Jugendliche müssen lernen, Medien in Maßen zu konsumieren

Wir, die Youth Banks, sind ein bundesweites Netzwerk von freiwillig-aktiven Jugendlichen, die Gleichaltrige bei ihren gemeinnützigen Projekten mit Know-How und Geld unterstützen. Um zu wissen, welche Projekte besonders unterstützenswert sind, müssen wir uns über die Bedarfe von Jugendlichen im Klaren sein. Auf einem gemeinsamen Treffen haben wir vor Kurzem eine Diskussion darüber geführt, welchen Herausforderungen Jugendliche beim Umgang mit den Neuen Medien begegnen. Eine Zusammenfassung unserer Ergebnisse kann gut als Grundlage für www.diskutiere.de dienen.

Herausforderungen
Wir denken generell, dass Jugendliche lernen müssen, Medien in Maßen zu konsumieren. Sie vor der Vereinnahmung zu schützen gehört genauso zu unser aller Aufgaben wie ihnen Möglichkeiten zur Reflexion zu geben. Die Frage, ob ich als Nutzer der Neuen Medien gerade kommuniziere oder konsumiere, ist dabei zentral. Jugendliche nutzen Neue Medien sehr kreativ und gestaltend und machen ihre Ideen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Doch eben diese Möglichkeit, Inhalte zu verbreiten, kann auch von den falschen Personen genutzt und missbraucht werden, sei es nur, dass Inhalte stark verkürzt und dadurch missverständlich dargestellt werden.

Ein - in den Alten und Neuen Medien - breit debattiertes Thema, nämlich wie junge Internet-User mit ihren privaten Daten umgehen, hat weiterhin eine große Brisanz.

Insbesondere im Bezug auf den Umgang mit Sozialen Netzwerken sehen wir diese und weitere Herausforderungen. Social Networks bergen ein enormes Suchtpotential, welches durch Technologien wie “Apps” zunehmend verstärkt wird. Darüber hinaus finden durch Facebook und Co. Mobbing und Demontage nicht nur im Klassenraum, sondern für alle öffentlich sichtbar statt. Hiervor müssen junge Menschen geschützt werden. Und sie müssen lernen, sich bei ihrer Selbstdarstellung nicht selbst zu beschädigen. Wobei wir wieder bei den persönlichen Daten und der Bewahrung der eigenen Persönlichkeit wären.

Lösungsansätze
Da überforderte Eltern ihre Kinder nur schlecht bei ihren Problemen im Umgang mit den Neuen Medien unterstützen können und die Schulen noch nicht genügend auf diese neuen Herausforderungen vorbereitet sind, stellt sich nun die Frage: Wer kann diese Aufgabe alternativ übernehmen? Wie könnten beispielsweise Unternehmen, insbesondere solche, die selbst Informations- und Kommunikationsdienstleistungen anbieten, zur Bewältigung der oben genannten Herausforderungen beitragen?

In unserer Diskussion haben sich vier Lösungsansätze herauskristallisiert, die in diesem Rahmen gerne weiter vertieft und ergänzt werden können: Erstens könnten Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und Aufklärungskampagnen zu eben diesen Themen finanziell und ideell unterstützen. Sie könnten zweitens selbst Sensibilisierungsmaßnahmen anbieten: Methodisch gut aufgearbeitete und zielgruppengerechte Workshops, Trainingskurse oder Schultouren zu “Wie schütze ich meine Persönlichkeit bei SchülerVZ und Facebook?” oder “Mobbing im Internet” sind geeignete Ansätze um diese Probleme zu benennen, zu diskutieren und schließlich zu reflektieren. Drittens sollten unserer Ansicht nach verantwortungsbewusste Unternehmen diese Herausforderungen nicht verschweigen sondern ihren Kunden unmittelbar transparent machen. Verbunden mit diesem Argument ist die Idee, einen Moralkodex einzuführen, der Unternehmen dazu verpflichtet, beispielsweise ihre eigene Werbung so zu gestalten, dass die Gefahr der Internet-Sucht nicht weiter verstärkt wird.