Mobile Telekommunikation nachhaltig gestalten

Sowohl die Mobiltelefone als auch die Netzwerktechnik haben, wie andere Produkte auch, einen Einfluss auf die Umwelt. Sie verbrauchen Energie und enthalten viele wertvolle und seltene Rohstoffe. Auch für den Mobilfunk gilt: Ressourcen sind knapp und ihr Verbrauch belastet die Umwelt.

Damit die Umwelt beim Einsatz der Mobilfunktechnik möglichst wenig Schaden nimmt, müssen Hersteller, Mobilfunkanbieter, Händler aber auch die Nutzerinnen und Nutzer verantwortungsbewusst und nachhaltig handeln.

Herstellerverantwortung
Im Mobilfunksektor kommen in sehr kurzen Abständen immer wieder neue Technologien wie die Smartphone-Geräteklasse oder den LTE-Standard auf den Markt. Wenn die Hersteller beim Design und der Produktion neuer Produkte ökologische Kriterien beachten, verbraucht der Mobilfunk weniger Energie und Rohstoffe.

Besonders wichtig ist dabei, dass die Geräte - z.B. Handys und Mobilfunkantennen - lange leben. Deshalb sollten die Mobiltelefone reparaturfreundlich gestaltet sein und die Hersteller sollten über ausreichend lange Zeit Ersatzteile bereithalten.

Mit neuen Apps und anderen Software-Lösungen können Sie auch einem älteren Gerät zu neuen Funktionen verhelfen. Gerätehersteller und Softwareanbieter schützen damit wertvolle Ressourcen.

Verantwortung von Mobilfunkanbietern und -Händlern
Mobilfunkanbieter und der Handel sollten umweltverträglichere Mobiltelefone von den Herstellern fordern. Und warum muss man mit jedem neuen Vertrag ein neues Handy bekommen? Anbieter und Netzbetreiber sollten die Verbraucherinnen und Verbraucher gut beraten und Werbung für Verträge ohne neues Mobiltelefon machen. Wenn ein neues Gerät nötig ist, ist es gut, wenn man sich auf einen Vergleich der Geräte verlassen kann, den eine unabhängige Einrichtung erstellt hat.

Der Betrieb der Mobilfunknetze braucht besonders viel Energie. Durch den Einsatz energieeffizienter Technik und erneuerbarer Energien wird die Umwelt entlastet.

Viele Händler, Hersteller und Netzbetreiber nehmen die alten Geräte zurück und reparieren sie oder geben sie in die Verwertung. Das ist ein guter Ansatz, um wertvolle Rohstoffe zu sparen. Um einen größeren Anreiz für die Verbraucher zu schaffen, nicht mehr genutzte Geräte zurückzugeben, sind einige Systeme in der Diskussion (z.B. Pfandsystem, Rechnungsgutschriften, Rabatt auf ein neues Gerät). Vor der Rückgabe sollte jedoch eine möglichst lange Nutzung der Telefone stehen.

Verantwortung der Verbraucherinnen und Verbraucher
Verbraucherinnen und Verbraucher können schon beim Kauf eines Telefons umweltbewusst handeln, indem sie sich für eine Geräteklasse entscheiden, die ihren Bedürfnissen entspricht. Wer seinen Telefon nicht zum Spielen, E-Mails lesen oder Texte verarbeiten möchte, braucht kein Smartphone. Ein weniger ressourcenintensives, einfaches Mobiltelefon ist dann die bessere Wahl. Das kann auch ein gebrauchtes Gerät sein! Viele Händler verkaufen technisch geprüfte Geräte aus zweiter Hand mit Garantie.

Nicht mehr genutzte Geräte sollte man an Hersteller und Händler zurückgeben. Noch funktionsfähige Geräte kann man verkaufen oder im Bekanntenkreis verschenken. Wenn ein Gerät defekt ist, lohnt sich evtl. die Reparatur - wenn es irreparabel ist, sollte man es zum Recycling geben. Die zurückgewonnenen Rohstoffe können bei der Produktion von neuen Geräten verwendet werden.

Tipps zum umweltbewusstem Umgang mit IKT finden Sie in der Verbraucherbroschüre Computer, Internet und Co, die das Umweltbundesamt herausgegeben hat.

Das Umweltinnovationsprogramm fördert im Rahmen des Schwerpunkts “IT goes green” Innovationsprojekte der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Das vom Bundesumweltministerium geförderte Green IT Beratungsbüro berät Hersteller und andere gewerbliche Anbieter und Nutzer kostenlos über Fördermöglichkeiten, Einsparpotenziale und technische Möglichkeiten.