Medienkompetenz: gemeinsame Verantwortung von Eltern, Schulen und Unternehmen

Die Nutzung neuester Technologien bereits im Kindesalter und frühen Jugendalter ist inzwischen eine Tatsache und aus dem Lebensalltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb ist es besonders wichtig, Kindern möglichst früh die nötige Medienkompetenz zu vermitteln, um ihnen einen sicheren und selbstständigen Umgang mit den Medien nahe zu bringen. Die Eltern, der Staat - dort insbesondere die Schulen - und die Unternehmen tragen gemeinsam die Verantwortung, diese Erziehungsaufgabe zu erfüllen.

Medienkompetenz

Verbote und Sperren bringen nichts. Wichtiger ist es, frühzeitig die Kompetenz der Kinder zur Nutzung von modernen Medien zu fördern. Stimmt diese Aussage?

Dieser Aussage kann nur bedingt zugestimmt werden. Richtig ist, dass die Förderung von Medienkompetenz sicherlich den effektivsten und besten Weg bedeutet, Jugendmedienschutz zu stärken und etwa den Konsum von jugendgefährdenden Inhalten einzudämmen. Kindern und Jugendlichen muss ein konstruktiver Umgang, auch mit problematischen Medieninhalten vermittelt werden, um bei diesen ein Bewusstsein für Gefährdungspotenziale und eine vernünftige Bewertung derselben zu erreichen. Eine hundertprozentige Kontrolle ist nicht möglich. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche lernen, selbstständig und verantwortungsbewusst mit Medien und Medieninhalten umzugehen. Da wir dies für besonders wichtig halten, engagiert sich die FSM seit geraumer Zeit intensiv im Bereich der Medienkompetenzvermittlung.

Verbote und Sperren können jedoch in verschiedenen Bereichen von Nutzen sein. Vor allem für kleine Kinder kann die Beschränkung von Inhalten und Diensten, etwa im Hinblick auf mögliche Gefahren wie Bullying und Grooming oder den Schutz vor extremen Inhalten, sinnvoll sein. Wichtig hierbei ist, das richtige Gleichgewicht zwischen Restriktionen und der Vermittlung von Medienkompetenz zu finden.

Verantwortung

Was können Eltern, staatliche Behörden und Unternehmen tun, um Kinder eine sinnvolle Nutzung von Handys zu ermöglichen. Wer trägt welche Verantwortung?

Sowohl Eltern, staatliche Behörden als auch Unternehmen tragen einen Teil der Verantwortung. Natürlich sind vor allem die Eltern gefragt, ihren Kindern die nötige Medienkompetenz zu vermitteln und ihnen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medieninhalten beizubringen. Jedoch müssen die Eltern hierbei unterstützt werden, etwa durch die Schulen. Insofern ist es Aufgabe des Staates, das Thema Medienkompetenz in Schulen weiter voranzutreiben und in den Unterricht zu integrieren. Aus Sicht der FSM besteht hier großer Handlungsbedarf: Für Technologien, die von Kindern und Jugendlichen für selbstverständlich erachtet werden und die auch in Zukunft sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit von diesen genutzt werden, ist im Schulunterricht oft kein Platz. Dies muss sich ändern.

Die Unternehmen geben den Kindern und Jugendlichen über ihre Angebote die Möglichkeit, neueste Technologien und Medieninhalte zu nutzen. Aus diesem Grund tragen sie die Verantwortung, Möglichkeiten des Kinder- und Jugendschutzes in ihr Angebot zu integrieren sowie entsprechende Aufklärungsarbeit zu betreiben.

Kinderhandys

Es gibt auf dem Markt spezielle Handys für Kinder im Grundschulalter. Bei eingeschränkter Funktionalität ermöglichen solche Kinderhandys zusätzlich die Ortung von Kindern. Sind solche Kinderhandys eine gute Sache oder eher mit Vorsicht zu genießen?

Die FSM hält das Angebot von speziellen Handys für Kinder bis zu einem gewissen Alter für sinnvoll. Gerade bei noch kleinen Kindern, etwa im Grundschulalter, die den sinnvollen Umgang mit Kommunikationstechnologien erst noch erlernen, ist es wichtig, diese vor möglichen Gefahren zu schützen. Spezielle Handys mit eingeschränkter Funktionalität können hierzu beitragen, denn kleine Kinder können oft die Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Auch die Ortungsfunktionalität ist eine sinnvolle Ergänzung, die den Eltern ein zusätzliches Plus an Sicherheit gibt. Wichtig ist dabei, dass die Eltern mit ihren Kindern über den Einsatz dieser Technik sprechen und offen damit umgehen. Die Verbesserung der technischen Schutzmöglichkeiten ersetzt jedoch nicht die Pflicht der Eltern, sich aktiv und intensiv mit ihren Kindern und den neuen Medien auseinander zu setzen.