Nachhaltige öffentliche Beschaffung - ein Treiber für eine verantwortliche Unternehmensführung?

Bund, Länder und Kommunen geben jährlich über 250 Milliarden Euro für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen aus. Sollte die öffentliche Hand ihre Marktmacht nutzen und ökologische sowie soziale Aspekte in der Beschaffung verstärkt berücksichtigen, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern? Kann durch die Anwendung nachhaltiger Vergabekriterien eine verantwortliche Unternehmensführung vorangebracht werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der vom Umweltdienstleister Veolia Wasser initiierten Online-Diskussion auf www.diskutiere.de.

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Seit 2009 ist das Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts in Kraft, das der öffentlichen Hand bei der Auftragsvergabe die Möglichkeit gibt, ökologische und soziale Aspekte als zusätzliche Anforderungen an Auftragnehmer zu stellen. Doch wie sieht es in der Vergabepraxis aus? Welche Kriterien sollten im Sinne einer nachhaltigen Vergabe etwa in den Bereichen Klimaschutz, Artenschutz, Arbeits- und Sozialstandards oder Menschenrechte gelten? Wie werden sie ausgestaltet, überprüft, bewertet und zu anderen Aspekten in Bezug gesetzt, um den Wettbewerb um die besten Lösungen zu fördern? Stärkt ein verantwortliches Beschaffungswesen nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland? Oder hemmt es Innovationen in der privaten Wirtschaft und führt zu Belastungen öffentlicher Haushalte?

“Nachhaltiges Handeln ist grundlegendes Element der Unternehmensstrategie von Veolia Wasser”, erklärt Michel Cunnac, Vorsitzender der Geschäftsführung der Veolia Wasser GmbH. “Der Grad der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der öffentlichen Beschaffung, insbesondere bei der Ausschreibung von Dienstleistungen im Bereich der Grundversorgung für Bürgerinnen und Bürger, ist für Veolia Wasser von zentraler Bedeutung. Deshalb suchen wir den Dialog über die Chancen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Vergabepraxis für die Gesellschaft und das Gemeinwesen.”

Vertreter aus Kommunen, Wirtschaft und Politik, CSR- und Nachhaltigkeits-Akteure sowie interessierte Bürger und Verbraucher sind eingeladen, sich bis zum 20. Juni an der Diskussion auf www.diskutiere.de zu beteiligen. Im Anschluss werden die Beiträge von UPJ ausgewertet. Die Auswertung wird allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt und online veröffentlicht.

Einschätzungen, Meinungen und Hintergrundinformationen liefern Expertenbeiträge von Dr. Günther Bachmann vom Rat für Nachhaltige Entwicklung, Peter Fuchs von CorA. Corporate Accountability - Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Dagmar Kase vom Umweltbundesamt, Niels Lau vom Bundesverband der Deutschen Industrie, Barbara Meißner vom Deutschen Städtetag sowie Prof. Dr. Stefan Schaltegger und Johanna Klewitz vom Centre for Sustainability Management an der Leuphana Universität Lüneburg.