Panel-Diskussion “Erwachsen werden 2.0″: Vermittlung von Medienkompetenz als gemeinsame Aufgabe

“Wie verändert die vernetzte Welt die Lebens- und Berufsperspektiven junger Menschen?” Diesen und weiteren Fragen zu Kindheit und Jugend in einem digital geprägten Zeitalter gingen Vertreter aus Wirtschaft, Medien, Zivilgesellschaft und Politik am gestrigen Abend nach. Zu der Diskussionsrunde hatten der gemeinnützige Verein UPJ e.V. und der Telekommunikationskonzern Telefónica O2 Germany eingeladen. Moderiert von Journalistin Hadnet Tesfai diskutierten Lutz Stroppe, Abteilungsleiter Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Philippe Gröschel, Jugendschutzbeauftragter der VZnet Netzwerke, Christoph Koch, Journalist und Autor von „Ich bin dann mal offline“ und Markus Haas, Geschäftsführer Corporate & Legal Affairs bei Telefónica O2 Germany.

erwachsenwerden_panelDass sich das Internet als Leitmedium für Jugendliche etabliert hat, ist mittlerweile unumstritten. 98 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzen das Internet (Quelle: JIM-Studie 2010) und 96 Prozent haben mittlerweile einen Zugang zum Internet. Sie verbringen rund 13 Stunden pro Woche online (Quelle: Shell-Jugendstudie). Während der Veranstaltung in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz von O2 wurde gestern debattiert, vor welchen Herausforderungen Kinder und Jugendliche beim Erwachsenwerden in einem digitalen Zeitalter stehen. Wie wichtig ist ein kompetenter und selbstbewusster Umgang mit neuen Medien im Hinblick auf Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe? Wer ist dafür verantwortlich, dass Jugendliche an eine (selbst-)bewusste Nutzung neuer Medien herangeführt werden?

Auf der unabhängigen Online-Plattform www.diskutiere.de hatten sich Vertreter aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik vorab zum Thema ausgetauscht. Dabei herrschte Einigkeit darüber, dass Jugendliche das Potenzial nur dann sicher ausschöpfen können, wenn sie vorab umfassend über die Risiken aufgeklärt und systematisch an die neuen Medien herangeführt werden.

“Soziale Netzwerke – aber auch private Blogs – geben Jugendlichen die Möglichkeit, aktiv zu kommunizieren, statt nur zu konsumieren”, erklärte Christoph Koch auf der Veranstaltung. “In den meisten Fällen sind die Jugendlichen zudem medienkompetenter als man vermuten mag. Problematisch wird es vielmehr, wenn es später darum geht, einen solchen Account inklusive aller Postings und Bilder dauerhaft löschen zu wollen.”

Auch Philippe Gröschel zeigte die Bedeutung von Medienkompetenz am Beispiel sozialer Netzwerke auf: “Wir haben jeden Tag mit einer Vielzahl von Mitgliedern Kontakt, die Cyber-Mobbing und ähnliche Fälle melden, auf die wir als Streitschlichter reagieren müssen. Deshalb sehe ich Sozialkompetenz als wichtigen ergänzenden Punkt zu Medienkompetenz. Es ist wie mit dem verantwortungsbewussten Verhalten im Straßenverkehr – die richtigen Fertigkeiten sollten so früh wie möglich vermittelt werden.”

“Es gibt heute bereits eine  Vielzahl an Programmen und Maßnahmen zum Thema Medienkompetenz”,  ergänzt Lutz Stroppe. “Es ist die gemeinsame Aufgabe von Anbietern, der  Wirtschaft, Unternehmen, von Schule und Familien, die Fäden zusammenzubringen  und für  Jugendlichen und deren Eltern Orientierung zu  schaffen.”

“Medien- und auch Sozialkompetenz sind für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Schlüssel für bessere Lebens- und Berufsperspektiven in der vernetzten Welt”, fasst Markus Haas zusammen. “Als Telekommunikationsanbieter wissen wir um diese Verantwortung und sehen uns in der Pflicht, Jugendliche sowohl in der sicheren und selbstbewussten Nutzung von Handy und Internet zu unterstützen als auch im sozialen Umgang miteinander.”