Die Diskussion ist abgeschlossen

Sind Jugendliche ausreichend auf die “digitale Zukunft” vorbereitet?

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Nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens werden mehr und mehr von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien durchdrungen. Damit einher geht die Frage, ob Jugendliche auf die Nutzung digitaler Medien wie Mobilfunk und Internet gut vorbereitet sind und deren Chancen für sich nutzen können.

Medienkompetenz ist das Schlagwort. O2 möchte wissen, wie es um die Medienkompetenz von Jugendlichen in Deutschland bestellt ist.

  • Medienkunde: Werden Jugendliche in unserer Gesellschaft optimal auf eine sinnvolle Nutzung von digitalen Medien vorbereitet? Sind sie in der Lage, Risiken richtig einzuschätzen und Chancen zu nutzen? Soll Mediennutzung ein Schulfach werden oder sollte sie bereits im Kindergartenalter eingesetzt werden? Welche Chancen eröffnen sich dort im Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien zur Wissensvermittlung und Bildungsförderung? Und wie kann O2 als Telekommunikationsanbieter helfen?
  • Medienwirkung: Verändern digitale Medien das Sozialverhalten? Macht die Nutzung digitaler Medien dick und dumm? Welche Auswirkungen hat SMS-Schreiben auf das Sprach- und Ausdrucksvermögen? Wie können  medienunerfahrene und benachteiligte Jugendliche gezielt gefördert werden? Wie kann dabei O2 unterstützend tätig werden?

Expertenmeinungen aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft, weiterführendes Material und interessante Links finden Sie in der rechten Spalte.

» Weitere Informationen zur Abschlussveranstaltung in München

» Zusammenfassung der Ergebnisse der Abschlussveranstaltung (PDF; 65KB)

» Zusammenfassung der Ergebnisse der Online-Diskussion (PDF; 124KB)

» Wie hat O2 die Ergebnisse von Online-Diskussion und Abschlussveranstaltung in neue Maßnahmen umgesetzt?

Diskussion ist beendet – insgesamt 35 Beiträge:

  1. Conny Michaelis schrieb:

    Brandaktuelle Studie
    Ich stieß gerade auf einen Bericht über eine brandaktuelle Studie, die sich auch mit Euren Fragen zur Mediennutzung und Medienwirkung befasst. Dabei handelt es sich um den LBS- Kinderbarometer 2009. Dazu hatte das ProKids-Institut im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS) im vergangenen Winter Meinungen und Einstellungen von 10.000 Neun- bis Vierzehnjährigen erhoben. Weitere Details im Link.

    Hier einige zentrale Ergebnisse:

    1. Der Alltag der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wird immer stärker von der Mediennutzung bestimmt:
    - 95 bzw. 91 Prozent der Kinder haben Zugriff auf einen PC oder Fernseher.
    - Je älter die Kinder sind, desto häufiger besitzen sie eigene Geräte: Ab der 7. Klasse haben 44 Prozent der Kinder einen eigenen Fernseher und 45 Prozent einen eigenen Computer. 31 Prozent verfügen zudem über einen eigenen Internetzugang.

    2. Die neuen Medien übernehmen Ersatzfunktion: Fast jedes fünfte Kind sucht Trost beim Fernsehen oder Computerspiel. Vor allem Kinder, die sich in der Familie weniger wohlfühlen oder in der Schule nicht so gut zurechtkommen, nutzen häufiger Computer und Fernsehen.

    3. Je mehr Zeit Kinder vor dem Computer oder dem Fernseher verbringen, desto häufiger haben sie Probleme mit den Hausaufgaben.
    - Je mehr Zeit Kinder mit Computerspielen oder vor dem Fernseher verbringen, desto häufiger haben sie Probleme mit ihren Hausaufgaben.
    - Mehr als ein Fünftel kommt in der Schule nicht gut zurecht. Mit zunehmenden Alter werden es mehr. 14 Prozent der Kinder erleben häufig Überforderung, Kinder ausländischer Herkunft doppelt so häufig wie Kinder ohne Migrationshintergrund.


    4. Nur 16 Prozent der Kinder haben den Eindruck, am PC auch etwas Nützliches zu lernen.

    5. Speziell für ihre Altersgruppe produzierte Nachrichtensendungen finden 32 Prozent eher langweilig, aber ebenso viele meist interessant. Was Kinder im Fernsehen sehen, ist in den Familien meist kein Thema. Fast 60 Prozent reden mit ihren Eltern nur selten oder nie darüber.

    Wie herum hier die Kausalitäten liege, dürfte schwer zu beurteilen sein. Verbringen die Kinder die Zeit vor dem Computer weil sie Probleme mit den Hausaufgaben haben oder haben sie schulische Probleme, weil sie so viel Zeit vor dem Rechner verbringen? Aber allein der Zusammenhang an sich (egal in welche Richtung die Kausalität liegt) sollte Eltern und Lehrer aufrütteln!!

    Erschreckend ist, dass in den Medien Ersatz für Zuwendung durch Eltern, Freunde und Lehrer gesucht wird. Das ist nicht nur eine Bankrotterklärung für unsere Gesellschaft sondern zeugt auch von dem hohen Suchtpotenzial der neuen Medien. Das wiederum passt zur anderen aktuellen Nachricht, dass die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, die Drogenberatungsstellen für Internet-Süchtige öffnen will.

    Datum: 22. Juni 2009 – 14:03 Uhr -
  2. Carmen Frohne schrieb:

    Medienkunde ist Super!
    Das Fach Medienkunde ist ganz bestimmt ein wichtiger Beitrag, schon allein aufgrund dessen, da die Nachfrage das Angebot bestimmt. Und je bewußter junge Menschen lernen, Medien konstruktiv zu nutzten und von ihnen zu profitieren, umso eher werden sich Medien daran orientieren.

    Sonnige Grüße
    Carmen Frohne

    Datum: 8. Juni 2009 – 12:36 Uhr -
  3. Sabine Oymanns schrieb:

    Kooperationen
    Hallo,

    da ich mich gerade als Studentin im Thema befinde - wie medienkompetent sind die Lehrer?

    Das ist nun keine Provokation, sondern einfach die Frage, wie weit geht die Medienkompetenz der Pädagogen und was ist über die Bewahrpädagogik hinaus Lebenswelt der Lehrenden? Wie weit KANN Medienkompetenz hier vorhanden sein, ohne das die Pädagogen ausreichend unter- und gestützt werden? Welche Wege gibt es externe Angebote in die Schulen zu intergrieren (Stichwort Ganztag - ausserschulische Jugendarbeit). Hier habe ich im Zuge der Recherche einige gute und praxisbezogene Angebote gefunden.

    Meines Erachtens ist es nun an der Zeit, dass sich die Schule öffnet. Damit ein Dialog stattfinden kann, in dem auch die Vorbehalte und Sorgen der Pädagogen ernst genommen werden. Dazu ist ein aufeinander-zugehen notwendig UND eine gesicherte Finazierung zu Einbindung ausserschulischer, erprobter Konzepte. Denn hier liegt ein großes Potential für die neue Schule und für ein neues Miteinander aller Akteure.

    Viele Grüße

    Datum: 3. Juni 2009 – 14:44 Uhr -
    • Jürgen schrieb:

      Gute Hinweise - bitte konkrete Beispiele zum davon lernen nennen
      Hallo Frau Oymanns,

      da fühle ich mir als Lehrer aufgrund der Pauschalisierung schon etwas auf die Füße getreten. Ich nehme mich nämlich selbst schon als Medienkompetent wahr.

      Womit Sie aber Recht haben ist, dass es einer Unterstützung der Lehrer bedarf. Ebenso, dass die Schulen sich stärker öffnen müssen. Den Ansatz, ausserschulische, erprobter Konzepte aus der Jugendarbeit in den Schulen zu nutzen halte ich für sehr spannend! Können Sie uns ein paar konkrete Beispiele aus dem Kontext Medienkompetenz/ Medienkunde nennen? Dass solche Projekte dann natürlich auch ausreichend finanziert werden müssen, auch damit haben Sie natürlich vollkommen Recht! Hier ist die Politik gefragt - gerade in diesen Zeiten ist die Finanzierung solcher Initiativen eine Frage des politischen Willens!

      Ggf. ergibt sich hier auch Kooperationspotenzial für Unternehmen.

      Datum: 4. Juni 2009 – 15:44 Uhr -
    • Franzi schrieb:

      Ich finde Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen!
      Hi Sabine!

      auch wenn sich einzelne Lehrer auf den Fuß getreten fühlen. Ich finde Du hast den Nagel mit Deinen Fragen auf den Kopf getroffen:

      1. Wie medienkompetent sind die Lehrer?
      2. Was ist über die Bewahrpädagogik hinaus Lebenswelt der Lehrenden?
      3. Wie weit KANN Medienkompetenz vorhanden sein, ohne das die Pädagogen ausreichend unter- und gestützt werden?

      Ich ergänze die dritte Frage wie folgt:
      Wie können Medienkompetenz oder andere pädagogisch wichtige Kompetenzen und Fertigkeiten vorhanden sein, wenn an den Universitäten v.a. Fachidioten herangezogen werden?
      Zwar soll
      - “Medienerziehung” im Staatl. Studienseminar im Rahmen der Seminarsitzungen behandelt werden und
      - “Medienkunde und Informationstechnische Bildung” in den Fachsitzungen Thema sein
      was ich jedoch von meinen Bekannten so höre, die das Referendariat hinter sich haben, ist inhaltlich damit nicht viel her. Weshalb werden hier bspw. keine Medienpädagogen eingesetzt, um die zukünftigen Lehrer adäquat auszubilden? Weshalb gibt es an den Universitäten nicht schon intensive und v.a. verpflichtende (!) Bildungsangebote in diesem Bereich anstatt auf das Referendariat zu warten?

      Weshalb werden solche Fortbildungs-Initiativen von Unternehmen für Lehrer, wie sie A. Friedrich in seinem Beitrag hier (1. Mai 2009 - 16:49) beschreibt, nicht verpflichtend?

      Datum: 5. Juni 2009 – 11:37 Uhr -
    • Ronni schrieb:

      quatsch
      Was soll mir denn ein Lehrer beibringen? Die können grade mal einen Overheadprojektor bedienen und damit hat es sich dann schon, wenn sie einen Beamer anschließen wollen dauert das länger als die Stunde bis dass das endlcih funktioniert. Kennen Sie etwa einen Lehrer der twittert? Einen der icqt oder msnt? Wie viele sind bei schülerVZ oder so? Wer von denen zockt online? Wie kommen die dann dazu uns davor zu warnen oder uns erklären zu wollen wie das funktioniert? Das im Netz nicht als Gold ist, was gläntzt und nicht jeder derjenige ist, für den er sich ausgibt, weiss ich selbst.

      Datum: 8. Juni 2009 – 11:03 Uhr -
      • Stefan schrieb:

        geht es hier wirklich um KOMPETENZ???
        Hallo Ronni,

        als Vater von 4 Kindern kann ich Dir hier nur zustimmen. Es ist heute wirklich traurig, wie wenig viele Lehrer von der modernen Kommunikation verstehen-wollen. Am anschaulichsten wird das für mich beim Betrachten der vielen vor den Gerichten klagenden Lehrer gegen die Internetseite “spickmich”. Wird hier ein Lehrer mal kritisiert, wird gleich der Anwalt bemüht. Letzte Woche hat erst wieder unser oberstes Gericht spickmich bestätigt, dass sie mit Ihrer Seite auf einem richtigen Weg sind. Wie steht es nun mit den freiheitlichen Grundwerten unserer Verfassung im Kopf solcher Lehrer. Möchte ich, dass meine Kinder von Lehrern unterrichtet werden, die freie Meinungsäußerung nur so lange für gut befinden, solange sie nicht selbst im Zentrum der Kritik stehen?
        Anderes Thema; WoW (World of Warcraft) und die vielen anderen “bösen” Spiele. Natürlich müssen Eltern Ihre Kinder AKTIV erziehen - also auch auf PC Zeiten achten und ja, bilden tut dieses Spiel nicht gerade… Aber ich kann bei meinem ältesten sehen, dass er intensiv englisch gelernt hat, um in seiner Gilde (Kämpfertruppe) kommunizieren zu können. Auf der Spielemesse in Leipzig hat er dann Gamer aus vielen Ländern getroffen und mit ihnen (englisch) kommuniziert. Globale Welt!
        Mein zweiter Sohn hat ein Modellbau Hobby. Heute bestellt er seine Bauteile in der ganzen Welt, mailt, chattet und twittert meist englisch und hat einen internationalen Freundeskreis.
        Meine große Tochter lernt, auch durch internationale Onlinekommunikation getrieben englisch, spanisch und französisch.
        Ich sehe hier eine riesige Möglichkeit, durch neue Technologien unsere Kinder global zu vernetzen und humanistsche Grundwerte zu legen.
        Hier ist es Aufgabe der Lehrer technisch mitzuhalten, aufzuklären und anzuleiten - genauso, wie das auch die Aufgabe der Eltern ist!
        Und was ist mit den Anbietern - ob sie nun Portale wie studiVZ, twitter oder secondLive heißen oder Carrier wie o2, Telekom oder AT&T sind? Hier spielt sich Moral nur in gesetzlich notwendigen Rahmen ab. Jeder will, und das ist auch absolut ok, Geld verdienen. Keinen Mobilfunkanbier interessiert es, was auf seinen Leitungen gesprochen wird - ebenso wenig wie der Portalanbieter Interesse daran hat, ob sich zwei User zum knutschen oder kiffen verabreden. Die vielen Podiumsgespräche dienen doch nur dem Marketing und sollen der Marke helfen, dass noch mehr verkauft wird. Kein Anbieter wird um der guten Moral willen auf Umsatz verzichten. Tut das ein Manager trotzdem, wird er im nächsten Meeting gekillt… Ich denke auch, dass ist ok so. Auch mit einem Smart kann ich töten. Also eventuell etwas weniger debattieren, mehr hin zur Ehrlichkeit und Verantwortung für unsere Kinder übernehmen. Dann klappt´s auch mit der Kommunikation.

        Datum: 30. Juni 2009 – 10:32 Uhr -
        • Chris schrieb:

          Rechtschreibung und
          Rechtschreibung und Elektronische Medien.

          Wenn sie in einem Portal Eintragungen vornehmen, dann kann man erwarten das zumindestens die Rechtschreibung einigermassen stimmt. Hierzu zählen auch Tippfehler. Ihr Komentar ist eine Einseitige Betrachtung.

          Datum: 24. Juni 2009 – 22:32 Uhr -
  4. Anton Kurzka schrieb:

    Eltern den Einstieg in das Thema Medienkompetenz erleichtern
    Wie bin ich zu dem Thema Medienkompetenz gekommen? Im Förderverein der Grundschule meiner Kinder hatte ich die Anmerkung gemacht, man sollte sich eventuell mit der Internetnutzung der Kinder beschäftigen und hatte gleich den Arbeitsauftrag das Thema zu erkunden. Dies schaffte ich zunächst mit Hilfe von Webseiten wie z.B. „www.klicksafe.de“, „www.internauten.de“, „www.fragfinn.de“. Neben den Informationen für die Erwachsenen waren für mich auch die Hinweise für die Kinder interessant. Ich habe sowohl den „Internautenausweis“ erworben, als auch einen moderierten Chat besucht. Natürlich sind solche Beschäftigungen auf die Dauer nichts für Erwachsene, aber für einen Einstieg in das Themengebiet und ein besseres Verständnis durchaus empfehlenswert.

    In vielen der Kommentare auf diskutiere.de wird auf die Aufgabe der Schule zur Verbesserung der Medienkompetenz verwiesen. Ich denke, daneben sollte auch den Eltern der Einstieg in das Thema „Medienkompetenz“ erleichtert werden. Eltern sind als erste dazu geeignet, ihren Kindern Verhaltensweisen bezüglich deren Medienverhaltens zu vermitteln. Wenn Eltern wissen, mit welchen Medien ihre Kinder konfrontiert sind und welche Chancen und Gefahren damit verbunden sind, wäre schon sehr viel gewonnen. Nicht informierte Eltern könnten sonst bei der Medienerziehung zwei fragwürdige Extrempositionen beziehen: Kinder, die in einem Extrem von ihren Eltern ein generelles Medienverbot erteilt bekommen, werden den Medienumgang verspätet nur von ihren Freunden und durch selbst Ausprobieren erlernen. Geben die Eltern den Kindern im anderen Extrem freie Hand bei der Mediennutzung, kann das Kind durch ungeeignete Inhalte und ausufernden Medienkonsum Schaden erleiden. Natürlich sollte auch durch schulische Maßnahmen den Kindern ein guter Medienumgang vermittelt werden, die natürlichen Erzieher haben aber dazu grundsätzlich bessere Chancen.

    Die Befähigung/Motivation der Eltern sich mit Medienerziehung zu befassen, könnte über einen Elternabend in der Schule beginnen. Mit der Vermittlung grundlegender Informationen, die allen Eltern einen ersten Einstieg in das Thema erleichtern und Interesse wecken, wäre ein erster Anfang (Unter http://www.klicksafe.de wird beispielsweise eine Anleitung zur Gestaltung eines Elternabends zum Thema „Internet und Handy“ bis ins Detail beschrieben). Natürlich hieße das wieder, die Schule als Aufhänger zu benutzen. Aber eine andere Möglichkeit, Eltern von Schulkindern in einem Forum zusammenzubringen, erscheint schwierig. Es wäre wichtig, dass sich die Eltern untereinander austauschen, damit dieses Thema ein allgemeines Anliegen wird. So wie die Kinder untereinander sich über Internet & Co unterhalten, sollten auch Eltern sich gegenseitig immer wieder mit selbst gemachten Erfahrungen am laufenden halten. Einzelprobleme können dabei zur Sprache kommen, die anderen Eltern noch gar nicht aufgefallen sind und daher bisher vernachlässigt wurden.

    Grau ist alle Theorie – daher bin ich gespannt, ob der vom Förderverein der Grundschule geplante Elternabend stattfindet und zu welchen Ergebnissen man dabei kommt.

    Datum: 2. Juni 2009 – 22:01 Uhr -
    • Heike schrieb:

      Eltern sind tatsächlich der Dreh- und Angelpunkt
      Guten Morgen Herr Kurzka,

      Sie beschreiben eine ideale Situation:
      Engagierte Eltern, die
      - sich im Schulförderverein dem Thema widmen und entsprechende Informationsangebote an der Schule / wahrnehmen bzw. sogar selbst gestalten,
      - selbst einmal erkunden, was das Internet bietet (an Informations- und Unterstützungsangeboten für Eltern, aber auch an Angeboten für Kinder),
      - sich untereinander austauschen und Probleme diskutiere,
      - ihren eigenen Einfluss auf die Kinder erkennen und aktiv wahrnehmen wollen.

      Ich würde mir solche Eltern für meine Schülerinnen und Schüler wünschen. Leider sieht vielfach die Realität anders aus:
      - überforderte Eltern, die noch nicht einmal auf die Kontaktversuche der Lehrerin adäquat reagieren,
      - leere Reihen während der Elternabende,
      - fehlende eigene Medienkompetenz und Vorleben einer unkritischen Dauerberieselung,
      - abschieben der Kinder ins Kinderzimmer an den Computer oder den Fernseher, wo sie “beschäftig sind und nicht weiter stören”.

      Ich würde mich freuen, wenn mehr Eltern so verantwortungsbewusst und aktiv wären wie Sie!

      Datum: 3. Juni 2009 – 10:43 Uhr -
  5. Jürgen schrieb:

    Gute Initiative - mehr kritisches Denken anregen
    Hallo, ich war wirklich erstaunt im Expertenbeitrag von Hrn. Reinhold und Hrn. Ott von der Initiative http://www.medienkompetenz-hessen.de zu lesen. Klingt wirklich gut. Wie kann ich herausfinden, ob eine ähnliche Initiative auch in meinem Bundesland gibt??

    Solch eine Kampagne und Materialien würde ich mir wünschen, idealerweise noch ergänzt um zusätzliche Materialien, mit denen ich meine Schüler dazu bringen kann, das was sie alles so im Netz finden, einmal kritisch zu hinterfragen. Da wird oft genug einfach gegoogelt und das erste Ergebnis einfach übernommen, da wird weder die Quelle selbst hinterfragt, noch deren Aktualität, da werden keine alternativen Quellen oder Meinungen in Betracht gezogen. Es wird repliziert statt analysiert.

    Ich versuche meine Schüler schon immer zu einem selbständigem, kritischen Denken anzuregen - als sie noch wirklich recherchieren mussten (in Büchern, Bibliotheken und Zeitungen/ Zeitschriften) ist mir das (befürchte ich) besser gelungen als heute.

    Datum: 29. Mai 2009 – 17:41 Uhr -
    • Harald Gapski schrieb:

      Initiativen in anderen Bundesländern / kritische Medienkompetenz
      Hallo,
      da Sie nach anderen Bundesländern fragen: In NRW sind wir mit der Projektleitung des Medienkompetenz-Netzwerks mekonet betraut, vgl. http://www.mekonet.de
      Im Grundbaukasten Medienkompetenz finden Sie zahlreiche Hinweise auf Materialien und Projekte: http://gbm.mekonet.de auch für den schulischen Bereich.

      Mit Blick auf kritisches Denken im Umgang mit Medien bei Kinder und Jugendlichen möchte ich auch auf das Projekt “Jugendliche als Medienforscher” (JAM!) hinweisen, das wir im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW durchgeführt haben. Das Projekt JAM! verbindet Medienforschung und Medienbildung mit der didaktischen Idee des forschenden Lernens. Die Idee ist, dass Jugendliche ihre eigene Mediennutzung kritisch und mit (vereinfachten) wissenschaftlichen Methoden selbst untersuchen und in diesem Prozess weitere Kompetenzen aufbauen. Ziel des Pilotprojekts war es, erste Lernmaterialien zu den Medien Fernsehen, Internet, Handy und Computerspiele für die Unterrichtspraxis zu entwickeln (kostenfrei bestellbar), vgl. dazu http://www.projekt-jam.de
      Ich halte diesen „Jugendliche als Medienforscher“-Ansatz für vielversprechend (und weiter ausbaufähig!), denn er nimmt die Lebenswelt der Jugendlichen ernst: Jugendliche sind quasi Experten in Sachen Handys oder Casting-Shows. In der Selbstbeobachtung können sie auch ihre medienkritischen Fähigkeiten und soziale Kompetenzen entwickeln.

      Datum: 19. Juni 2009 – 13:11 Uhr -
  6. Franzi schrieb:

    Lehramtsstudium und Medienkompetenz
    Wisst Ihr wie ein Lehramtsstudium (auf Gymnasium) abläuft? Ich werde zum Fachidioten ausgebildet, muss Bereiche meines Fachs vertiefen, die zwar vielleicht für jemanden wichtig sind, der später einmal in einem Unternehmen oder in der Wissenschaft arbeiten wird, die ich aber NIEMALS in der Schule brauchen werde. Ich will kein Hochschullehrer werden, ich will Kinder und Jugendliche unterrichten! Mein Gott wacht auf, die Qualität meines Unterrichts wird nicht leiden, wenn ich bestimmte Bereiche, die für den Unterricht nicht relevant sind, im Studium nicht vertiefe. Aber sie wird leiden, wenn mir keiner wirklich beibringt, wie ich mit den Schülern arbeite, wie ich pädagogisch sinnvoll moderne Medien einsetzen kann, wie ich kritisches Denken und Reflexionsfähigkeit fördere. Gerade Lehramt auf Gymnasium, also quasi die Elitenförderung von morgen, fokussiert quasi nur auf fachliche Inhalte und lässt uns bei pädagogischen Fragen weitgehend allein. Da passt es auch wes Geistes Kind viele meiner Kommilitonen sind: Ferien, Verbeamtung, Fokus auf Fachfragen statt auf pädagogische Fragen, Schüler als Störer des eigenen Friedens – das sind die Themen, die viele bewegen. Was erwartet Ihr denn, wie es dann in der Schule läuft, wo dieses „frische“ Blut, dieser „geistig flexible“ Nachwuchs, diese „hochmotivierten und schülerzentrierten Fachkräfte“ auf die verkrusteten Strukturen überalterter Kollegien treffen? Gute Nacht Deutschland!

    Datum: 28. Mai 2009 – 15:24 Uhr -
    • Franzi schrieb:

      Was ich noch vergessen hatte
      Würde tatsächlich ein Fach Medienkunde eingeführt, müssten wir in unserem Studium wahrscheinlich lernen, wer den Computer erfunden hat, wie man FORTRAN programmiert und welche technischen Grundlagen das Internet hat. Eine typische Lehrprobe würde wahrscheinlich so aussehen, dass man die Schüler einen Text mit WORD selbständig schreiben lässt.

      Über die Lehrpläne will ich mich gar nicht erst auslassen oder glaubt Ihr etwa in den Kultusministerien gibt es Leute mit auch nur einem Hauch von Ahnung über dieses Thema?

      (Ich möchte wirklich nicht polemisch sein, aber manchmal frustriert die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit doch sehr.)

      Datum: 29. Mai 2009 – 09:01 Uhr -
  7. Petra K. schrieb:

    Der Begriff Medienkompetenz
    Ich find es bedauerlich, dass in dieser Diskussion „Medienkompetenz“ weitgehend auf „Computernutzungskompetenz“ und “Internetnutzungskompetenz” reduziert wird. Das ist meiner Meinung nach viel zu kurz gesprungen!

    Die Definition von Dieter Baacke findet im Diskurs um Medienkompetenz die häufigste Verwendung, weshalb ich sie an dieser Stelle kurz erläutern möchte. Nach dieser Definition hat Medienkomeptenz vier Dimensionen: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.

    Medienkritik
    soll analytisch problematische gesellschaftliche Prozesse angemessen erfassen. Jeder Mensch sollte reflexiv in der Lage sein, das analytische Wissen auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden. Dabei geht es auch darum, das analytische Denken und den reflexiven Bezug als sozial verantwortet abzustimmen und zu definieren.

    Medienkunde
    meint das Wissen über Mediensysteme (und zwar nicht nur Computersysteme). Dabei geht es um die klassischen Wissensbestände aber auch um die Fähigkeit, entsprechende Geräte auch bedienen zu können.

    Medienkritik und Medienkunde umfassen die Dimension der Vermittlung. Die Dimension der Zielorientierung liegt im Handeln der Menschen. Hierbei spielt also die Nutzung von Medien eine gewichtige Rolle.

    Mediennutzung
    hat einen zweifachen Hintergrund: Medien sollen rezeptiv angewendet werden (Programm-Nutzungskompetenz) und interaktive Angebote genutzt werden können.

    Mediengestaltung
    meint die innovativen Veränderungen und Entwicklungen von Mediensystemen und die kreativen ästhetischen Varianten, die über die Grenzen der alltäglichen Kommunikationsroutinen hinausgehen.

    In der laufenden Diskussion aber auch in anderen Diskussionen zu Thema geht es meist nur um Mediennutzung (rezeptive Anwendung, Nutzung interaktiver Angebote) sowie um Medienkunde (insbesondere die Fähigkeit, neue Geräte (Computer, Handys etc.) auch bedienen zu können.

    Gerade das Thema Medienkritik kommt dabei viel zu kurz, ebenso wie Mediengestaltung. Es sind aber meines Erachtens gerade diese beiden Kompetenzfelder, welche „den Unterschied machen“, wenn es um die Frage nach der Zukunftsfähigkeit unserer Jugend geht.

    Um abschließend auf eine Ihrer konkreten Fragen einzugehen: ein Fach Medienkunde, das nur die o.g. Dimension umfasst, wäre viel zu kurz gesprungen. Wenn Sie damit aber ein Fach meinen, zu dessen Lernzielen auch ein kritischer Umgang (analytisch, reflexiv, gesellschaftskritisch) mit Medien gehört und diese auch kreativ genutzt und weiterentwickelt werden, dann wäre ein solches Faches sicherlich von hohem Nutzen.

    Datum: 28. Mai 2009 – 09:06 Uhr -
    • Harald Gapski schrieb:

      Medienkompetenz - nicht verkürzen!
      Ja, die Bedeutung von Medienkompetenz darf nicht verkürzt werden, denn es geht um mehr als Computer, Handy und Internet technisch bedienen zu können. Die Definition von Dieter Baacke macht dies deutlich. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen von Medienkompetenz. Folgende Merkmale lassen sich in den Definition immer wieder finden:

      Medienkundliche Begriffsmerkmale der Medienkompetenz beziehen sich auf das Wissen und die Kenntnisse über technische und wirtschaftliche Medienzusammenhänge, über (De-)Codierungen und Zeichensysteme.
      Selbst-reflexive Begriffsmerkmale thematisieren das Subjekt in seiner Beziehung zur medialen Umwelt. Begriffe wie beispielsweise „Kritik im Medienumgang“, „Selbstreflexion“, „Selbstbestimmung“ oder „Orientierung“ kennzeichnen diese Kategorie.
      Praktisch-instrumentelle Begriffsmerkmale beschreiben die konkrete „Anwendung“, „Handhabung“ und „Nutzung“ von Medien.
      Kreativ-gestalterische Begriffsmerkmale gehen über die instrumentell-anwendenden Begriffsmerkmale hinaus, da sie die „kreative Produktion“, die „gestalterische Nutzung“ oder das „Sich-Ausdrücken“ mit Hilfe von Medien beschreiben.
      Normative, sozial-reflexive Begriffsmerkmale beziehen sich auf ein werteorientiertes Handeln vor dem Hintergrund sozialer Verantwortlichkeit (ethisch-moralische Dimension) und politischer Handlungsfähigkeit (Partizipation, demokratische Komponenten).
      Affektive Begriffsmerkmale der Medienkompetenz beschreiben emotionale Dimensionen der Auseinandersetzung mit Medien und der individuellen Bewältigung von Medienwirkungen. In ihrer Ausprägung reichen sie von „Genuss“ bis „Angst“. Ein häufig genanntes Motiv in diesem Zusammenhang ist die zu bewältigende „Flut“ von Informationen und Bildern im Bereich medialer Kommunikation.
      Aber: Medienkompetenz ist längst kein exklusiver Begriff der medienpädagogischen Fachdiskussion mehr, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt mit bestimmten Funktionen in unserer Mediengesellschaft, die durch die Massenmedien vermittelt werden. Im Spiel der politischen, rechtlichen, pädagogischen oder wirtschaftlichen Diskurse herrscht je nach Akteur und Kontext ein anderes Verständnis von Medienkompetenz vor.

      Über die individuelle Ebene der Medienkompetenz hinaus schlage ich die Einführung der Medienkompetenz-Ebene sozialer Systeme vor, z.B. die Medienkompetenz einer Schule, einer Jugendeinrichtung oder eines Unternehmens.
      Medienkompetenz sollte nicht nur als individuelle Fähigkeit verstanden werden. Medien verändern die Art und Weise wie Organisationen arbeiten. Medienkompetente Schüler(innen) brauchen insofern medienkompetente Schulen, deren Lern- und Arbeitsprozesse unter den Bedingungen von (neuen) Medien anders ablaufen, als in einer reinen Buchlernkultur. Die Medienkompetenz des Einzelnen und die der Organisation bedingen sich. Ich würde fragen, ob auf organisatorischer Ebene beispielsweise ein Medienentwicklungsplan vorliegt, der die lernende Organisation Schule – die „medienkompetente Schule“ – begleitet. Und ob auf gesellschaftlicher Ebene entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen sind, die Medienkompetenz fördern helfen. Diese Fragen gehen weit über medienpädagogische Fragestellungen hinaus. So kommt strategisch mehr in den Blick.

      Datum: 2. Juni 2009 – 14:38 Uhr -
  8. Fritz L. schrieb:

    Unterscheiden lernen
    Mein Sohn geht in die 4. Klasse. Die große Mehrzahl der Lehrerinnen in seiner Grundschule haben große Berührungsängste vor dem Computer, mailen z.B. kaum oder können es nicht. Das ist bei der jungen Generation LehrerInnen sicher anders, aber m.E. ist dies die primäre Zielgruppe für verpflichtende (!) Weiterbildungen in Medienkunde.
    Im Unterricht spielt m.W. der Computer nur eine gringe Rolle. Das was die Kinder in der wenigen Zeit im Computer-Raum lernen, haben die meisten eh schon zu Hause oder von Freunden gerlernt. So, wie die Schule in allen Fächern den Umgang mit Lexika und Bibliotheken, mit Rechenschieber und Geodreieck und das Unterscheiden, Erfassen und Einschätzen von Inhalten lehrt, sollte auch überall dort, wo es sinnvoll ist (oder im außerschulischen Alltag eh schon geschieht), der Computer im Unterricht eine Rolle spielen, und zwar von Anfang an. Vorschläge und Konzepte dazu (wie z.B. von Frau Kochan) gibt es wahrscheinlich haufenweise - diese Forderung geht demnach auch an die Politik.
    Unternehmen wie O2 könnten sich die Ausstattung von Grundschulen mit Hard- und Software vornehmen - die ist oft haarsträubend alt, da macht es keinen Spass, im Unterricht mit dem Computer umzugehen. Warum machen alle Unternehmen eigene Projekte, die zu klein sind, um tatsächlich den vielbeschworenen “Unterschied” zu machen, statt sich zusammen zu tun, um mal einen echten Schritt nach vorne zu kommen? Hier könnte rasch und nützlich etwas getan werden, um die Kinder auf die digitale Zukunft vorzubereiten.
    Zur Frage der “schädlichen” Wirkungen von Mediennutzung: Auch hier könnten die Unternehmen einen wirksamen Beitrag leisten, indem sie bei sich selbst anfangen: Wo ist die starke Initiative zum Schutz vor Sex und Gewalt im Internet (von der Aufdringlichkeit sexualisierter Werbung ganz zu schweigen)? Welche einschlägigen kernkompetenten Unternehmen haben das Familienministerium bei deren Regulierungsversuchen unterstützt? Wo ist der Think-tank von Unternehmen, NGOs, Forschung und Politik, der hier Konzepte macht? In anderen Bereichen ist der Wirtschaft das “Fokussieren” doch auch nicht fremd.

    Datum: 22. Mai 2009 – 12:02 Uhr -
  9. Schmitz schrieb:

    Ein Fach Medienkunde
    Ein Fach Medienkunde erscheint mir nicht als allzu falsch. Jedoch sollte man dabei berücksichtigen, dass es nicht nur digitale Medien gibt, sondern dass Wissen auch immer noch aus Büchern und Zeitungen gezogen werden kann und muss. Ob dies bereits im Kindergarten sein muss, halte ich für fragwürdig. Diese Medienkunde sollte doch eher ein Bestandteil des Deutschunterrichts der Sekundarstufe I sein, damit die SuS eine Aneitung zur Selbstinformation bekommen. Dabei muss gelernt werden, dass die scheinbar einfachsten Medien nicht unbedingt die besten sind oder ggf nicht hinreichend. Google und co liefern einen gewaltigen Datenberg, der jedoch mitunter mühsamer aufgearbeitet werden muss als gleiche Informationen aus Zeitungen und ähnlichem.

    Eine Rolle von O2 sehe ich da verschwindend gering. Natürlich kann O2 den Schulen Internetzugänge vergünstigt anbieten oder sponsorn, jedoch sollte der Unterricht dadurch nicht zu einer Werbesendung für Mobilfunkanbieter werden.

    Abschließend lässt sich sagen, dass die neuen, digitalen Medien natürlich vieles vereinfachen, aber der Umgang mit Ihnen auch in einem neutralen Umfeld gelernt werden muss, damit nicht die erste Information sofort als beste angesehen wird.

    Datum: 15. Mai 2009 – 11:11 Uhr -
    • Heike schrieb:

      Bitte kein Fach!!!
      Also ich finde das keine gute Idee. Ein Fach Medienkunde bedeutet doch nur, dass alle anderen Lehrer sich aus der Verantwortung ziehen, denn “da gibt es doch den Kollegen Maier, der das macht…” Da kenne ich meine Damen und Herren Kollegen doch dann zu gut, um da optimistischer zu sein.

      Medien sind allgegenwärtig und das muss sich auch in der Schule widerspiegeln: Medien sollten überall dort, wo sie sinnvoll genutzt werden können (wo sie effektiv und effizient sind), eingesetzt werden (nicht als Selbstzweck, sondern, weil die Kinder und Jugendlichen das später auch tun müssen - und früh übt sich, wie wir wissen).

      Datum: 16. Mai 2009 – 17:06 Uhr -
      • Stefan schrieb:

        Fach Medienkunde
        Das Fach Medienkunde war eines der Gründe, warum ich meine Tochter in der Neuen Grundschule in Potsdam angemeldet habe. Ich finde die konzentrierte Auseinandersetzung mit dem Thema Medien wichtig und gut. Dabei geht es natürlich nicht nur um den Computer, sondern auch um Bücher, Radio, TV. Wer gegen Medienkunde so wie Heike argumentiert, der könnte mit dem gleichen Argument auch gegen politische Bildung, Ethik, Geschichte etc. argumentieren. Aber: Ebenso ist nicht ausgeschlossen, dass überhaupt niemand für die Medienbildung Verantwortung übernimmt, wenn es dieses Fach nicht gibt.

        Unternehmen sollten Interesse an der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler haben und sich nicht nur darauf beschränken, neue Geräte in dei Klassenzimmer zu stellen, sondern z.B. auch Lehrerpraktika anzubieten oder in den Unterrricht zu gehen etc.

        Datum: 25. Mai 2009 – 10:55 Uhr -
  10. Funk, Frank schrieb:

    Ein verpflichtender Unterricht in Medienanwendung ist lange überfällig. Leider sind die Struktur des Bildungswesens und insb. der Familien zur Zeit keine tragfähigen Gerüste für interaktiven, neueren Lernstoff. Die Politik sieht die Bildung leider nur als Wahlkampfthema, für tiefgreifende Veränderungen mag niemand eintreten, denn extreme versprechen keine Stimmenmehrheit. So bleibt es bei überlasteten Schülern, Schulen und Systemen. Die Notwendigkeit zu einem Aufgreifen des Themas in den Unterricht ist klar, nicht zu letzt eben ob der Medienwirkung. Es werden bereits Arbeiten wissenschaftlicher bis humoristischer Natur dazu verfasst, wie sich die Sprache unter dem Druck einer Zeichen Obergrenze zu ändern vermag.
    Sind erst die notwenigen Weichen gestellt unsere Schulen der heutigen Zeit anzupassen, ist es meiner Meinung nach eine logische Entwicklung, dass Umgang und Wirkung moderner Medien zum Thema werden.

    Datum: 12. Mai 2009 – 10:40 Uhr -
  11. Volkmar Jacobs schrieb:

    Kinder “bereiten” sich selbst auf die digitale Zukunft vor
    Anders kann man es aus meiner Sicht nicht bezeichnen. In meiner Familie sind derzeit drei Schulformen vertreten. Eine meiner Zwillingstöchter besucht das Gymnasium. Das Fach mit den wenigsten “stattgefundenen” Stunden ist Informatik. Es ist schlichtweg beunruhigend, wie wenig die Förderung in diesem Bereich ernstgenommen wird. Auf der anderen Seite wird erwartet, dass die Kinder perfekte Referate als Powerpoint-Präsentation in anderen Fächern aufbereiten.
    Die andere Zwillingstochter besucht eine Haupt-(Ganztages-)Schule. Hier findet das Thema Informatik quasi garnicht statt. Ähnlich sind die zaghaften Versuche an der Grundschule meines Sohnes zu werten.
    Würden die Kinder heutzutage nicht mit einem beinahe natürlichen Verhältnis (ohne Berührungsängste und mit einer verblüffenden Logik) an das Thema Computer herangehen, würde es vermutlich rabenschwarz für ihre Zukunftschancen aussehen.
    In unserer Familie beobachte ich, wie sich meine Kinder gegenseitig aktuelle Anwendungen und Programmseiten beibringen bzw. zeigen. Zwar versuche ich hier den Überblick zu behalten, wie lange und auf welchen Seiten sich meine Kinder aufhalten. Aber man kann nicht permanent und allüberwachend seinen Kindern über die schmalen Schultern schauen.
    Wäre hier nicht der Familienverbund, würde wohl der “digitale” Wissensstand meiner Kinder deutlich schwächer sein.
    Meiner Meinung nach sind sämtliche Beteuerungen der Politik nur Lippenbekenntnisse. Welch ein Aufschrei ging durch die Republik. Was wurde PISA diskutiert und Abhilfe versprochen. Angekommen ist hier in den Zukunftsfächern in der Schule leider nichts.
    Meine Behauptung sei hier nochmals wiederholt. Die Kinder “bereiten” sich selbst auf die digitale Zukunft vor. Mit welchen Schwerpunkten (positiv/negativ) hängt sehr stark vom persönlichen Umgang und den Familienstrukturen ab. Die digitale Zukunft: Ein Segen, mit der Möglichkeit zum Fluch!

    Datum: 8. Mai 2009 – 09:13 Uhr -
    • Dirk Frank schrieb:

      Kinder “bereiten” sich wirklich selbst auf die Zukunft vor?
      In der Tat: Wer sich souverän und selbstständig die Potenziale digitaler Medien erschließen kann, sowohl für spielerische als auch für kommunikative und inhaltliche Zwecke, der praktiziert damit bereits ein informelles Lernen, wie es in der modernen Gesellschaft zunehmend wichtiger wird. Die heranwachsende Generation könnte also demnach zum Motor des medialen Wandels avancieren. Sie bewegt sich sicherer und selbstverständlicher in den Sinnwelten des Internets als die buch- (oder fernseh-) sozialisierten Generationen. Neuprägungen wie „Generation Flatrate“, „Generation Internet“, Generation Web 2.0“ oder „Digital Natives“ deuten an, dass es nicht mehr historische Ereignisse („68“, „1989“) sind, die Altersgruppen zusammenschweißen, sondern neue Informations- und Kommunikationstechnologien. Die einen sind eben Natives und mit der Geographie ihrer Heimat vertraut, die anderen dagegen nur Immigrants, die das Land erst noch kennen lernen müssen und sich vielleicht niemals richtig heimisch fühlen werden.

      Diese Gegenüberstellung ist aber sicherlich etwas einfach gestrickt und unterschlägt natürlich, dass die heutigen Jugendliche nicht im gleichen Maße die Technologien nutzen, was auf einer bewussten Entscheidung beruhen, aber auch auf mangelnde Kompetenzen und Erfahrungen hinweisen kann - Stichwort “Digital Divide”. Große Fragezeichen tun sich bei der „Generation Internet“ auf, wenn es um Aspekte wie Datenschutz oder Urheberrecht geht, aber auch darum, die Herkunft und Relevanz einer digital generierten Information einschätzen zu können. Es stellt also sicherlich eine nicht geringe Herausforderung für die Pädagogik dar, die Janusköpfigkeit der im Zuge von Web 2.0 sich abzeichnenden Veränderungen in Sachen Medienkompetenz und -nutzung realistisch in Augenschein zu nehmen und ihre Lehr-Lernangebote entsprechend auszurichten. Eine sehr differenzierte und ausgewogene Position vertritt Prof. Ralf Vollbrecht von der TU Dresden (Interview unter http://www.schulen-ans-netz.de/presse/themendienst/dokus/TD0209_2730.pdf).

      Datum: 5. Juni 2009 – 16:42 Uhr -
  12. A. Friederich schrieb:

    Computer in die Schulen – aber nicht ohne Fortbildung für Lehrer
    Unsere heutige Welt ist in vielfältigster Weise mit dem PC verbunden. Nahezu alle Berufsbilder benutzen solche Geräte. Ich denke, die Schule kann und darf sich dem nicht verschließen. Wenn sie ihren Auftrag, die Schüler fit zu machen für ihren weiteren Ausbildungsweg, Ernst nehmen will, dann kann sie den Umgang mit PCs nicht ausklammern. Dabei möchte ich ausdrücklich keine Schulform ausklammern, weder Grundschulen, noch Hauptschule, Realschule, Gymnasium, berufsbildende oder Förderschulen. Dabei kann es natürlich nicht darum gehen, den PC um des PCs Willen einzusetzen und nur noch Unterricht hinter dem Monitor zu machen. Der PC kann und soll den Unterricht sinnvoll ergänzen und dann eingesetzt werden, wenn er einen echten Mehrwert gegenüber den traditionellen Unterrichtsmethoden bietet. Die Schülerinnen und Schüler sollen das Gerät als Hilfsmittel und Arbeitsgerät begreifen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Programmen und Internet lernen. Auch die Teamfähigkeit wird bei sinnvollem Einsatz deutlich gestärkt. Nichts wäre fataler, als die Kinder als „Einzelkämpfer“ hinter ihren Geräten zu parken.
    Der Einsatz neuer Medien im Unterricht wird nach meinem Kenntnisstand an vielen Universitäten und Studienseminaren nur wenig in die Ausbildung von Lehrkräften integriert. Das bedeutet, auch frisch ausgebildete Lehrkräfte haben die Umsetzung der neuen Möglichkeiten im Unterricht kaum gelernt. Die älteren, bereits im Dienst befindlichen Lehrkräfte, haben ebenfalls über Methodik und Didaktik der neuen Medien nur wenig gehört. Nicht jede Lehrkraft ist experimentierfreudig genug, hier selbst etwas zu probieren – es bleibt die Angst, sich vor seinen Schülerinnen und Schülern zu blamieren. Das heißt in Konsequenz, die Kenntnisse müssen über Fortbildung an die Lehrkräfte gebracht werden. Dann kann – und ich bin sicher es wird – der Umgang mit PCs in der Schule zum Erfolgsschlager werden.
    Doch wer kann die Fortbildung leisten? Die Bundesländer stehen in vielerlei Hinsicht unter Sparzwang und kürzen die Mittel für Fortbildungen. Viele professionelle Anbieter verlangen deutliche Gebühren – und fünfstellige Beträge sind selbst für ein Lehrergehalt sehr happig, abgesehen von dem Unterrichtsausfall, der bei Wahrnehmung der Maßnahme eintreten kann. Doch es gibt auch einen kostenlosen Weg und der führt über das Internet und wird unterrichtsbegleitend durch-geführt.
    „Intel® Lehren – Aufbaukurs online“ – so heißt das Projekt, dass es Lehrkräften ermöglicht, die dringend benötigten Kenntnisse zu erwerben. Alle 16 Bundesländer unterstützen das Projekt und erkennen die mit einem Zertifikat endende Fortbildung ausnahmslos an. Welche Vorteile bietet das Projekt?
    • Von zu Hause aus können sich die Lehrkräfte daran beteiligen. Eine einfache Anmeldung via Internet genügt!
    • Nach dem Einloggen befindet man sich in einer mächtigen Onlineplattform. Der Kern sind die sogenannten Lernpfade, anhand derer die Lehrkräfte für nahezu alle Unterrichtsfächer und für nahezu alle Schulstufen umfangreiche Unterrichtseinheiten finden, in denen gezeigt wird, mit welchen Mitteln sich neue Medien in den Unterricht sinnvoll integrieren lassen. Dabei sind die Kerncurricula der Fächer in jedem Fall berücksichtigt. Selbstverständlich stehen alle Materialien kostenfrei zur Verfügung und sie können (und sollen) für die Situation vor Ort angepasst werden.
    • Es finden sich auch weniger aufwändig ausgearbeitete Lernideen, die ebenfalls als Grundlage für den Einsatz neuer Medien dienen.
    • Lehrkräfte können auch selbst eine Unterrichtseinheit im Team erstellen. Dann begeben sie sich auf den Fortbildungsweg– und das von zu Hause aus, ohne dass auch nur eine Unterrichtsstunde ausfallen muss! Von vielen Kooperationspartnern stehen kostenfreie Materialien dafür zur Verfügung! Selbstverständlich stellt die Plattform alle Möglichkeiten für eine Teamarbeit zur Verfügung, so dass sogar ein schul(form)übergreifendes Projekt gestaltet werden kann!
    • Und das Beste ist – keiner muss alleine arbeiten! In allen Bundesländern gibt es Landesmentoren. Diese sind im Umgang mit neuen Medien erfahrene, von den Kultusministerien ein-gesetzte Lehrkräfte, die vor Ort unterstützend und beratend zur Seite stehen. Man muss sie nur ansprechen (die Adressen findet man bei http://aufbaukurs.intel-lehren.de/information/ unter der Rubrik „Ansprechpartner“)! Natürlich wird auch geholfen, wenn es nur darum geht, dass Schulen um Hilfe rufen, weil sie nicht wissen, wie sie die neuen Inhalte umsetzen sollen. Dann wird mit den Schulen ein „maßgeschneidertes“ Konzept erarbeitet.
    • Und die Resonanz der Absolventen der Fortbildung ist durchweg positiv! Es hat sich gezeigt, dass an den Schulen, an denen ein oder mehrere Teams diese Fortbildung durchlaufen haben, der Unterricht insgesamt deutlich und nachhaltig(!) verbessert wurde.
    Es lohnt sich als Lehrkraft, diesen Weg zu beschreiten! Unsere Schülerinnen und Schüler werden es danken, wenn sie nach ihrer Schulentlassung feststellen, dass sie für das Lernen im 21. Jahrhundert fit gemacht worden sind.

    Datum: 1. Mai 2009 – 16:49 Uhr -
  13. Heiner schrieb:

    benachteiligte, medienunerfahrene Jugendliche
    Ich geh mal auf einen Frageteil ein, die bisher noch nicht diskutiert wurde: “Wie können medienunerfahrene und benachteiligte Jugendliche gezielt gefördert werden? Wie kann dabei O2 unterstützend tätig werden?”

    Medienunerfahrene, benachteiligte Jugendliche, d.h. also Jugendliche aus bildungsfernen Schichten, kann man teilweise über die Jugendzentren erreichen. Entsprechend könnte ein Unternehmen hier konkrete Anknüpfungspunkte suchen. Infomaterial, das kommentarlos ausliegt, wäre keine gute Idee. Meiner Erfahrung nach muss man Erlebnisräume schaffen. Bspw. konkrete Workshops anbieten, in denen die Jugendlichen aktiv werden können (ohne dass theoriebezogenes Lernen betont wird). Wie wäre es mit einem “Schrauberkurs”, der zeigt wie man einen alten PC für wenig Geld wieder auf Vordermann bringt? Wie wäre es mit Kreativ-Workshops, in denen die Jugendlichen bspw. Grafikprogramme nutzen oder eigene Musikstücke bearbeiten? Damit kann man sie packen und begeistern. Fragen zu Gefahren etc. kann man dann an den richtigen Stellen einstreuen.

    Ein Unternehmen wie O2 müsste also die Sozialarbeiter fortbilden, ihnen eine Werkzeugkiste mit unterschiedlichen Modulen (d.h. mit konkretem Material inkl. Software etc.) an die Hand geben, aus denen man das zur jeweiligen Situation und den Jugendlichen passende auswählen kann. Wettbewerbe, die motivieren und speziell für Jugendzentren ausgeschrieben sind, wären dann das zweite probate Mittel. Wahrscheinlich mehr als ein Unternehmen stemmen kann. Da müssten wahrscheinlich mehrere zusammen aktiv werden.

    Datum: 1. Mai 2009 – 09:01 Uhr -
    • Michael Finselbach schrieb:

      benachteiligte, medienunerfahrene Jugendliche
      Die Unterstürzung von Sozialarbeitern durch Unternehmen finde ich sehr gut. Die Art der Unterstützung müßte aber deutlich machen, dass dies nicht aus irgendwelchen, noch so gut versteckten, Profitgründen geschieht.
      Beispielsweise dadurch, dass das Unternehmen für die Jugendzentren dauerhaft kostenfreie Internetzzugänge bereitstellt.

      Danach könnte es im Jugendzentrum -und natürlich auch in Schulen- so weitergehen:

      [Zitat]
      hab über einen Blog folgendes gefunden (fyi …):
      ~~~
      2007 und 2008 hat ein amerikanisches Unternehmen, das Schulen mit technischen Geräten - speziell interactive whiteboards - ausstattet, in Kooperation mit TeacherTube Gesangs- und Videowettbewerbe ausgelobt, an denen sich Schulklassen beteiligen sollten, um auf die Vorteile von neuen Medien aufmerksam zu machen. Als Preis gab es eine Komplettausstattung des Unternehmens. Die Beteiligung war recht hoch und alle Ergebnisse sind online einsehbar. Die Ergebnisse sind aber alle beachtlich, da es sich offenbar wirklich um Auseinandersetzungen mit dem Thema von Schülern handelt (natürlich werden die Lehrer geholfen haben - zumal einige gute Videos aus Grundschulen kommen).

      2007: http://contest.interwritelearning.com/contest/1/
      2008: http://eimakeover.shycast.com/contest/1/
      ~~~

      mf

      Datum: 3. Mai 2009 – 11:57 Uhr -
    • Harald Gapski schrieb:

      Sozial benachteiligte Zielgruppen medienpädagogisch erreichen?
      Passend dazu ein Veranstaltungstipp unseres Medienkompetenz-Netzwerks mekonet NRW:
      Wie kann man sozial benachteiligte Zielgruppen medienpädagogisch erreichen?
      Diese Frage steht im Mittelpunkt der mekonet Fachtagung, die am 8. Juni 2009 im Bennohaus Münster (Bennostr. 5, 48155 Münster) stattfindet. Sie benennt Hintergründe, präsentiert und diskutiert unterschiedliche Ansätze aus der Praxis, die versuchen, insbesondere sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche für die Medienarbeit zu gewinnen und erfolgreiche Projekte mit ihnen durchzuführen. vgl. http://www.mekonet.de/fachtagung/
      Die Ergebnisse dieser Fachtagung werden anschließend dokumentiert und abrufbar sein.

      Datum: 2. Juni 2009 – 14:27 Uhr -
  14. Martin Riemer schrieb:

    “Soll Mediennutzung ein Schulfach werden oder sollte sie bereits
    Ein Schulfach werden? Das hoffe ich nicht!
    Mediennutzung muss fächerübergreifend in das Curriculum von Grundschulen eingebettet werden, durch zum Beispiel Projektarbeit, die in geschützten Blogs dokumentiert wird.
    Die Inhalte sind doch alle da, egal ob Sport oder Mathe-Unterricht.
    Die Einführung eines Schulfaches “Mediennutzung” würde wieder hierarchisches Herrschaftswissen (Für das Internet, da haben wir doch unseren Kollegen Müller…) erzeugen, ganz ähnlich, wie es auch dem IT-Begriff geschah.

    Ein gesellschaftlicher Wandel hin zur Wissensgesellschaft, das ist übrigens das einzige, ernstzunehmende Licht, auf das wir alle hinzunavigieren sollten, muss alle TeilnehmerInnen berücksichtigen, und dieser Wandel muss dermaßen Mainstream werden, so dass Erzieher und Lehrer mit Freude, Reflektion und Zugewinn daran teilnehmen, freiwillig.

    Da dies nicht geschehen wird, müssen für die Übergangszeiten externe Assistenten an die Schulen eingeladen werden, die Lehrern, Erziehern, und natürlich deren Schülern das Arbeiten mit und im Internet beibringen.

    Viele Grüße,
    M. Riemer

    Datum: 30. April 2009 – 15:30 Uhr -
  15. Heribert schrieb:

    Hallo zusammen,

    ich muss gestehen, dass ich die Expertenkommentare hier ziemlich hilfreich finde. Sonst muss man schon eine Weile suchen, um solche knappe und auf den Punkt kommende Expertenmeinungen zu finden.

    Ich denke zum Beispiel, dass Herr Poli Recht hat, der betont, dass die Förderung von Medienkompetenz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und verstärkt in Schule und Jugendhilfe strukturelle Angebote implementiert werden sollte, um nachhaltig junge Menschen fit zu machen, die gebotenen Chancen der neuen Medien für sich zu nutzen und Risiken zu minimieren.

    Wenn er sagt, dass dabei Wirtschaft, Institutionen des Daten- und Verbraucherschutzes und die Politik gemeinsam Strategien entwickeln sollten, hat er ebenfalls Recht. Problem scheint mir zu sein, dass sich niemand dieses Thema wirklich zu Eigen macht und die zahlreichen verschiedenen Ansätze und Initiativen, die es ja schon gibt, vernetzt und aufeinander abstimmt. Das wäre eigentlich eine typisch staatliche Aufgabe, dort scheint man das Problem aber nicht als solches wahrzunehmen. Vielleicht sollten deshalb mal die anderen aktiv werden - spätestens wenn die dann öffentlichkeitswirksam Ansprüche an die staatlichen/ politischen Institutionen formulieren, wird man dort hoffentlich wach werden…. Oder glaubt man etwa, dass Schulen, Kindergärten und Jugendhilfe die Ressourcen (und die Motivation) haben, einfach mal so in das Themenfeld einzusteigen??

    Spannend finde ich auch die Ergebnisse, die Frau Kochan beschreibt. Ihren Hinweis, dass sie der Nutzung von Lernsoftware zum Schriftspracherwerb und zum Deutschunterricht kritisch gegenüber steht, kann ich aber nicht so richtig nachvollziehen, wenn sie weiter unten Lernsoftware ausdrücklich lobt. Wie wäre es mit einem Qualitätssiegel für Produkte, die die wissenschaftlichen Anforderungen erfüllen?

    Datum: 30. April 2009 – 14:55 Uhr -
    • Sandra schrieb:

      Qualitätssiegel
      Hallo,
      an Qualitätssiegel wird in verschiedenen Gruppen gearbeitet. Leider aber alles dezentral oder international. Was bringt es wenn Gruppe X ein System entwickelt hat, aber es unbekannt ist?

      Beispiele:
      http://www.innogames-forum.de Gesundheit, Sport, Bildung
      Internationale Exergame-Experten: LinkedInGruppe(n), Exergaming

      Viele Grüße,
      Sandra

      Datum: 5. Mai 2009 – 08:30 Uhr -
  16. Müller schrieb:

    Was für einen Sinn macht diese Diskussion?
    Die Komentare sind ja alle nicht verkehrt - ich glaube in diesem Portal herrscht Einigkeit darüber, dass man in der Schule eine Fortbildung braucht. Intel gibt es überall - jedes Land hat seine eigenen Medienfortbildungen für Lehrer. Das Problem sind und bleiben aber doch die Lehrer, die sowieso nicht auf dieses Portal schauen, weil sie nicht fähig oder willens sind, einen PC auch nur aus der Nähe zu sehen.
    Ich sehe diese Diskussion insofern Wertfrei….

    Mal wieder eine Diskussion zum Thema die nichts bringt - die 2 Minuten für den Text waren schon vergeutete Zeit ;-)

    Und Tschüß…

    Datum: 30. April 2009 – 14:50 Uhr -
  17. Brigitte schrieb:

    Computer als Schulfach?
    Ein Erfahrungsbericht

    Als ehemalige Grundschullehrerin war ich seit Ende der ´90er Jahre intensiv mit der Heranführung der Schulkinder an eine sinnvolle Nutzung der Neuen Medien beteiligt. Selbstverständlich war das nicht möglich über ein Fach “Medienkunde”, sondern wie in den Richtlinien gefordert durch den Einbau in den täglichen Unterricht oder in kleine Projekte. So gab es email-Kontakte zu einer deutschsprachigen Klasse in Australien (Projekt Kelly Koala) mit dem Versuch eines chats, der sich aber damals technisch leider nicht genügend beherrschen ließ, einen Austausch über unterschiedliche Advents- und Weihnachtsbräuche mit einer Klasse in Südtirol usf. Die Kinder machten begeistert mit und bewältigten geduldig die Schreibprobleme mit der Tastatur. - Daraus erwuchs dann später ein Maschinenschreibkurs, der während der Freiarbeitsphasen vor allem bei Mädchen sehr begehrt war. -

    An meiner Schule war es üblich, dass jedes Kind im 3. oder 4. Schuljahr ein Pausenreferat zu einem Thema seines Interesses vor Zuhörern hielt. Auch hierbei war Multimedia sehr beliebt, z.B. zur Veranschaulichung mit Hilfe eines Beamers oder zur Materialbeschaffung mit geeigneten Websites.
    Vor den Gefahren des Netzes schützte uns ein von der Stadt eingesetztes Infranet mit Filter.

    Im Lauf der Jahre entwickelte sich aus dieser Arbeit ein Computer- und Internetführerschein, der auch im Schulprogramm verankert wurde und von jedem Viertklässler abgelegt werden musste. Hierbei ging es auch um die Entwicklung des Bewusstseins für die Gefahren des WorldWideWeb. Sehr hilfreich, weil gut aufbereitet erwies sich dabei das von der Landesanstalt für Medien NRW herausgegebene Portal “internet-abc.de”

    Mit Einrichtung der Ganztagsbetreuung boten sich weitere Möglichkeiten, interessierten Schülern sinnvolle Gestaltungsmöglichkeiten z.B. im künstlerischen und kreativen Bereich aufzuzeigen.

    Diese Arbeit erforderte von allen Beteiligten sehr gute Sachkenntnis, Fantasie, Geduld und ein hohes Engagement. Ohne die freiwillige Mitarbeit von Dritten, seien es Eltern oder Studenten ließ sie sich kaum durchführen. - Aber sie hat Spaß gemacht!

    Datum: 27. April 2009 – 12:13 Uhr -
  18. Sandra Uhling schrieb:

    Medienkunde und Medienwirkung
    Hallo,
    ich beschäftige mich privat mit den Themen “Games for Health” (Einsatz von Computerspielen im Gesundheitsbereich), “Exergaming” (Verbindung auch Exercise und Games) und “Game Accessibility” (Barrierearme Computerspiele).

    Dies ist meine Sicht:

    #Medienkunde:
    Jugendliche und Kinder lernen schnell mit den neuen Medien umzugehen. Dies aber nur, wenn Sie Zugang zu diesen Medien haben. Leider sind die neuen Technologien nicht immer “Kinder- und Jugendfrei”. Es gibt leider sehr viele Themen, bei denen die Kinder und Jugendlichen auf Gefahren hingewiesen werden sollten. Themen könnten sein: Was ist gut, was ist schlecht. Was bedeutet es, wenn private Daten online stehen? Was bedeutet real und was bedeutet virtuell? Ist der Chat-Partner wirklich, der, für den er sich ausgibt? Was ist moralisch ok und was ist schlecht (Freizügige Handy-fotos in den USA). Unterschied zwischen nur “Spielen” und der Wirklichkeit: Die digitale Welt kann schnell real werden. Daten können missbraucht werden. Was ist legal und was ist egal.

    Auch im positiven Sinne halte ich Medienkunde für sinnvoll: wie kann z.B. ein Hobby/Interesse im Medienbereich später vielleicht im Beruf hilfreich sein? Wie können die Medien positiv zum Lernen, für den Verein … genutzt werden?

    Nicht unterschätzen sollte man auch das Problem, das nicht alle Kinder und Jugendliche Zugang zu neuen Medien haben. Gibt es hier vielleicht später einen Unterschied zwischen “reichen” und “armen” Kindern, zwischen Gymnasiasten und Hauptschülern? Werden Kinder und Jugendliche möglicherweise zu Außenseitern, dadurch das sie mit Know-How und Themen nicht mithalten können? Benötigen wir nicht nur für Webseiten Gesetze zur Barrierefreiheit, sondern auch für andere Medien? Wie z.B. Barrierearme Computer- und Videospiele? Kommt es sogar vor, das ein Jugendlicher eine höhere Schule nicht besuchen kann, weil das Geld für einen eigenen Rechner fehlt?

    Einen Einsatz von Medien in Kindergärten halte ich persönlich für viel zu früh. Für mich ist es sehr wichtig, das Kinder lernen, das es neben der virtuellen Welt noch eine reale Welt gibt.

    Auch ich bin der Meinung, das Eltern eine wichtige Rolle spielen. Altersfreigabe, Aufklärung, Information, “Kontrolle”, … Doch sind die Eltern überhaupt in der Lage dies zu tun? Haben Sie das nötige Know-How? Wie können wir von den Eltern verlangen, das Sie hier etwas tun, wenn Sie selbst nicht das nötige Know-How haben und in Medien mit teilweise Fehlinformationen informiert wird.
    Kinder und Jugendliche sind in technischen Bereichen oft viel weiter und es wird dann schwer, das Eltern dann eine Vorbildfunktion einnehmen können. Warum sollte ein Jugendlicher der gerne Comupterspiele spielt seine Eltern ernst nehmen, wenn diese Namen der Games und Inhalte vertauschen und ein falsches Bild von diesen Medien haben?
    Wünschenswert fände ich hier Kurse für Eltern über diese neuen Medien. Auch sollte man nicht vergessen, das dieses Know-How auch für Eltern sehr wichtig sind. Sie sind auch Nutzer von diesen Medien. Nur weil sie schon “erwachsen” sind, heißt das nicht, das sie die Medienprofis sind.

    #Medienwirkung:
    Naja, das Medien dumm machen, sollte nicht verallgemeinert werden. Es ist sehr schade, das neue Medien einfach in einen Topf geworfen werden. Hier mal ein paar Vergleiche mit Filmen:
    Es gibt Filme die sind für Kinder geeignet, es gibt Filme die sind für Jugendliche geeignet. Es gibt aber auch Filme die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Hier gibt es für die Computerspiele schon ein sehr gute Alterskennzeichnungspflicht.

    Ebenso gibt es Filme die nur zur reinen Unterhaltung dienen, sowie Lehr- und Informationsfilme. Das besondere bei Computerspielen ist, das versucht wird beides zu verbinden und somit das Lernen zu fördern. Auch hier gibt es bereits Möglichkeiten der Kennzeichnung.

    Wie in fast jeder Branche, gibt es auch bei den Filmen schwarze Schafe. Es gibt Filme, die sogar für Erwachsene ungeeignet sind und sogar Inhalte haben, die Verboten sind. Bei Computerspielen ist dies auch nicht anders. Hierfür gibt es eine sehr gut funktionierende Indizierung, also ein Verbot.

    Nur weil es Pornofilme gibt, heißt es nicht, das alle Filme böse und schlecht sind. Man sollte dies auch bei Computerspielen berücksichtigen.

    Das Vorurteil, das neue Medien auch dick und faul machen ist schon längst überholt. Es gibt in vielen Ländern sogar den Ansatz mit Hilfe von Exergames, die Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung zu motivieren. Dies ist so erfolgreich, das es in einigen Ländern sogar zum Schulsport geworden ist. Erwähnenswert halte ich hier, das es Exergames gibt, die einen sportlichen Vollkörper-Einsatz verlangen. Auch gibt es schon einige Exergames, die draußen in der Natur gespielt werden können.

    Nicht zu vergessen, den Einsatz von Computer- und Videospielen im medizinischen Bereich. Ich selber habe Re-Mission, ein Spiel für Krebskranke Kinder, gespielt. Hierbei werden die Kinder und Jugendlichen über Krebs informiert und mental gestärkt gegen den Krebs zu kämpfen und informiert warum bestimmte Ratschläge der Ärzte sehr wichtig sind. Sie werden z.B. dazu motiviert regelmäßig ihre Medikamente zu nehmen, auch mal zu entspannen und regelmäßig sich richtig zu ernähren.

    Für mich geht es um die Frage, wie können diese Medien richtig eingesetzt werden, wie können wir die Benutzer vor Gefahren schützen und wie bringen wir den Eltern Medienkompetenz bei ?

    Ich möchte noch gerne auf die Email-Diskussions-List von http://www.gamesforhealth.org hinweisen. Hier treffen sich internationale Experten um über das Thema Games for Health zu diskutieren.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Sandra Uhling

    Datum: 27. April 2009 – 11:57 Uhr -
  19. Ludwig schrieb:

    Medienkunde?
    Dass Kinder und Jugendliche auf die digitale Zukunft (na ja, eigentlich ja schon Gegenwart) vorbereitet werden müssen ist klar. Aber ich finde, dass da die Eltern eine wichtige Rolle spielen müssen.

    In der Schule ein Fach Medienkunde einzurichten, fände ich komisch und im Zuge von G12 völlig unrealistisch. Besser sollten alle Lehrer so fit gemacht werden, dass sie die neuen Medien ganz normal in ihren Unterricht integrieren können. Und zwar als Medium, das von den Schülern genutzt wird - dabei können dann immer auch die Gefahren etc. thematisiert werden.

    Da sollten sich dann auch Unternehmen einbringen, bspw. mit Unterrichtseinheiten, Material etc. Aber bitte nicht so, dass Sie dabei für ihre Produkte werben oder die Lehrer nur auf ihre eigenen Softwareprodukte schulen, um die dann besser zu verkaufen.

    Dass das Niveau der Schüler sinkt und die Fettleibigkeit zunimmt hat meiner Meinung nach wenig mit den (ganz) neuen Medien zu tun… Auch hier sind es eher die Eltern, die Verantwortung tragen: wer seinem Nachwuchs schon im Grundschulalter Fernseher oder Rechner ins Zimmer stellt (ist ja auch bequem, dann kann man in Ruhe die Sportschau schauen, während die Kinder in ihrem Zimmer ruhig gestellt sind) und sie nicht ermutigt raus zu gehen und sich zu bewegen, wer ihnen ein aktives Leben mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung und vielfältigen (realen) sozialen Kontakten nicht vorlebt sondern selbst nur noch konsumiert, muss sich doch nicht wundern.

    Datum: 27. April 2009 – 10:22 Uhr -
    • B. Albrecht schrieb:

      Sie haben es auf den Punkt
      Sie haben es auf den Punkt gebracht! Zur Lehrerfortbildung nur kurz - die war in NRW auf einem guten Weg mit der Einrichtung von e-teams, die engagiert für eine Breitenwirkung in der Lehrerschaft sorgten. Da allerdings ständig neue Kühe durchs Dorf getrieben werden müssen, wurden diese Teams aus Kostengründen abgeschafft. Wer sorgt nun für den Nachwuchs? Das nennt man Nachhaltigkeit!

      Datum: 29. April 2009 – 10:46 Uhr -