunächst “Integration” und “Inklusion” voneinander abgrenzen: Integration hilft in unserem Zusammenhang behinderten Menschen an der digitalen Telekommunikation teilzunehmen, durch Hilfsmittel, durch persönliche Assistenz, wie auch immer… Inklusion ist hingegen die Fähigkeit und Bereitschaft der Gesellschaft, Produkte, Dienstleistungen, Infrastruktur usw. derart zu gestalten, dass sie für alle Menschen nutzbar sind. Wer danach fragt, wer denn nun im Bereich der digitalen Telekommunikation Verantwortung trägt, der mache sich klar, dass er es mit einem dialektischen Prozess zu tun hat.

    Der Einstieg Blinder und Sehbehinderter ins digitale Zeitalter vollzog sich zunächst integrativ. Der technischen Entwicklung folgten die Adaptionen. Schließlich macht es nicht viel Sinn, die Brücken zu bauen, bevor man die Gräben ausgehoben hat. Dann folgte die Phase der öffentlichen Inklusion. Die Gleichstellungsgesetze von Bund und Ländern schufen einerseits Ansprüche der Behinderten gegenüber öffentlichen Stellen. Andererseits sorgten sie für gesellschaftliches Bewusstsein. Doch im zivilrechtlichen Bereich kann der Gesetzgeber lediglich punktuell “Gleichbehandlung” einfordern. Brücken über die von ihr selbst ausgehobenen Gräben zu bauen kann der Privatwirtschaft z.B. nicht zugemutet werden, tiefere Einsichten, beispielsweise die in die demografische Entwicklung, müssen den Zwang ersetzen. So laufen Integration und Inklusion aufeinander zu ohne sich jemals zu erreichen.

    Telefonika hat Teilhaber, die Rendite fordern. Das Unternehmen bewegt sich auf einem Massenmarkt und deshalb wirbt und informiert es, handelt und konzepiert es für die Masse. Diese Masse nimmt 80% ihrer Informationen visuell auf und also ist die Internetseite animiert, die Mobiltelefone sind auf das Bedienelement touch screen reduziert und Blinde und Sehbehinderte können nur hoffen, dass eine Brücke bleibt, über die sie gehen können. Trotzdem: Das blind nutzbare Internet bleibt ein Segen für die Betroffenen, das blind nutzbare Mobiltelefon bleibt ein Hilfsmittel dank oder trotz Massenansprüchen, die Zugänglichkeit gefährden.

    Datum: 18. Dezember 2009 – 09:18 Uhr -
  5. Melanie Borsos, Telefónica o2 Germany schrieb:

    Liebe Diskussions-TeilnehmerInnen,

    vielen Dank für Ihre rege Beteiligung an dieser Diskussion! Ich freue mich sehr, dass Sie uns Ihre Meinung und Sichtweise mitteilen und auch kritisch Stellung nehmen. Dies ist sehr wichtig für Telefónica o2 Germany, denn nur wenn wir Ihre Anforderungen genau kennen, können wir gezielt die Belange von Menschen mit Behinderung erfahren.

    Unser Ziel ist es, behinderten Menschen mobile Kommunikation und Internettechnologien besser zugänglich zu machen und ihre Bedürfnisse in den Fokus zu rücken. Mit dieser Online-Diskussion möchten wir im ersten Schritt vor allem Betroffenen, Experten und Interessierten die Möglichkeit bieten Meinungen, Erfahrungen und Anforderungen zu teilen – dabei nehmen wir uns als Unternehmen ganz bewusst zurück, um die Unabhängigkeit der Diskussion zu wahren und nicht voreilige Schlüsse zu ziehen. Ihre Beiträge bilden jedoch im zweiten Schritt die Grundlage für eine Abschlussveranstaltung der Diskussionsrunde, die Ende des ersten Quartales im nächsten Jahr in München stattfinden wird und bei der wir gemeinsam mit Ihnen, weiteren Experten und Multiplikatoren die Diskussion zum Thema fortführen möchten.

    Zu der Veranstaltung möchte ich Sie bereits jetzt herzlich einladen. Alle TeilnehmerInnen der Online-Diskussion erhalten Anfang nächsten Jahres eine persönliche Einladung per E-Mail.

    Nach der Abschlußveranstaltung wird außerdem, wie auch bereits in den vorangegangen Runden auf diskutiere.de, hier auf der Seite eine Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse veröffentlicht werden. Darin werden wir Sie auch darüber informieren, welche nächsten Schritte wir auf Basis Ihrer Anregungen umsetzen werden, um die digitale Integration von Menschen mit Behinderung voranzubringen. Als junges Unternehmen möchten auch wir erst Erfahrungen sammeln, bevor wir konkrete Maßnahmen ergreifen. Nur so können wir sicherstellen, dass diese Maßnahmen einen wirklichen Mehrwert für Menschen mit Behinderung bedeuten.

    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß beim diskutieren,

    Melanie Borsos, Corporate Responsibility & Reputation Manager Telefónica o2 Germany

    Datum: 17. Dezember 2009 – 09:54 Uhr -
    • Not quite like Beethoven schrieb:

      Sehr geehrte Frau Borsos,

      ich finde es gut, dass Sie sich hier geäußert haben, vielen Dank. Und ich freue mich, dass Ihr Ziel ist, anhand der Beiträge hier “Maßnahmen” (ich deute das einfach mal als “Produkte”) mit wirklichem Mehrwert anzubieten. Ich bin gespannt auf das Format und die Teilnehmer, die sie für die Abschlussveranstaltung wählen werden.

      Datum: 2. Januar 2010 – 18:44 Uhr -
  6. Anke Kannengießer schrieb:

    Hallo,

    ich finde, dass Seheingeschränkte bzw. Blinde Menschen so gut wie gar nicht berücksichtigt werden. Es müssten auch dort Handy`s angeboten werden, bei denen anstatt Buchstaben, die Brailleschrift eingefasst ist. …Evtl. dass das Handy bei einem Tastendruck auf einem Buchstaben, der Buchstabe auch mit Stimme wiedergegeben werden. Bei SMS sollte es eine Bestätigungstaste geben mit der dann das geschriebene noch einmal vorgelesen wird. Vielleicht ist es nicht für jeden geeignet, denn unterschätzen darf man die Menschen auch nicht, aber es gibt ja auch alte Menschen, die erst im Alter schlecht sehen können und die nicht ganz isoliert sind.

    Datum: 9. Dezember 2009 – 22:07 Uhr -
  7. Stefan Unterstraßer schrieb:

    Guten Tag,

    ich finde es sehr erfreulich, daß O2 sich mit dem Thema “Barrierefreiheit” auseinandersetzen will.

    Daher möchte ich auf einige Dinge eingehen, die mich als blinden Nutzer schon lange beschäftigen.

    1. Webauftritt

    Die Seite
    http://www.o2online.de
    ist für mich leider alles andere als barrierefrei.

    Das Communication Center ist immer noch kaum nutzbar.

    Bei einer Neuregistrierung ist eine Grafik abzutippen, was für viele blinde Nutzer, die aus welchen Gründen auch immer, bestimmte Hilfstechnologien nicht verwenden können, nicht möglich ist.

    Das es auch anders geht, sieht man bei
    http://www.simyo.de
    Hier ist eine Anmeldung/Bestellung problemlos möglich, egal, welcher Screenreader zum Einsatz kommt, auch sonst ist die Seite sehr gut nutzbar.

    2. Mobilportal

    Ich verwende hier ein Nokia N82 mit der aktuellsten Firmware und dem Screenreader Talks in der neuesten Version..

    Leider ist sowohl das O2-Active-Portal, als auch das Communication Center nicht oder nur eingeschränkt nutzbar.

    Während das O2-Active-Portal so halbwegs zu bedienen ist, ist eine Nutzung des CC absolut unmöglich.

    Auf Anfrage wurde mir mitgeteilt, mein Handy würde nicht von O2 angeboten/unterstützt.

    Im Gegensatz dazu ist das Mobilportal von Simyo
    m.simyo.de
    nahezu optimal zugänglich, unabhängig vom verwendeten Endgerät.

    Gleiches gilt für viele mobile Portale, auf die ich jeden Tag zugreife.
    (Telefonauskunft, Fahrplan, Infos aller Art, soziale Netzwerke…)

    3. Rufnummernmitnahme
    Seit mehreren Jahren besteht nun schon die Möglichkeit, seine Rufnummer von einem Anbieter zum anderen mitzunehmen.
    Alle anbieter, bis auf O2, bieten die Möglichkeit die Netzzugehörigkeit einer Nummer mittels einer Kurzwahl (Sprachdialogsystem) zu erfragen.
    Bei O2 erfolgt diese Abfrage ausschließlich per SMS.
    Sehbehinderte Kunden haben, falls sie kein Handy mit Sprachausgabe verwenden welches mit einigen hundert Euro zu Buche schlägt, keine Möglichkeit, sich im Vorfeld über evtl. anfallende Kosten zu Informieren.
    Gerade jetzt, wo die Gespräche in Fremdnetze in manchen Tarifen von 0,19€/Min. auf 0,29€/Min. erhöht wurden und somit verglichen mit einer Discounter-SIM das Dreifache kosten, wäre es erfreulich, wenn sich O2 auch in diesem Segment dem Markt anpassen würde.

    Ich versuche seit Jahren erfolglos auf dieses Problem aufmerksam zu machen, aber außer Aussagen wie “Es stehen keine Ressourcen zur Verfügung” bzw. “Wir bieten ja auch Inklusivpakete an” hat sich nichts ergeben.

    O2 hat schon vor 10 Jahren mit dem Tonindikator (Home/City-Ansage) bewiesen, daß Barrierefreiheit durchaus möglich ist.

    Mit Freundlichen Grüßen

    Stefan Unterstraßer

    Datum: 4. Dezember 2009 – 17:18 Uhr -
    • Sabine Schreier schrieb:

      Hallo Herr Unterstraßer,

      mit großem Interesse habe ich Ihren Diskussionsbeitrag zur Barrierefreiheit von Telekommunikation und Websiten gelesen.

      Ich bin bei Lebenshilfe Nürnberger Land (www.lebenshilfe-nbg-land.de) für die Öffentlichkeitsarbeit, zu der u. a. auch der Online-Auftritt zählt, zuständig.

      Wir möchten unsere Website möglichst allen Menschen gleichermaßen zugänglich machen; Menschen mit Behinderung/en, ohne Handicap, jungen Menschen, alten Menschen, Fachleuten, Eltern und vor allem unseren Betreuten. Die eierlegende Wollmilchsau wird wohl schwer zu realisieren sein. Doch stets wollen wir die Site nach unseren Möglichkeiten für alle Surfer gleichermaßen optimieren. Dazu ist möglichst viel Feedback von vielen Leuten notwendig. Im kommenden Jahr möchten wir z. B. auch Film- sowie Audiodateien einbinden; Informationen erweitern, Texte in einfacher Sprache für Menschen mit geistigem Handicap … usw.

      Mich würde hierzu gerne Ihre Meinung interessieren.
      Herzliche Grüße
      sabineschreier@gmx.de

      Datum: 26. Dezember 2009 – 15:27 Uhr -
  8. Joachim Hellriegel (Pfennigparade München) schrieb:

    “Man sollte sich eben einfach an kompetente Experten wenden” - Nina Waskowsky hat unbedingt recht!
    Damit ein Internetauftritt barrierefrei (oder zumindest barrierearm) wird, sind eine Reihe klar definierter Regeln zu beachten, die in internationalen (WCAG 1.0 und seit kurzem 2.0) und nationalen (BITV) Standards festgelegt sind, und für die Prüfverfahren existieren.
    Die Einhaltung dieser Regeln kostet kaum extra, ein barrierefreier Internetauftritt hat aber sogar klare wirtschaftliche Vorteile. Ein Test auf Barrierefreiheit durch zertifzierte Prüfer ist ebenfalls sehr preiswert zu bekommen…
    Übrigens verfügen diese Tester (ob blind oder nicht) auch über die technischen Werkzeuge, auch die Lesbarkeit durch Screenreader sehr gut zu beurteilen.

    Ein wirtschaftlicher Vorteil ganz nebenbei: Auch Suchmaschinen sind “blind”, d.h. was für Blinde gut strukturiert und gut lesbar ist, ist auch für Suchmaschinen gut lesbar…

    Datum: 4. Dezember 2009 – 16:59 Uhr -
  9. Nina Waskowski schrieb:

    Was hilft es aber nun, zu wissen, welcher Screenreader unterstützt wird, wenn der meist bezahlteste und auch genutzte Zoomtext ist? Über dessen Funktionen lässt sich nebenbei bemerkt auch zweifelsfrei streiten. Jedenfalls hat Zoomtext mit der o2-Seite ganz offensichtlich arg Probleme und was die Farbgestaltung angeht hätte auch jede andere Vergrößerungssoftware Schwierigkeiten, da die Kontraste - ob so oder invertiert - nicht sehr kontrastreich sind.
    Wenn die Betriebssysteme den Hilfsmittelprogrammierern mal den ein oder anderen Quellcode freigeben würden (siehe Linux), würde das schon einige Probleme lösen. Was aber die normale Webgestaltung angeht kann ich nur wieder darauf verweisen:
    Man sollte sich eben einfach an kompetente Experten wenden, die durch den eigenen Gebrauch solcher Hilfsmittel und durch angeeignetete Fachkompetenz in der Lage sind, vernünftig zu beraten. Wie beispielsweise ein nicht Braillelesender die Funktionsfähigkeit in Bezug auf die Braillezeile begutachten will, ist mir noch immer ein Rätsel. Ich habe noch keinen getroffen, der das so gut macht wie die blinden Kollegen mit derselben Ausbildung. Die Übersetzung in die leichte Sprache ist meiner Meinung nach ohne die kompetente Hilfe der Menschen mit Lernschwierigkeiten garnicht möglich.

    Datum: 4. Dezember 2009 – 11:32 Uhr -
    • Matthias Grombach schrieb:

      In diesem Punkt kann ich Frau Waskowski nur zustimmen! Um zu prüfen ob eine Waschmaschine korrekt funktioniert, würde man diese Aufgabe keinem Fernsehtechniker anvertrauen.

      Datum: 16. Dezember 2009 – 15:24 Uhr -
  10. Lulu-Ann schrieb:

    Hallo,

    wenn O2 gerne besseren Service für Behinderte anbieten möchte, wie wäre es dann mit einer Suchmöglichkeit nach
    *” Screenreader integriert”,
    * “Betriebssystem” (Damit man weiß, welcher Screenreader installiert werden kann [z.B. Symbian]),
    * “Hörgerätegerecht”,
    * “große Tasten”,
    * “Tastatur anschließbar”,
    * “Braille-Modul anschließbar”,
    * “Sprachsteuerung möglich”
    usw. ?!

    Wenn die Hersteller der Hardware endlich merken, daß das ein Kaufkriterium darstellt, würden sie vielleicht mal in diese Richtung weiter entwickeln.

    Ich beschäftige mich selbst mit der barrierefreien (blindengerechten) Bereitstellung von Karten, unter anderem auf GPS-Handys.

    Schöne Grüße
    Lulu-Ann

    Datum: 4. Dezember 2009 – 10:34 Uhr -
  11. Denise 10. Realschule SHS schrieb:

    Ich finde das die Telekomunikation für behinderte Menschen sehr wichtig ist und eher eine Brücke als einen Graben darstellt. Meiner Meinung nach ist es gut das O2 eine Diskusion zu diesem Thema gestartet hat und somit mit gutem Beispiel voran geht. Da Telekomunikation für Behinderte sehr wichtig ist, sollte sie gefördert werden. Leider gibt es bisher nur wenige Anbieter die speziele Handytarife für Behinderte Menschen wie z.B. Schwerhörige anbieten.
    Sonderanfertigungen für speziele Handymodele sind für viele auch noch zu teuer. Das sind sicher Sachen an denen noch gearbeitet werden muss.

    Datum: 30. November 2009 – 15:57 Uhr -
  12. Marc 101R SRH schrieb:

    Ich finde Telekommunikation sollte heutzutage besonders für behinderte Menschen besser zugänglich gemacht werden, weil ich finde, dass eine Behinderung kein Hindernis sein darf.
    Was leider heutzutage besonders für Hörgeschädigte Menschen noch so ist (Telefonieren).

    Auch Hörgeschädigte haben Freunde und sollten meiner Meinung nach auch das Telefon als Kommunikationsmittel benutzen können. Oder sogar einen Beruf, in dem man viel Telefonieren muss, ausüben können.

    Wieso sollte man kein Sekretär werden nur weil man schlechter hört??
    Wenn es sogar die Möglichkeit gibt, siehe Amerika, eine Live Übersetzung von einem Telefongespräch auf einen Computer darzustellen wodurch es für einen Hörgeschädigten ermöglicht wird zu Telefonieren. (https://www.sprintcaptel.com/).

    Ich finde, wenn die USA es schaffen so einen Service einzurichten wieso geht dies nicht in Deutschland oder besser gefragt wieso gibt es so was noch nicht??

    Datum: 30. November 2009 – 15:55 Uhr -
  13. dilek 10.1R SRH schrieb:

    Also als Betroffene kann ich nur eins zu dieser Diskusion sagen, die Technologie hat sich in zwischen so sehr entwickelt, dass Menschen mit Behinderung die Möglichkeit haben mit anderen Menschen in ihrer Umgebung besser zu komunizieren durch Chat, Telefon etc..

    Ich persönlich kann mit Freunden über den Chatroom immer in Kontakt bleiben und kann dadurch auch mit ihnen ein Treffen vereinbaren.
    Doch neben der Komunikation haben Menschen, die im Rollstuhl sitzen nach dem Schulabschluss, die Möglichkeit ihr Büro zu Hause zu haben.

    Meiner Meinung nach haben Menschen, die eine Behinderung haben, mehr von ihrem Leben, wenn sie in der Gesellschaft integriert sind und beweisen können, dass sie genau so gut arbeiten können.

    Datum: 30. November 2009 – 15:54 Uhr -
  14. Holger Stephen-Hawking-Schule schrieb:

    Menschen mit Behinderung benötigen oft sehr individuell angepasste Lösungen von technischen und elektronischen Hilfsmitteln. Leider ist die Industrie meist auf Massenproduktion aus, die große Gewinne verspricht. Daher ist die Entwicklung von Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderungen wenig lukrativ - rein wirtschaftlich gedacht. Vom menschlichen Aspekt jedoch unschätzbar, wenn Unternehmen gehandicappte Randgruppen unserer Gesellschaft bewusst in den Blick nehmen und Produkte gezielt für diese Menschen entwickeln. Gewinne aus Massenware sollten zu einem bestimmten Teil genutzt werden, soziales Engagement zu fördern und benachteiligten Menschen technische Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, um ihnen ein selbstbestimmteres Leben wie auch die bessere Integration in unsere Gesellschaft zu ermöglichen. Ein Armutszeugnis ist es doch, wenn Gesetze nötig sind, um den Unternehmen “soziale Auflagen” zu erteilen. Es kommt gut, wenn große Unternehmen ihr technisches Wissen und Potential (auch) zur Verfügung stellen, um gesellschaftlich benachteiligte Randgruppen zu unterstützen - dies nicht nur in der Adventszeit!

    Datum: 30. November 2009 – 15:52 Uhr -
  15. Benjamin 10 Realschule SHS schrieb:

    Die Telekommunikation ist heutzutage sehr wichtig für Behinderte und sollte gefördert werden.
    Allerdings sind solche Handymodelle zurzeit leider noch zu teuer, sowie keine passenden Tarife von vielen Anbietern bereitgestellt werden. Ich finde es toll dass O2 an der Diskusion teilnimmt, fände es allerdings besser, wenn O2 mehr Präsenz zeigen würde, zum Beispiel durch einen Mitarbeiter, der aktiv an der Diskussion teilnimmt. Falls O2 nun als gutes Beispiel vorangehen sollte, und sowohl billige Handys für Gehörlose als auch passende Tarife anbieten würde, wüssten das sehr viele Betroffene zu schätzen.

    Datum: 30. November 2009 – 15:33 Uhr -
  16. Max F. schrieb:

    Ich finde es schon gut, dass O2 so eine Diskussion startet. Ich denke aber O2 soll dann das, was hier genannt wird, auch umsetzen und VORBILD für andere Handynetzbetreiber sein!!!

    Denn es ist wichtig aufgrund der oben angeführten Gründe, dass jeder sich ein HANDY oder ähnliches leisten kann, um, auch in Notfallsituationen, Hilfe zu rufen oder sich einfach mal mit anderen austauschen kann.

    MFG,

    Max F.

    10. Klasse Realschule an der Stephen-Hawking-Schule

    P.S.: Habe selbst eine Behinderung

    Datum: 30. November 2009 – 15:27 Uhr -
  17. Nina Waskowski schrieb:

    Sehr geehrtes O2-Team,
    Sehr geehrte Diskussionsteilnehmer,

    Internet und aktuelle Telekommunikationstechnologien sind heutzutage auch im Informationsbeschaffungsprozess behinderter Menschen zu unverzichtbaren Medien geworden.
    Schade ist es nur, dass sich behinderte - also betroffene Menschen mit teilweise hohen Qualifikationen wie beispielsweise Informationsspezialisten, Sozialarbeiter u.ä. lange schon die Entwicklung von barrierfreien Web- und Kommunikationssystemen zur Aufgabe gemacht und derweil inzwischen sehr gute Konzepte und Ideen entwickelt haben, sie jedoch noch immer nicht ausreichend Gehör finden. (So wie es eben leider auch in vielen anderen Bereichen noch immer der Fall ist.)
    Die Technik macht heutzutage sehr viel möglich, wenn man sie entsprechend zu kombinieren und anzuwenden weiß. Hin und wieder reicht hier schon der Blick in die entsprechenden Richtlinien, über die die o.g. “Experten in eigener Sache” gerne und sehr fachkompetent Auskunft geben.
    Wenn das O2-Team mit diesen Spezialisten in Kontakt und Austausch treten würde, würde es damit nicht nur eine Vorreiterrolle auf dem Markt einnehmen, sondern in kürzester Zeit wahrscheinlich auch selbst zu einer relativ barrierefreien Website kommen. Vielleicht sollte O2 also zunächst bei sich selbst anfangen und dann eine Vorbildfunktion für alle anderen Anbieter und anderweitige Unternehmen übernehmen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Nina Waskowski
    (hochgradig sehgeschädigt oder langjähige - bzgl. der Barrierfreiheit unzufriedene O2-Kundin )

    Datum: 30. November 2009 – 10:19 Uhr -
  18. Not quite like Beethoven schrieb:

    Was Schwerhörige und Gehörlose angeht, wurde schon einiges gesagt (SMS- und Datentarife etc). Dass alle Arten von Sprachdiensten für diese Gruppen ein Problem sind, ist ja klar. Besonders möchte ich noch auf die Kommunikation mit der Kundenbetreuung und dem Support hinweisen, die derzeit anders als per Telefon EXTREM mühsam bis unmöglich ist.

    Ich möchte auch gerne die Gelegenheit nutzen, auf einen wirklich vorbildlichen Dienst in den USA hinzuweisen, der gewissermaßen Echtzeit-Untertitel für Telefongespräche bietet. Ohne dass zusätzliches Gerät angeschafft werden muss, entweder auf einem Computer oder einem 3G Mobilgerät, und ohne dass für die Nutzer Gebühren anfallen. Hier habe ich beschrieben wie das funktioniert und finanziert wird:
    http://notquitelikebeethoven.wordpress.com/2009/06/24/wahnsinn-telefonieren-mit-live-untertiteln/

    Ich sehe natürlich, dass sich das Modell, besonders die Finanzierung, nicht 1:1 übertragen lassen wird. Und selbstverständlich ist hier auch die Politik relevanter Adressat. (In den USA wurden die Telekommunikationsdienstleister per Gesetz gezwungen.)
    Wenn aber ein multinationaler Telekommunikationsdienstleister hier einen Vorstoß wagen und z.B. ein machbares Konzept erarbeiten lassen würde wären ihm nicht nur die Symphatien der Betroffenen sicher, sondern man könnte im Zusammenspiel mit diesen vielleicht auch Druck erzeugen, entsprechende politische Rahmenbedingungen (etwa zur Finanzierung) und Rechtssicherheit für solche Initiativen zu schaffen. Denn dann wäre die Politik am Zug.

    Außerdem bin ich sehr daran interessiert zu erfahren, wie diese “Diskussion” hier, seitens O2 beobachtet wird und was danach damit geschieht. Unter “Diskussion” stelle ich mir eigentlich mehr vor als dass was hier bislang geschieht. Ich hoffe sehr, dass dies nicht zu einer Imagemaßnahme verkommt. Bisher sehe ich nämlich keinen Unterschied zu einer, übrigens sehr kostengünstigen Meinungsforschung, denn sie spart die eigene Recherche. Alles was hier bisher steht, kann man auch in den einschlägigen, öffentlich einsehbaren Betroffenenforen nachlesen. Ich hätte mir mindestens die Präsenz eines Unternehmensvertreters gewünscht, der auf die Beiträge reagiert, vielleicht nachfragt und steuert oder sie zumindest entgegennimmt. So erhielte auch der “Antworten”-Button unter den Beiträgen einen Sinn.

    Datum: 24. November 2009 – 20:11 Uhr -
    • Albert schrieb:

      Da möchte ich meinem Vorredner oder meiner Vorrednerin Recht geben.

      Es wäre schade, wenn diese Seite nur dazu dient, dass O2 hier billig Recherche betreibt, statt sich aktiv in die Diskussion mit einzubringen und zu zeigen, dass ihnen auch an dem Thema liegt.
      Abgesehen davon, welche technischen und service-relevanten Dienstleistungen für bestimmte Menschen mit Behinderung einfach im Standardrepertoire eines Anbieters sein sollten, fehlt es mir hier auch noch etwas an der grundsätzlichen Diskussion wie wir mit Menschen mit Behinderung umgehen. Bringen wir unserem Gegenüber tatsächlich Wertschätzung entgegen (z.B. indem Telekommunikationsanbieter spezielle Dienste anbieten) oder sehen wir den Umgang mit Behinderten nur als Plage an? Mit welchen Selbstverständnis treten wir auf?
      Ich selbst habe keine Behinderung, ärgere mich aber jeden Tag darüber wie Mitmenschen sich über Menschen mit Behinderung äußern. Dabei sieht man nicht jedem Menschen an, dass sie/er eine Behinderung hat. Es muss doch darum gehen, dass wir alle Menschen wertschätzen und Ihnen die Möglichkeit geben voll am allgemeinen Leben teilzuhaben.
      Hier gehört es dann eben dazu, dass entsprechende Services angeboten werden, die hier in dem Forum schon angesprochen wurden, dass man Menschen mit Behinderung nicht zu Bittstellern macht, sondern ein Angebot kreiert, dass den Anforderungen entspricht, dass diese Services nicht extra viel Geld kosten, sondern vielleicht sogar günstiger sind, dass auch (Zusatz-)Geräte -z.B. für Menschen mit motorischen Störungen- günstig zu haben sind und nicht nur über spezielle Anbieter teuer zu beziehen sind.
      Der Business Case von Diversity Management wird immer gefordert. Aber genau hier wäre er zu finden: Dass man Behinderten und anderen unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen entgegenkommt, besser noch pro-aktiv auf sie zugeht.
      Denn einen zufriedenen Kunden zu halten ist viel einfacher als einen neuen Kunden zu gewinnen. Und das schlechteste ist doch, wenn ein Nicht- oder Ex-Kunde schlecht über einen Anbieter spricht.

      Datum: 25. November 2009 – 11:25 Uhr -
    • Per Busch schrieb:

      Der Beitrag von “Not quite like Beethoven” hat mir sehr gut gefallen. Zusammen mit den anderen Kommentaren verstehe ich die Bedürfnisse hörbehinderter Mobiltelefon-Nutzer nun wesentlich besser.

      Es ist schön, dass diese “Diskussionsinitiative” bei Telefónica O2 Deutschland im Bereich Unternehmensverantwortung bzw. Corporate Responsibility angesiedelt wurde. Leider kann ich aber auch die Bedenken von “Not quite like Beethoven” nachvollziehen.

      Ich selbst versuche seit knapp 3 Jahren, Firmen und verschiedenste Multiplikatoren von der Bedeutung barrierefrei bedienbarer und bezahlbarer Mobilgeräte zu überzeugen. Nachdem ich längere Zeit relativ erfolglos versucht hatte, Journalisten auf dieses Thema aufmerksam zu machen, blieb mir nichts anderes übrig, als selber eine Art von Journalist zu werden.

      Aufgrund meiner eigenen Blindheit habe ich mich anfangs nur auf Lösungen für meine Personengruppe konzentriert, aber heutzutage interessiere ich mich zunehmend auch für alle anderen Aspekte von “Mobile Accessibility”. Seit Juni 2009 nutze ich unter anderem Twitter, um Informationen zu finden und zu verbreiten. Aus den Twitter-Mitteilungen ist inzwischen eine Art von Blog bzw. kommentierter Linkliste entstanden:
      http://blind.wikia.com/wiki/User:Per_B./Mobile_Accessibility

      Barrierefreiheit bzw. Accessibility (Zugänglichkeit) braucht verantwortungsbewusste Unternehmen. Weltweit gibt es ca. 650 Millionen Menschen mit Behinderungen. Viele davon könnten mit entsprechenden Aktivitäten als Kunden gewonnen oder als bestehende Kunden besser an Unternehmen gebunden werden. Daraus ergeben sich übrigens auch interessante PR-Möglichkeiten. Apple, Google und RIM haben das glücklicherweise bereits verstanden.

      Datum: 26. November 2009 – 13:11 Uhr -
  19. Florian schrieb:

    Ich selber bin auch schwerbehindert zu 100% und für mich ist es sehr wichtig! Nur finde ich bevor O2 so eine frage startet sollten sie sich mal ein bespiel an Vodafone nehmen dort gibt es für die Handy Tariefe ein Schwerbehinderten Rabat was mir von O2 abgelehnt wurde. Dort gibt es dies nur für Schüler und Studenten was ich eben nicht bin!

    MFG Florian

    Datum: 16. November 2009 – 20:13 Uhr -
  20. Thomas Osburg schrieb:

    Neue Medien - auch über die Telekommunikation hinausgehend - öffnen neue Möglichkeiten für prinzipiell alle Menschen, mit oder ohne Behinderung. Damit stellen Sie eine Brücke, keinen Graben dar. Die Liste der Projekte und Initiativen, die die Integration aller gesellschaftlichen Gruppen forcieren (Stichwort: Barrierefreiheit) ist inzwischen lang. Aber nicht die Technologie als solches macht den Unterschied, sondern intelligente Lösungen, Anwendungen oder Apllikationen, die diese Technologienm nutzen.

    So engagiert sich Intel in Italien sehr stark in einem Dyslexia Projekt in Ligurien, in dem Software integriert in bestehenede Programme von Kindern mit Lernschwierigkeiten genutzt werden kann. Dabei wird der Aspekt der Kollaboration zwischen den Schulen groß geschrieben. Empowerment und Autnomie stehen im Vodergrund des Nutzen für die Schüler.

    Im Gesundheitsbereich offeriert die Telekommunikation moderne Formen der Krankenpflege, vor allem ambulant durch neue Formen der Telemedizin. Auch hier steht die Autonomie und teilweise Würde des Patienten im Vordergrund.

    Datum: 16. November 2009 – 16:14 Uhr -
  21. Lilian Mager schrieb:

    Moderne Kommunikationsmittel können eine enorme Hilfe für Behinderte sein. Ein großartiges Beispiel dafür, habe ich in Franz- Josef Hanke kennengelernt, der trotz Erblindung das erste Onlinejournal Marburgs ins Leben gerufen hat.

    Ende der 90er Jahre war er mit seinen marburgnews praktisch Internet-Pionier der Region, die er bis heute mit Veranstaltungstipps und Rezensionen versorgt. Dabei wird er von freien Mitarbeitern und Praktikanten unterstützt. Ein wichtiger Faktor sind aber die technischen Hilfen. Auf Blinde zugeschnittene Geräte ermöglichen ihm so die Teilnahme am World Wide Web. Ohne die Sprachausgabe zum Beispiel, wäre seine Art der Selbständigkeit nicht denkbar.

    Nicht nur für Menschen mit Behinderung erhöhen sich damit die Möglichkeiten für Kreativität und Selbstverwirklichung. Im Hinblick auf die zukünftige Bevölkerungsstruktur, wird die zunehmende Anzahl von Älteren, die weiterhin am gesellschaftlichen und medialen Leben teilnehmen möchten, ebenfalls und in immer höherem Maße, technische Hilfs- und Kommunikationsmittel nutzen.

    Datum: 16. November 2009 – 14:21 Uhr -
  22. Herbert Gaiser schrieb:

    Ich habe eine Geistig behinderte Tochter 25 Jahre alt,die nicht richtig sprechen kann.
    Mit einem preparierten Handy,(Rufnummerbeschränkung) kann Sie uns und wir Sie jederzeit ereichen. Die paar Euro die der O2 Flat kostet nehme ich dafür gerne in kauf. Ich finde es Toll das O2 dieses Thema endlich mal anspricht, sicher gibt es noch vieles besonders für Körperbehinderte und Geörlose zu verbessern. Aber ich glaube O2 ist auf dem richtigen Weg,auch die Preise für Telefonie und Internet können sich sehen lassen. Weiter so O2 Team.

    Datum: 14. November 2009 – 14:53 Uhr -
  23. Karl Matthias Schäfer schrieb:

    Ich bin blind und für mich spielen die neuen kommunikationstechnologien in allen Bereichen des täglichen Lebens eine große Rolle.
    Besonders die Möglichkeit, eine Sprachausgabensoftware auf ein Handy installieren zu können und damit unterwegs die Vorzüge des mobilen Internet zu nutzen, stellt für mich eine Revolution dar. Ich bin Berufspendler und kann unterwegs damit meine Zugverbindungen heraussuchen, Zeitung lesen, Emails checken und vieles mehr. Beim Handy sind nahezu alle Funktionen nutzbar.
    In der Zukunft wird das Thema Barrierefreiheit immer wichtiger werden, da aufgrund der demografischen Entwicklung die Menschen immer älter werden und es demzufolge immer mehr Menschen mit Behinderung geben wird. Kurz gesagt: Der Markt wird immer größer und Menschen mit Behinderung werden immer mehr zu einer wichtigen Kundengruppe.
    Kommt eine neue Technologie auf den Markt, dauert es immer eine Zeit, bis es einen Zugang für blinde und sehbehinderte Anwender gibt. Aber bisher wurden hier viele Herausforderungen gelöst. Sogar mit dem Iphone wurde zum erstenmal eine blindengerechte Software für die Bedienung eines touchscreens serienmäßig realisiert. D.h. man muß die Software nicht extra zusätzlich für teures Geld kaufen, Sie ist fester Bestandteil des Softwarepakets.
    Nun aber zu O2:
    Atraktiv am Angebot von O2 sind für mich in diesem Zusammenhang die Datentarife. Aber die eigenen Web-Angebote, z.B. das Kommunikationscenter und auch das mobile Portal sind von Barrierefreiheit für blinde Anwender weit entfernt. Hier sollte O2 einfach mal die bereits formulierten und bekannten Standards in den eigenen angeboten verwirklichen, dann wäre eine Menge gewonnen.
    Gerade einige Minuten bevor ich diesen Beitrag geschrieben habe, bin ich im Portal beim Einloggen mal wieder an einer für mich unauslesbaren Grafik gescheitert, die aus irgend welchen Gründen beim Einloggen plötzlich notwendig war.

    Für Fragen und Tests stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

    Karl Matthias Schäfer, Dieburg

    Datum: 13. November 2009 – 21:13 Uhr -
  24. Volkhard Simons schrieb:

    Viele “Behinderte” wollen möglichst nicht stets mit dem “Stigma Behindert” konfrontiert werden; so meine langen Erfahrungen. Wir, vermeintlich “Nicht-Behinderte” stehen spätestens beim nächsten Urlaub in einer anderen Sprachkultur stark behindert da.

    Etwas provokant beobachte ich, dass uns “Nicht-Behinderten” die “Behinderten” weit voraus sind: Z.B. berichtet meine Tochter, die die Gebärdensprache ein wenig kann, dass sie glücklich war, im Fernosturlaub ohne jegliche Sprachkenntnisse dort spontan mit Gehörlosen kommunizieren zu können, obwohl viele Gebärden “fremd” sind.

    Wir brauchen die Kommunikationsexperten: “Die Behinderten” für eine weltweite barrierefreie n e u e internationale Sprache. Sie haben mehr Erfahrung!

    An diesem Problem arbeite ich seit 1964! (1964 kein Druckfehler). Wie das? Das wäre hier zu viel, um die Story als kurzen Beitrag hier einzubringen.

    Aber: Wer in dieser Richtung denkt und mehr wissen will, der möge sich melden. Ich war -und bin es natürlich auch noch nachberuflich- Mediendidaktiker und Erfinder im Bereich Touchscreen-Techniken bis 1993.

    Ich suche Experten zur Zusammenarbeit eines Projektes, das sich nur in internationaler Zusammenarbeit entwickeln läßt.
    Volkhard Simons 12.11.09

    Datum: 12. November 2009 – 23:47 Uhr -
  25. Angelika schrieb:

    Ich selbst gehörlos bin. Eigentlich bin ich zufrieden bei o2, weil dort 100-120 SMS pro Monat frei für uns, super.

    Es wäre schön, wenn alle Handy-Geräte mit LED-Blink einbauen, damit Benachtrichtungen von Email oder SMS keinTonklingeln müssen. Bei Vibratieren muss ich immer in der Hosentasche stecken und ungemütlich werden.

    Datum: 11. November 2009 – 15:06 Uhr -
  26. Anne Thauer schrieb:

    Durch meine Schwerhörigkeit fällt mir das “normale” telefonieren immer schwerer.
    Es strengt an, den Gesprächspartner optimal zu verstehen.
    Das meiste meiner Kommunikation geht über Email oder SMS.
    SMS Flaterate wäre eine feine Sache, ist aber so einzeln nicht zu bekommen.
    Email oder SMS bedeutet für mich schnelle und zT direkte Kommunikation und ist für mich sehr wichtig.
    Grüße A.Thauer =o)

    Datum: 8. November 2009 – 22:05 Uhr -
  27. Marlen Lenzenwöger schrieb:

    Hallo!Ich bin taub angeboren. Ich war so glücklich, als ich eines Tages Handy kaufte und konnte SMS an meinen Eltern sowie Freunde senden. Das ist meine einzige “Telefonkommunikationsmittel”. Wenn mein Auto defekt ist und bin im Wald oder wenn ich Skiunfall habe oder wenn mein Haus eingebrochen ist oder ein Mensch hat Herzinfarkt, ist die Handy einzige Hilfe für mich. Heutzutage gibt es noch Internet/Chat/SMS (Handy) usw…die “Hörende” hören überall die Nachrichten, Gespräche, Radio, TV…alles….und kommen mit, was los ist. Und wir hören nicht und kommen gar nicht mit, was los ist. Deshalb haben wir großes Bedarf nach Nachrichten(z. b. Internet) zu lesen, zu chatten…alles was es zum Lesen gibt, um es zu erfahren, was los ist.
    Faire Preise für Internet, Chat, SMS…ohne “Telefonieren” wäre super…(kein Paket)….Ich hoffe, dass es eines Tages umgesetzt wird. Das wäre für uns barrierfrei und leichter. Außerdem wollen wir selbständig sein, da wir oft auf die Hilfe(Telefonat) angewiesen sind.
    Viele Grüße M. L.

    Datum: 2. November 2009 – 21:07 Uhr -
    • Fred schrieb:

      Ganz genau!
      Am besten wäre eine Flatrate für Daten die SMS und Email beinhaltet. Das Telefonieren kann dann meinetwegen auch komplett deaktiviert sein.

      Datum: 26. November 2009 – 13:56 Uhr -
  28. Daniela schrieb:

    Zugang zu den neuen Medien müssen behinderte Menschen erst einmal erhalten. Die zunehmende Umstellung auf Hotlines mit Mitarbeitern, die um die Bedürfnisse der Behinderten Menschen nichts wissen, erschweren dies.
    Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Mitarbeiter von O2, der sich gegenüber hörgeschädigten Menschen alles andere als positiv äußerte und keinerlei Verständnis dafür hatte, dass es eben nicht immer erstrebenswert ist einen Tarif mit Freiminuten und Surfen non-stop zu erhalten. Videotelefonie wurde als Datenschmarotzen hingestellt, das die Anbieter unterbinden wollen.
    Hier muss sich noch Einiges ändern bis man von Barrierefreiheit reden kann.

    Datum: 30. Oktober 2009 – 17:27 Uhr -
  29. B. Schönfelder schrieb:

    Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Ihr angebotener Service (o2 Online) alles andere als barrierefrei ist. Gehörlose Menschen können den von der Telekom angebotenen Relaisdienst nicht nutzen, weil ihr Rückrufservice die Telefonnummer nicht akzeptiert.
    Ich hatte bereits eine Mail mit meiner Anfrage geschickt. Daraufhin musste ich 4 Wochen warten bis ich überhaupt Antwort bekam, nur um daraufhin zu merken, dass auf meine Frage überhaupt nicht eingegangen wurde.
    Im Live-Chat können mir Ihre Mitarbeiter keine Vertragsverlängerung anbieten, weil hier die Zuständigkeiten anders geregelt sind.
    Auch die Zusatzpacks die man zu seinem jeweiligen Tarif kaufen kann sind nicht barrierefrei. Oder wie soll ich sonst verstehen, dass im Kleingedruckten die Benutzung von Videotelefonie ausgeschlossen wird?
    Wie gedenken Sie mit gehörlosen Kunden zukünftig umzugehen?

    Datum: 30. Oktober 2009 – 17:14 Uhr -
  30. Sandra Wiegand schrieb:

    Ich (gehörlos) finde die Idee zur vollständige barrierefreie Kommunikation super. Dann bin ich/ sind alle Hörgeschädigten wirklich barrierefrei. Wie im Gesetz SGB IX schon besagt worden ist, die aber kaum umgesetzt wird - mit billigen Argumenten. Ich begrüße die Ideen von vielen, unsere Kommunikationsbarrieren “freizumachen”, so dass wir vollständig integriert werden. Im Bereich Medien und Telekommunikation müssen noch viel gemacht werden, um die Träume vieler Hörgeschädigten zu verwirklichen. Wir sind jetzt im 21. Jahrhundert und jede Ausrede wirklich wertlos angesehen werden. Alles ist möglich und auch machbar! :-)

    Was ich suer finde, ist die mobile Kommunikationsbarrierefreiheit wie die Idee von verbavoice. Mit dieser Umsetzung könnten viele Hörgschädigten “überall” barrierefrei kommunizieren. Die Kommunikation ist in unserem Leben das A und O!

    Weiter so…grüßle
    Sandra

    Datum: 30. Oktober 2009 – 17:04 Uhr -
  31. Gebärdensprachdolmetscherin schrieb:

    In meiner Arbeit als Gebärdensprachdolmetscherin übersetzte ich für Gehörlose und Hörende in/aus Deutsche Gebärdensprache und Deutsche Lautsprache im persönlichen Gespräch, bei Versammlungen, Vorträgen und nicht selten auch am Telefon.

    Die Telekommunikation ist aus unserer modernen Gesellschaft kaum wegzudenken: Leute telefonieren mehrere Stunden am Tag und pflegen so Freundschaften und Beziehungen über Kilometer hinweg. Doch Gehörlose sind dabei nicht außen vor. Natürlich können und wollen auch sie nicht darauf verzichten, Absprachen oder Informationen schnell im persönlichen Dialog abzurufen. Daher mein Appell: “Lassen Sie sich auf diese neue Situation ein, denn es kann auch spannend sein!” Technischer Fortschritt kann Barrieren abbauen: Wenn wir bereit dazu sind!

    Datum: 30. Oktober 2009 – 10:42 Uhr -
  32. Sterling-Meyer, Annekatrin schrieb:

    Es wäre toll, dass es einen speziellen Tarif für die Gehörlose sowie auch die Hörgeschädigte gibt:

    ° keine Freiminuten
    ° SMS - Flatrate
    ° mehr Gebärdensprachvideo
    ° mehr Untertitel im Internet.

    Es wäre gleichberechtigt gegenüber zu den Hörenden,
    dass es die SMS - FLATRATE wäre. Keine bestimmte SMS - Paketen (S, L, M und XL)!!!!

    Und die bestimmte und konkrete Handys sollten sich sogar gut zu den Hörgeschädigten anpassen.
    So sollte die Handymodell die faire Preise haben sein.

    Danke!

    Datum: 29. Oktober 2009 – 23:05 Uhr -
    • Stainless schrieb:

      Ich bin der selben Meinung.

      Denn diese Handys ich nenn sie mal “Sondermodelle” sind sehr teuer!

      Datum: 26. November 2009 – 10:50 Uhr -
    • Albert schrieb:

      nur so eine Idee, aber könnte man für Gehörlose statt nur eines Live-Chats vielleicht auch eine Service Hotline in Form einer Videotelefonie anbieten. Dann könnten Mitarbeiter von Unternehmen mit gehöhrlosen Kunden in Gebärdensprache sprechen.
      Oder wäre das wegen der verschiedenen Dialekte zu aufwendig? Aber es wäre doch eine sehr individuelle Art miteinander zu kommunizieren.

      Datum: 26. November 2009 – 16:27 Uhr -
      • Sterling-Meyer, Annekatrin schrieb:

        Videotelefonie? Es muss auch nicht sein. Ich selbst benutzte sie sehr kaum. Und so sollte sich jedenfalls barrierfrei für die Hörgeschädigte, dass sie nur zugänglich zu SMS- und Internetflate sind. Mehr nicht!

        Da könnte sich jedoch nur Telefonieren und SMS - & Internet - Pakets ausschalten,
        sondern nur ein spezieller Tarif für die Hörgeschädigte.

        Die Unkosten sind wirklich hoch für die Gehörlose, z.b. es ist momentan aktuell bei 0², dass man als die Gehörlose beispielhaft die SMS - und Internetflatrate haben möchte. Da wäre locker ca. 60€ - Preis.

        So geht es nicht. Da sollte nur der 30€ - Preis für die Gehörlose anbieten: SMS - & Internetflatrate.

        Ich finde die technische Kommunikation sehr teuer für die Gehörlose, obwohl sie wirklich hohen Bedarf hat.

        Datum: 3. Januar 2010 – 15:29 Uhr -
  33. Michael Meyer schrieb:

    Tarif für Gehörlose / Hörgeschädigte
    Wir brauchen keine Freiminuten, dafür email oder sms.
    Notruf 112 / 110 für Hörgeschädigte per sms?…

    Datum: 29. Oktober 2009 – 15:20 Uhr -
  34. spectrum11 schrieb:

    Mehr Gebärdensprachvideo und Untertitel im Internet!!!!!!!!!

    Datum: 28. Oktober 2009 – 17:51 Uhr -
  35. Iris König schrieb:

    Auch für Schwerhörige sind Handys absolut nicht barrierefrei. So soll es angeblich von Nokia ein Handy mit Induktion geben, konnte bislang nur in Österreich ausfindig gemacht werden, so mein letzter Stand. Hinzu kommt, dass Schwerhörige auf gewisse Lautheit angewiesen sind. Wenn der Hersteller hier: “sehr laut” angibt, basiert dies auf Empfinungen von guthörenden Menschen. Handys müssten vorher getestet werden dürfen. Handys sollten, analog wie einige Telefone, auch eine Tonhöhenverschiebung haben, da jemand mit einer Hochtonschwerhörigkeit ein anderes Bedürfnis hat als jemand mit einer Tieftonschwerhörigkeit. Zudem knattert so manches Handy immer noch beim telefonieren.

    Datum: 28. Oktober 2009 – 16:45 Uhr -
  36. Cornelia von Pappenheim schrieb:

    Ich (gehörlos) kann mich dem letzten Kommentar nur anschließen. Besonders hörgeschädigte Internetuser werden noch viel zuwenig von Websitebetreibern beachtet bzw. geachtet. Aufgrund eines unzureichenden Bildungsangebotes in der Vergangenheit haben viele User nur eine unzureichende Schriftsprachkompetenz und das Argument “Gehörlose können doch alles lesen, für die ist das Internet schon barrierefrei genug” trifft leider nicht immer zu. Das Angebot von Gebärdensprachvideos ist minimal und Filme bzw. Videostreams (z.B. in Mediatheken von Fernsehsendern!) sind nicht mit Untertiteln versehen. Bis das Bewusstsein für echte Barrierefreiheit nicht in den Köpfen der Verantwortlichen angekommen ist und diese auch bereit sind, sich finanziell dafür einzusetzen, wird sich wenig ändern. Beispiele für Gebärdensprachvideos (mit UT und Ton) siehe Homepage.

    Datum: 28. Oktober 2009 – 13:34 Uhr -
  37. Klaus Mayer schrieb:

    Ich bin Jurist und selbst sehbehindert - ich habe eine Sehkraft von zurzeit 4 %. Auf dem Computer nutze ich eine Vergrößerungssoftware. Zusätzlich kann ich in meinem Beruf für bestimmte Tätigkeiten auf Arbeitsassistenz zurückgreifen.

    Office Software und eMail nutze ich (auch beruflich bedingt) genauso häufig wie nicht sehbehinderte. Dabei ist die Vergrößerungssoftware sehr hilfreich. Gerade lange Texte lasse ich mir aber auch von meinen Assistenten vorlesen.

    Ein großes Problem stellt für mich jedoch das Internet dar. Im Vergleich mit anderen nutze ich das Internet sehr selten. Die Vergrößerungssoftware hilft wenig, wenn sich bspw. an einer anderen Stelle des Bildschirms, außerhalb des vergrößerten Bereichs, ein Fenster öffnet, das ich gar nicht wahrnehmen kann.

    Ich sehe hier v.a. die Unternehmen in der Pflicht. Bspw. die Anbieter von Seiten, die diese barrierefrei gestalten sollten. Hier greifen durchaus auch Marktmechanismen, so gibt es heute deutlich mehr Bücher in Großdruck als noch vor ein paar Jahren - ich denke die demographische Entwicklung und die Kaufkraft der älteren und oft eben auch in der Sehfähigkeit eingeschränkten Menschen spielt hier eine große Rolle.

    Telefonieren ist für mich kein Problem, wohl aber die Bedienung des Handys, insbesondere auch die Nutzung von SMS. Es ist so gut wie kein Handy auf dem Markt zu finden, das ein ausreichend großes Display hat und gleichzeitig auch auf eine entsprechende Schriftgröße einstellbar ist. Hier sollten die Mobilfunkunternehmen dafür sorgen, dass es entsprechende Angebote gibt.

    Datum: 27. Oktober 2009 – 10:16 Uhr -
  38. Sportsfreund schrieb:

    Ich habe bis vor einem Jahr an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung gearbeitet. In meiner Arbeit habe ich eine Computer-AG geleitet, die sich natürlich auch mit dem world wide web auseinandergesetzt hat. Viele meiner Schüler hatten das Problem, dass sie zu vielen visuellen Reizen ausgesetzt waren. Auf den meisten Seiten sind in der Regel die relevanten Informationen nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Die Seiten sind voll von Werbung, Bannern etc.
    Viele der Schüler bedurften großer Hilfestellung, relevante von unrelevanten Themen zu unterscheiden. Weiter bestand immer die Gefahr, dass sie sich, ohne dass sie dieses beabsichtigt hätten, Programme installieren, da sie nur auf den OK -Button drücken müssen.
    Aber auch für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen bietet das www einfach noch zu wenig. Sie können nur auf spezielle, ausgewählte Seiten gehen. Seiten, die für uns zum Alltag gehören, wie zum Beispiel kicker.de oder ähnliches, ist für diesen Personenkreis leider noch nicht zugänglich. Wenn die Politik die Bedingungen der UN-Charta erfüllen will, muss noch einiges passieren im Bereich der Technik. Es muss eine Menge getan werden, dass wir Menschen mit Behinderungen nicht von dem Medium Internet ausschließen.

    Datum: 26. Oktober 2009 – 18:38 Uhr -
  39. Anian Haager schrieb:

    Wissensquelle Internet – auch barrierefrei?

    Das Internet hält eine Unmenge an Informationen bereit. In Beruf, Schule, Studium oder bei alltäglichen Aufgaben ist die Recherche im World Wide Web nicht mehr wegzudenken. Die Verlagerung des Informationszugangs auf den Computer und das Mobiltelefon bringt jedoch auch einen Nachteil mit sich. Menschen mit Behinderung könnten vor neue Hürden gestellt werden. Doch auch in dieser Richtung zeigen sich positive Entwicklungen. So gewinnt die Barrierefreiheit im Netz stets an Beachtung.

    Verschiedene Systeme sollen den Zugang zu den spezifischen Inhalten sicherstellen und damit zur Überwindung etwaiger Hürden beitragen. Exemplarisch dafür steht etwa ein Reader-Tool, das Textinhalte für sehbeeinträchtigte Menschen als Audiodatei wiedergibt. Für gebärdensprachkompetente Hörgeschädigte werden zum Teil Videoformate bereit gestellt, indem die Inhalte in Gebärdensprache abgespielt werden können.
    Behinderten Menschen dadurch den Zugang zum Internet zu erleichtern ist sicherlich der erste Schritt in die richtige Richtung. Doch ist dies noch lange nicht das Ende der bestehenden Möglichkeiten. Darauf aufbauend kann die zunehmende Mobilisierung des Internets durch Surfsticks, Netbooks und Smartphones entscheidende Vorteile mit sich bringen. Man ist heutzutage nicht mehr nur auf den Telefonkanal angewiesen, denn die Kommunikation über E-Mail und andere Community-Portale, erhöht die Unabhängigkeit in der Interaktion, nicht nur für behinderte Menschen.

    Die Chancen moderner Kommunikationstechnologien für die Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft können also den aufkommenden Hürden überlegen sein. Entscheidend dafür ist meines Erachtens die Neu- und Weiterentwicklung von Systemen zur Erhöhung der Barrierefreiheit im Internet.

    Datum: 26. Oktober 2009 – 17:18 Uhr -