Die Bereitstellung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ist eine notwendige, aber keinesfalls hinreichende Maßnahme

Medien und Mediennutzung haben und hatten schon immer einen starken Einfluss auf das Sozialverhalten und die Berufschancen von jungen Menschen. Insofern ist diese Herausforderung nicht unbedingt neu, allerdings stellt uns die aktuelle Schnelligkeit von Innovationen und neuen Nutzungsmodellen durch technische Innovationen vor Herausforderungen, die es in dieser Komprimiertheit früher nicht gegeben hat. Dabei sind regionale Unterschiede von zentraler Relevanz: Während die Wissensbildung in vielen sog. Entwicklungsländern allein durch das Internet enorm gesteigert werden kann (z.B. durch Zugang zur Harvard-Bibliothek) stehen in vielen westeuropäischen Ländern oft die Gefahren im Vordergrund, die sich durch übermäßige Onlineaktivitäten (Stichwort Gaming) negativ auf das Sozialverhalten auswirken könnten. Es sollte Ziel aller gesellschaftlichen Akteure sein, diese Prozesse begleitend zu gestalten und Fehlentwicklungen zu korrigieren. Hierfür taugen aber bisherige Lösungsansätze nur bedingt: Beispielsweise kann eine zeitliche Einschränkung der täglichen Computernutzung für bestimmte Kinder und Jugendliche sinnvoll sein, andererseits aber auch die Entwicklung von wichtigen Fähigkeiten in Bezug auf die spätere berufliche Nutzung durchaus einschränken. Unternehmen, Verbände und Politik sind hier gefordert, sinnvolle Konzepte zu erarbeiten, um Sozialverhalten und Wissensbildung in Einklang zu bringen.

Unternehmen sind wichtige Akteure im gesamten gesellschaftlichen System, sie stellen Arbeitsplätze zur Verfügung, vermitteln Werte und können Wohlstand schaffen. Insofern tragen sie aber auch Verantwortung für gesellschaftliche Herausforderungen, u.a. und besonders im Bereich von Jugendlichen am Anfang ihres beruflichen Weges. Die Bereitstellung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ist eine notwendige, aber keinesfalls hinreichende Maßnahme. Während traditionell von Mitarbeitern eine gewisse Anpassung an Unternehmenswerte gefordert wird, müssen Unternehmen seit einiger Zeit auch verstärkt die Werte von Mitarbeitern integrieren, wie z.B. die Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen zur Lösung von Bildungs-, Umwelt- oder anderen drängenden Problemen. Es setzt sich immer mehr das Verständnis durch, dass die wichtigsten Probleme des 21. Jahrhunderts von keinem der großen Akteure (Staat, Politik, Unternehmen, Zivilgesellschaft) alleine gelöst werden können. Hierzu wurden in den letzten Jahren auch zahlreiche Konzepte entwickelt, wie diese geforderte Zusammenarbeit optimal gestaltet werden kann, beispielhaft sei hier der Bildungssektor genannt. Für die konkrete und verstärkte Zusammenarbeit wird jedoch entscheidend sein, die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Public-Private-Partnerships weiter zu fördern.

Das Think Big Media College ist der richtige Ansatz, die notwendige Medienkompetenz zu fördern: Es vereint berufsrelevante Skills mit jugendlichen Interessen und stellt bildungsbenachteiligte Jugendliche in den Vordergrund. Hiermit werden in einem Programm zentrale Herausforderungen integriert und ein sinnvolles Ganzes geschaffen. Durch die Integration von Reflexionen über die eigenen Werte und Lebenswelten wird darüber hinaus ein sinnvoller und wichtiger gesellschaftlich relevanter Aspekt integriert, der über die reine Medienkompetenz hinausgeht.