Die Diskussion ist abgeschlossen

Unternehmenskooperationen und digitales Arbeiten: Must-Haves für erfolgreiche Sozialunternehmer!?

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Sozialunternehmertum, Social Entrepreneurship, Social Business, Venture Philanthropy - immer mehr Menschen arbeiten an innovativen unternehmerischen Lösungen für drängende soziale und ökologische Probleme. Sie verbinden wirtschaftliches Denken mit sozialem Nutzen und setzen sich aktiv für gesellschaftliche Veränderungen ein. Die Vision, die Welt zu verbessern, ist dabei ebenso Teil ihrer DNA wie ein tragfähiges Geschäftsmodell.

Nachhaltige Mode, fairer Handel, Bildung oder die Integration von Menschen mit Behinderung - in verschiedensten Bereichen haben engagierte Sozialunternehmer bewiesen, dass soziale Geschäftsmodelle möglich sind. Um die Verbreitung und Wirkung dieser Bewegung zu befördern, wird es darauf ankommen, Rahmenbedingungen zu verbessern und die Umsetzung sozialer Innovationen zu unterstützen. Dies gilt für das Startup, das mit seiner Idee noch am Anfang steht, wie für etablierte Sozialunternehmer auf dem Weg in den Massenmarkt.

Telefónica Deutschland hat mit “Think Big” und “Wayra” Programme zur Förderung neuer Ideen ins Leben gerufen und möchte zur Diskussion stellen, ob und wie Unternehmenskooperationen sowie digitales Arbeiten Sozialunternehmertum voranbringen können.

  • Unternehmenskooperation: Vor welchen Hürden stehen Sozialunternehmer? Wie und mit welchen Ressourcen und Kompetenzen können “traditionelle” Unternehmen Sozialunternehmer unterstützen - auch über finanzielle Mittel hinaus? Wie weit können Kooperationen oder Geschäftsbeziehungen gehen?
  • Digitales Arbeiten: Welche Rolle spielen Internet und digitale Telekommunikation für Sozialunternehmer? Welche digitalen Kompetenzen benötigen sie, um erfolgreich zu sein?
  • Corporate Social Responsibility: Welchen Stellenwert kann die Förderung von Sozialunternehmertum in der CSR-Strategie von Unternehmen einnehmen - innovativer Corporate-Citizenship-Ansatz oder Verantwortung im Kerngeschäft? Wie profitieren Unternehmen von der Kooperation mit Sozialunternehmern?

Diskutieren Sie mit! Expertenbeiträge, weiterführende Downloads und Links sowie eine kurze Umfrage finden Sie in der rechten Spalte.

» Panel-Diskussion: “Im Dialog die Rahmenbedingungen für Social Entrepreneurs verbessern” am 24. Oktober 2012

» Kurzusammenfassung der Ergebnisse der Online-Diskussion (PDF 201KB)

» Konsequenzen: Was macht Telefónica Germany mit den Ergebnissen? (PDF 133KB)

Diskussion ist beendet – insgesamt 19 Beiträge:

  1. Monika Nitsche schrieb:

    Was für ein spannendes Thema. Und v.a. was kann ein Wohlfahrtsverband, wie der Paritätische in Bayern dazu beitragen?

    Erfolgreiche Sozialunternehmer wechseln zwischen zwei Hüten, dem Hut des Unternehmers, der Unternehmerin und dem Hut des gemeinwohlorientierten erfindungsfreudigen, engagierten Bürgers, der Bürgerin.
    Weshalb sollte das Sozialunternehmertum also nicht mit Wirtschaftsunternehmen kooperieren? Hier wird öfter ein gleicher Sprachcode verwendet, als zwischen Wirtschaftsunternehmen und Vertreterinnen und Vertretern der freien Wohlfahrtspflege.

    Das Innovative an einer Kooperation zwischen Wirtschaftsunternehmen und Sozialunternehmen wäre jedoch, dass in der Anbahnung von Kooperationen nicht nur die Sprache der Wirtschaft gesprochen und gedacht wird. Wie schnell werden wichtige, verbindliche Verabredungen getroffen, in der Sprache, in der man sich beheimatet fühlt. Der Sozialunternehmer, die Sozialunternehmerin könnte sich vielmehr vornehmen, auch in solchen “Verhandlungen” den Hut des unbequemen, engagierten Bürgers, der Bürgerin zu tragen. Dies war doch auch der Motor, mit der eigenen Idee loszulegen. Aber dies erfordert eine eigene Unabhängigkeit und es gilt, sich diese zu bewahren.

    Das wäre die eigentlich Herausforderung, die für die junge Bewegung des Sozialunternehmertums innovativ wäre. Die freie Wohlfahrtspflege übt sich hier bereits seit Jahrzehnten und entsprechend bestehen auch hier erfolgreiche Projekte zwischen gemeinnützigen Trägern und der freien Wirtschaft. Geld-, Zeit- und Sachspenden gehen über den Tisch und langjährige Partnerschaften bestehen. Schief kann es dann gehen, wenn das gegenseitige Verständnis fehlt, d.h. zu wenig ernstgemeintes Interesse aneinander besteht.
    Der Paritätische vertritt v.a. Interessen gesellschaftlicher Gruppen, die nicht sofort auf der Agenda der Privatwirtschaft stehen und auch nicht stehen müssen. Er vertritt gegenüber Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und ist gleichzeitig durch die verbandliche Arbeit Vernetzer innovativer Sozialprojekte. Völlig unaufgeregt geht es um die Unterstützung von z.B. psychisch kranken Menschen, Menschen mit geistiger, oder mehrfacher Behinderung, von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen oder chronisch kranken Menschen. Diese Gruppen stehen nicht wirklich in Konkurrenz zu schicken nachhaltigen Projekten, die z.B. ökologisch und fair gehandelte Produkte vermarkten. Hier geht es um Lobbyarbeit für diejenigen, die einen manchmal befremden, da sie in einer Parallelwelt zur erfolgreichen, jungen, dynamischen, globalisierten Wirtschaft leben.

    “Sozialwirtschaft” heißt das Schlagwort in der Wohlfahrtspflege um zu verdeutlichen, welchen Nutzen und welche Wertschöpfung die freie Wohlfahrtspflege (Diakonie, Caritas, Der Paritätische, Arbeiterwohlfahrt, Israelitische Kultusgemeinde, Rotes Kreuz) als Arbeitgeber und Auftragnehmer in und für die Gesellschaft schafft. Auch hier gehen die Begrifflichkeiten “Soziales” und “Wirtschaft” zusammen. Jedoch erfolgt aktuell die Diskussion beim Paritätischen, ob der Begriff “Sozialwirtschaft” nicht zu sehr auf die Dienstleistung fokussiert und Wertegemeinschaft, Solidarität, Sinnstiftung aus den Augen verliert. Sind wir Wertegemeinschaft oder Dienstleister? Die Kunst ist, beides zu vereinen und den Blick nicht ausschließlich auf die Dienstleistung, die zunehmend mit privaten Anbietern konkurrieren muss, zu richten. Um sich auch einmal der Sprache der Wirtschaft zu bedienen: Das wäre der USP in der Anbieterlandschaft - den zugegeben das Sozialunternehmertum augenscheinlich besser verkauft.
    Mag “freie Wohlfahrtspflege” angestaubt klingen - die Inhalte sind es mit Sicherheit nicht, geht es doch um gesellschaftliche Daseinsvorsorge von allen für alle.
    Gerade beim Paritätischen werden innovative gemeinnützige Sozialprojekte Mitglieder, die sowohl unternehmerisch denken und professionell aufgestellt sind. Auch arbeiten diese mit digitalen Medien. Wie sollten sie sonst arbeiten? Auch hier stecken charismatische Köpfe hinter gesellschaftlich pragmatischen, pfiffigen Ideen, die die Welt vor Ort ein bisschen besser machen. Wichtig ist dem Paritätischen, dass Projekte und Initiativen ein gutes Wissensmanagement aufbauen, damit sie unabhängig von der Gründergeneration eine Chance auf Kontinuität und Weiterentwicklung haben. Diese muss nicht ausschließlich auf einem Franchisemodell fußen.
    Deshalb:
    Der Weg in eine inklusive Gesellschaft kann nur beschritten werden, wenn es gelingt, alle gesellschaftlich relevanten Gruppen für notwendige gesellschaftliche Veränderungen zu gewinnen. Dazu gehören: Wirtschaftsunternehmen, Politik, soziale Einrichtungen u.a. der freien Wohlfahrtspflege und sogenannte Sozialunternehmen, die Macher der digitalen Medien und v.a. Bürgerinnen und Bürger - und zwar alte, junge, mit und ohne Behinderung, aus aller Welt, kritische, engagierte, ängstliche und mutige.

    Und noch ein kleiner Lesetipp aus München: Die Straßenzeitung BISS (Bürger in Sozialen Schwierigkeiten) - Mitgliedsorganisation des Paritätischen - titelt in ihrer Novemberausgabe mit “Engagiert. Münchens junge Sozialunternehmer.” Lesenswert! http://www.biss-magazin.de

    Datum: 28. November 2012 – 11:38 Uhr -
    • Vincent Paul Menken schrieb:

      Liebe Frau Nitsche, sehr gute Punkte. Und ja, der Paritätische ist wirklich ein starkes Korallenriff für Sozialunternehmer - sowohl in der Gründungs- wie in der Wachstumsphase. Meine auch, dass die Unabhängigkeit (besser: Freiheit) der wichtigste Punkt ist, auf den viele Sozialunternehmer nicht verzichten wollen. Beispielsweise die Freiheit in den Gründerjahren, das eigene Unternehmen inhaltlich, wirtschaftlich, organisatorisch oder gar politisch so umzubauen, bis der eigene persönliche Anspruch des Gründerteams erreicht ist (auch wenn andere das oft nicht so toll finden oder nicht verstehen). Nur: Wie schaffen Sozialunternehmer für sich und ihre Gründung diese magische unternehmerische Freiheit, die mir bei uns und bei anderen Gründerteams so oft begegnet und die unser höchstes Gut ist? Sicher ist es zunächst die Aufgabe des Gründerteams selbst., diesen freien Zustand herauszuarbeiten und zu erhalten. Vielleicht müssen wir aber gerade bei Sozialunternehmerteams noch mehr darüber nachdenken, ob sozialunternehmerische Freiheit ein so bedeutender Wert für uns alle ist, dass unsere gemeinsame Wertegemeinschaft dafür ein Umverteilungsmechanismus findet, um sozialunternehmerische Freiheit zu schützen und zu kultivieren. Es muss nicht gleich ein grosser Fördertopf sein. Obwohl wir wissen, dass das Gründerklima für Sozialunternehmer und andere Existenzgründer grad eisiger wird. Manchmal reicht es bereits, wenn wir öffentlich anerkennen, dass es Menschen in unserer Wirtschaftswelt gibt, die sich ganz oder lebensphasenweise für sozialunternehmerische Freiheit, persönlichen Verzicht und wirtschaftliches Risiko entschieden haben, um eine neue, oft für uns noch fremde Lösung eines gesellschaftlichen Problems in die Welt zu bringen. Und wir sollten gerade die in unser Herz schliessen, die im ersten Schritt vielleicht sogar scheitern. Wir sollten sie aufnehmen und ermutigen, es nochmals zu versuchen. Das kann auch für die grossen Wohlfahrtsverbände eine Aufgabe sein. Herzlich, Ihr Vincent Menken, Gründer und CEO, Managerfragen.org

      Datum: 29. November 2012 – 06:56 Uhr -
  2. Saskia Juretzek schrieb:

    Hallo zusammen,
    Ich sehe Unternehmen als starken Partner für social entrepreneure, da sie zum einen fachliches Wissen mitbringen, aber auch Wissen wie man eine (Geschäfts-)Idee überhaupt realisieren kann. Zudem können sie natürlich – teilweise sogar sehr leicht - durch etwas Startkapital zu den ersten Schritten beitragen.
    Ein gutes Beispiel sind hier die Joint Ventures von Grameen mit bekannten Unternehmen. Hier wird der Social Business Ansatz nach Friedensnobelpreisträger Prof. Muhammad Yunus (mehr zu seinem Social Business Verständnis unter http://muhammadyunus.org/) gemeinsam mit Unternehmen wie bspw. BASF, Danone und Veolia Water umgesetzt (Mehr Details unter: http://www.grameencreativelab.com/live-examples). Auch wenn sicherlich gewisse Hürden genommen werden müssen, da Unternehmen und Social Entrepreneure bspw. unterschiedliche Sprachen sprechen, sollte dies keine Hinderungsgrund darstellen. Vielmehr kann aus verschiedenen Blickwinkeln etwas Neues, Innovatives entstehen. Sicherlich wird dem Unternehmen dadurch seine Verantwortung noch bewusster, wie auch dem Social Entreprenuer klar wird, dass seine Idee auch ökonomisch nachhaltig sein muss. Aus meiner Perspektive kann die Zusammenarbeit beide Seite nur weiter bringen und dazu ermutigen, über den Tellerrand zu schauen.

    Datum: 22. November 2012 – 16:23 Uhr -
  3. Vincent Paul Menken schrieb:

    Wir bei managerfragen.org versuchen, den Menschen hinter den Marken dabei zu helfen, sich miteinander zu engagieren. Den Top- und Linienmanagern ebenso, wie den einfachen Bürgern und Kunden. Klappt ziemlich gut. Im ersten Schritt geht es faire-öffentliche-direkte Fragen und Antworten, später dann mehr. Auf dem Weg zum Pilotstart im Oktober 2012 haben wir festgestellt, dass sich Unternehmensmanager viel weitgehender engagieren wollen, als bislang von vielen vermutet wird. Deshalb besteht unser Team mittlerwile aus über 50 Ehrenamtlern, und darunter sehr viele Manager. Man kann also auch mit den Menschen hinter den Marken sehr erfolgreich sozialunternehmerisch tätig sein. Das freut uns sehr. Gruss, Vincent Menken, Gründer und CEO von managerfragen.org

    Datum: 14. November 2012 – 19:58 Uhr -
  4. Christine Sturm, Wayra Deutschland / Telefónica Deutschland schrieb:

    Hallo zusammen,

    ich heiße Christine Sturm und habe Wayra, Telefónicas Start-Up Accelerator, hier in Deutschland mit aufgebaut.

    Es gibt immer wieder Diskussionen darum, ob Unternehmenskooperationen zwischen Konzernen und Start-Ups der richtige Weg seien. Es scheint so, als prallen hier zwei Welten aufeinander.

    Ich persönlich glaube, dass gerade in der Komplementarität von Start-Ups und etablierten Unternehmen die Chance für ein echtes Win-Win liegt. Konzerne verfügen über ausgeklügelte Prozesse, Ressourcen, Netzwerk und Know-Know. Start-Ups hingegen sind agil, haben Ideen und wollen die Welt verbessern. Genau in diesem Austausch liegt der Nutzen für beide Seiten.

    Zusätzlich bieten internationale Konzerne die Möglichkeit, Start-ups durch echten globalen Footprint nicht nur wertvolle Kontakte zu vermitteln, sondern auch die Türen zu internationalen Märkten zu öffnen und Skalierungen, die aus eigener Kraft geradezu unmöglich sind, möglich zu machen. Das unterscheidet z.B. auch Wayra von anderen Förderprogrammen. Mit zwölf Akademien weltweit bietet Wayra eine wichtige globale Dimension.

    Wayra ist Telefónicas internationale Startup-Initiative, die Projekte im Bereich Internet, Telekommunikation und digitale Technologie fördert, und bedeutet “Wind” auf Quechua, einer Sprache, die im Andenraum Südamerikas gesprochen wird. Für Telefónica ist Wayra der Wind, der Innovationen Auftrieb verschafft, und ein Investment in die eigene Zukunft sowie ein wichtiger Impuls, innovatives Denken stärker im Unternehmen zu etablieren. Wir sehen das Programm aber auch als eine Investition für die Gesellschaft, ein Inkubator für digitale und soziale Innovationen. Deutschland braucht Innovationen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.

    Die Frage ist meiner Meinung nach nicht, ob Kooperationen zwischen Start-Ups und etablierten Unternehm sinnvoll sind, sondern ob beide Seiten bereit sind, Unterschiede zu überkommen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen! Es scheint mir, als sei diese Diskussion in Deutschland immer noch ideologisch gefärbt und setzt sich dadurch selber Grenzen. In meinen Augen muss die Kommunikation und das Verständnis zwischen beiden Seiten gestärkt werden, um ein echtes Win-Win zu erreichen!

    Datum: 7. November 2012 – 18:49 Uhr -
    • Prof. Mariana Christen Jakob schrieb:

      Liebe Kolleginnen und Kollegen,
      mit Interesse haben wir eure Diskussionen zum Kooperationspotenzial von Unternehmen und Start-ups verfolgt. Wir von der Social Entrepreneurship Initiative & Foundation machen in unserem Schweizerumfeld durchaus positive Erfahrungen. Social Entrepreneurs können gerade in einer frühen Phase von den Netzwerken und den Erfahrungen von etablierten Firmen viel lernen und von deren Wissen profitieren. Umgekehrt sind grössere Unternehmen über die Diskussionen und die innovativen Ansätze von Start-ups mit vielversprechenden Ideen konfrontiert welche durchaus weiterführende Impulse auslösen können. Bei allem Potenzial solcher Kooperationen gilt es aber genauso die Erwartungen und Zielsetzungen im Vorfeld sorgfältig zu klären. Ansonsten können diese neuen Formen der Zusammenarbeit auch in eine Sackgasse führen und auf beiden Seiten Enttäuschungen auslösen.

      Datum: 14. November 2012 – 15:29 Uhr -
  5. Prof. Günter Faltin / Simon Jochim schrieb:

    Unternehmenskooperationen und digitales Arbeiten sind heute wichtige Voraussetzungen für Unternehmer, seien es nun Sozial-, Öko-, Kultur- und/oder Business-Unternehmer. Als MUST-HAVE steht aber für mich ein oberster Stelle immer noch folgendes: Ein innovatives und nachhaltiges Geschäftsmodell, das auf mehreren Beinen steht und dadurch mehrere Vorteile gegenüber dem Wettbewerb besitzt.

    Dies gilt es näher zu erläutern:
    - Innovativ bedeutet NICHT Invention (Erfindung) und auch nicht UNBEDINGT High-Tech! Innovation KANN AUCH die Neu-Kombination von bestehenden Ressourcen bedeuten. Beispiele sind z. b. Skype (Computer-Netzwerke und Telefon) und Google (Suchmaschine kombiniert mit Anzeige-buchen über eine Auktionsplattform, die auch den Inhalt bewertet.) Beispiele aus dem Sozialunternehmer-Umfeld sind z. B.: Glovico.org - Sprachschulen über das Internet waren schon vorhanden. Tobias Lorenz bringt aber Menschen zusammen, die früher nicht zusammengefunden haben.

    - Nachhaltig bedeutet nicht nur, ökologisch und sozial nachhaltig, sondern auch finanziell nachhaltig. Das heisst m. A., dass sie durchaus Gewinne erzielen können. Es kommt viel mehr darauf an, wofür Sie diese Gewinne nutzen. Denn Überschüsse können ja Ihr Geschäftsmodell voranbringen, sie können in bessere Kundenbeziehungen, Mitarbeiter-Training, Infrastruktur, Social Franchising etc. investieren.

    Ich glaube nicht, dass nur derjenige erfolgreich ist, der über viele Kontakte zu Unternehmen verfügt und dadurch Kooperationen voranbringen kann. Oder dass man “Digital Native” sein muss.

    Ich glaube, dass ein innovatives Konzept so attraktiv ist, dass es die Aufmerksamkeit der Unternehmen auf sich zieht und diese mit dem innovativen Unternehmer kooperieren wollen. Nur digitales Arbeiten ist heute AUCH nicht mehr UNBEDINGT zeitgemäß. Viele erfolgreiche Entrepreneure setzen nicht nur auf Digital und online, sondern verwenden einen Mix aus On- und Offline / High-Tech mit High-Touch. Zum Beispiel die Gründer des Internet-Startups MyPhotobook bringen jetzt das Magazin Enorm raus, welches sich u. a. mit den Themen CSR, SocialBusiness und Social Entrepreneurship befasst.

    Heute hat jeder das Potenzial zum Gründen. Dazu versuchen wir mit der Stiftung Entrepreneurship, durch unseren Entrepreneurship Campus einen Beitrag zu leisten. Im Entrepreneurship Campus können Sie on- wie offline mit anderen zusammen systematisch Ihre Idee zu einem innovativen und nachhaltigen Konzept ausarbeiten und Ihr Konzept in unseren Gründer-Wettbewerben erproben.

    Prof. Dr. Günter Faltin
    und
    Simon Jochim
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin und in der Stiftung Entrepreneurship

    http://www.entrepreneurship.de/
    The Art and Science of Entrepreneurship

    Freie Universität Berlin
    Arbeitsbereich Entrepreneurship
    14195 Berlin

    Datum: 5. November 2012 – 13:17 Uhr -
  6. Claire schrieb:

    Guten Morgen.

    Ich möchte mich etwas ausführlicher an einem Beispiel zu diesen Fragen auslassen.

    Ab August 2013 wird jedem einjährigen Kind einen Kitaplatz in Deutschland justiziabel einklagbar zur Verfügung stehen müssen. Das Defizit ist enorm hoch, sehr unterschiedlich die Fehlbedarfe aber in den Bundesländern. Derzeit fehlen verschieden Angaben zufolge ca. 150.000 Plätze in der Frühförderung der “Frühesten”. Dass diesen enormen Fehlbedarf die örtlichen Kommunen, die schließlich mit der Umsetzung des KiBitz-Gesetzes beauftragt sind, diesen nicht oder nur mit großen Anstrengungen, möglicherweise verbunden mit gravierenden qualitativen Einbußen in der pädagogischen Betreuung ausgleichen können - selbst dies ist noch fraglich.

    Es gilt also, Eltern, die in mehr oder minder unmittelbarer Nachbarschaft leben, dazu zu ermutigen, für ihre Kinder neue Kitas in eigener Regie mit den verfügbaren regulären Landesmitteln und den wenigen Sondermitteln, aufzubauen und bestehende eigeninitiierte Kindertagesstätten noch zu verbessern. Natürlich haben Elterninitiativkitas viele Vorteile gegenüber riesigen städtischen Kindertagesstätten oder denen der Wohlfahrtsverbände. Dennoch ist der finanzielle Rahmen pro Kind bei Eigeninitiativkitas nicht höher. Sie müssen genauso Haushalten wie Kommunen, die mit einer gut ausgebauten Infrastruktur bereits Vorteile haben, das heißt, dass mächtige Eigenleistungen der engagierten Eltern in ein solches Projekt fließen. Sie müssen alle Maßnahmen selbst planen, den räumlichen Umbauten, der Zusammenstellung der Gruppen oder versicherungstechnischen Auflagen bis zur Einstellung geeigneten erzieherischen Personals. Diese Kitas werden oft in der Rechtsform des Vereins gegründet. In Berlin, wo man in dieser Sache wenig nachholen muss, bilden sich aus mehreren einzelnen Kindertageseinrichtungen mit verschiedenen Schwerpunkten oft die Rechtsform der übergeordneten GgmbH mit einer bezahlten Geschäftsführung. Bis es in Nordrhein-Westfalen durchgängig der Fall sein wird, kann noch Jahre dauern, da es der Infrastruktur und Abwicklung ermangelt.

    Und da es ja gerade nicht nur ein politisches Ziel, sondern auch Nachhaltigkeit im Sinne von Corporate-Citizenship bewirken könnte, hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen, sind Unternehmen grundsätzlich jeder Art dazu aufgefordert, diesen deutlich übersichtlicheren und qualitativ besseren Kindertageseinrichtungen, die aus dem eigenen Mut und Engagement der betroffener Eltern entstehen, unter die Arme zu greifen. Unternehmen sehen es zunehmend als Teil ihres Leitbildes oder ihrer Vision an, Nachhaltigkeit zu schaffen, mittels Zukunftsinvestitionen in soziale Unternehmen, die langlebig und nicht sporadisch sind, ihr Unternehmensprofil zu schärfen und Verantwortung zu übernehmen. Im vorgestellten Tätigkeitsfeld ist jede dieser Voraussetzung im wahrsten Sinne des Wortes erfüllt. Der Demografiegipfel in Berlin zeigt überdeutlich, dass es allerhöchste Zeit wird, in Kinder mehr Bildung zu “investieren” und hier gerade im Bereich einer qualitativ hochwertigen Frühförderung zu beginnen. Das Leitbild ist ein werbewirksames Instrument der Corporate Governance, das v. a. Ziele, Wert und Normen transportieren soll. Wir sehen hier nicht nur die optimale Struktur der frühen Förderung von Kindern vor Augen, sondern auch die bessere Passung zwischen Arbeitswelt und Familiendasein. Natürlich werden politischerseits auch die beschäftigenden Unternehmen in die Pflicht genommen, doch mehr als appellieren ist hier erst einmal nicht möglich. Oft ist es auch nicht möglich, da ein einzelnes kleines Unternehmen es sich nicht leisten kann und ein Großunternehmen bereits lange eine solche Einrichtung outgesourct hat.

    Um mich wieder an das Thema anzuschließen. Es ist naheliegend, dass ein Unternehmen wie bspw. Telefónica Deutschland sich nicht direkt am Prozess der Bildung von Kindertagesstätten auf Initiative der Eltern beteiligen kann. Doch zumeist stehen reichlich finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung, die in ein Pool eingehen könnten. Denn es gibt einen Dachverband (BAGE) der Elterninitiativkindertagesstätten, nur ermangelt es auch dort an finanziellen Mitteln für gute fachliche Beratung, sodass dessen Unterstützung durchaus begrenzt ist. Ein Consultingunternehmen in Zusammenarbeit mit der BAGE kann hier schon mehr erreichen, indem es Eltern hinreichend und effizient informiert. Dafür werden ebenfalls finanzielle Mittel benötigt, um Informationsberatungen kostengünstig stattfinden lassen zu können. Viele Möglichkeiten im Sektor Information stehen durch die Mittel für Online-Konferenzen zur Verfügung, die nicht teuer sein müssen: Gerade wenn es sich um eine unterstützendes Unternehmen aus dem Mobilfunksektor handelt, sind Video- bzw. Telefonkonferenzen schnellstens zu realisieren, nur bedarf es eben entsprechender mobiler und immobiler Gesprächs- und Datenverbindungen, sowie zugehöriger Geräte. Damit ist bereits ein großer Schritt getan und es ist eine innovative Einrichtung in diesem Sektor, sich nicht immer vor Ort treffen zu müssen, sondern sich ortsunabhängig zu vernetzen. Oft wissen Eltern nicht, wie sie anfangen können, sind aber so jung und aufgeschlossen, nutzen sie doch selbst in ihren Betrieben, anders als Beschäftigte bei öffentlichen Einrichtungen, häufig diese Medien selbst bei interkontinentalen Teamsitzung als Selbstverständlichkeit. Dennoch wird als PC der Einrichtung Muttis Pentium I mit 250 Mhz überlassen oder vielleicht auch Papas ausgemustertes Notebook von Anno Dazumal, was nicht genügend für ein modernes Arbeiten sein kann. Denn Kleinkinder fragen ja auch oft: Was macht Ihr denn da? Wozu ist das jetzt gut? Auch Software fehlt oft. Die Kostenpauschalen für Elektronik, Telefonie, Software und Daten fallen im Allgemeinen sehr knapp aus. Oft verfügt eine kleine Kindertagesstätte über einen Festnetzanschluss. Internet ist nicht unbedingt gewährleistet, muss es aber. Erzieher müssen jederzeit Zugriff auf das Internet haben und nicht durch ihr persönliches Smartphone, mit dem sie auch häufig mit Jugendämtern auf eigene Rechnung telefonieren. (Insofern sind Flatrates natürlich super, aber auch hier muss professionell zwischen privat und dienstlich getrennt werden.) Dies sind nur Beispiele, wo ein Telefon- und/oder Elektronikunternehmen enorm stützen könnte.

    Ein zweites Feld der Hilfeleistung ist rein finanziell zu pushen. Empowerment und Selbsterhalt von Eltern und Erziehern ihrer Kinder ist nur durch gezieltes Coaching möglich. Auch müssen im Erzieherteam Supervisionen regelmäßig stattfinden. Ein Teil wird als Pauschale abgedeckt. Aber – Erzieher müssen sich auch pädagogisch weiterbilden.

    Natürlich ist Social Sponsoring immer auch gegenwirksam. So bindet es die eigenen Kunden, die der angesprochenen Klientel angehören, dient zur Neukundengewinnung und das Unternehmen darf auf der Website der Kita durchaus beworben werden. Es kann und wird unter pädagogischer Verantwortung sicher nicht darum gehen, Babys und Kleinkinder zuerst mit dem Umgang eines Mobiles vertraut zu machen. Doch ist dies im späteren (Vorschul)Alter durchaus auf spielerische Art und Weise näherzubringen.

    So sähe im Moment ein Ausschnitt meiner „Vision“ zum Thema aus.

    Mit vielen Grüßen

    Datum: 1. November 2012 – 04:09 Uhr -
    • Amelie Hoffmann, Telefónica Deutschland schrieb:

      Vielen Dank Claire, für Ihren ausführlichen und informativen Beitrag!

      Als Telekommunikationsunternehmen wollen wir möglichst vielen Menschen den Zugang zu Telekommunikation ermöglichen und innovative Lösungen dafür anbieten, wie z.B. die Entwicklung von Angeboten für Menschen mit Hörschädigung oder die Förderung von Medienkompetenz und Jugendschutz. Um die Arbeit von gemeinnützigen Organisationen zu unterstützen, ist Telefónica Germany in 2012 mit “Stifter-helfen.de - IT for Nonprofits” eine Partnerschaft eingegangen und stellt 3500 Produktspenden bereit: 3000 Produktbündel mit je einem O2 Prepaid-Stick, 4 SIM-Only-Karten und 4 Voucher mit Guthaben im Wert von 150€. Darüber hinaus werden 500 Produktpakete mit je einer SIM-Only-Karte und 7 Voucher im Wert von 120€ zur Verfügung gestellt. Hiermit wollen wir insbesondere Gemeinnützige unterstützen, die sich im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, des Natur- und Umweltschutzes, der Behindertenhilfe sowie der Sozial- und Wohlfahrtsfürsorge engagieren.

      Die sozialen Einrichtungen entrichten lediglich eine geringe Verwaltungsgebühr an Stifter-helfen.de und sparen bis zu 96% des marktüblichen Verkaufspreises. Weitere Infos erhalten Sie unter http://www.stifter-helfen.de! Wir freuen uns, wenn auch Ihre Initiative damit unterstützt werden kann!

      Viele Grüße,
      Amelie Hoffmann

      Datum: 2. November 2012 – 10:41 Uhr -
  7. Claudius schrieb:

    Zum Punkt 3 (CSR/CC): Ganz wichtig ist die Authentizität des Engagements eines Unternehmens. Es darf nicht den Anschein machen, dass eine Unterstützung rein aufgrund der Werbewirksamkeit (z. B. Projekte mit Kindern vs. Projekte mit Drogenabhängigen) eingegangen wird. Darüberhinaus lässt sich authentischer arbeiten sofern das Engagement einen klaren Bezug zum Kerngeschäftsfeld des jeweiligen Unternehmens herstellt. Ob dies nun als CSR oder corporate citizenship Maßnahme deklariert wird ist m. E. zweitrangig.
    Zum Punkt 1 (Unterstützungsformen): Corporate Volunteering als erste Zusammenarbeit indem z. B. Buchhaltungsprüfung o.Ä. von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen übernommen wird. Dies kann dann auch zur Folge haben, dass ebenjenes Unternehmen weitere Engagements mit der jeweiligen Organisation eingeht (finanzielle Unterstützung/weitere Volunteering Maßnahmen) da die Organisation nun bekannter ist und mehr Klahrheit (auch durch den Blick in die Organisation/Projekt) über Ziele und Strategien etc. besteht. Langfristige Kooperationen helfen sozialen Projekten auch durch Planungssicherheit und Konsistenz. Natürlich ist hier immer die Gefahr gegeben, dass eine Organisation sich zu sehr auf einen “Unterstützer” aka Firma verlässt und falls diese wegbricht große Probleme entstehen. Daher immer einen gesunden Mix (auch Branchenmix der jeweiligen Unterstützerfirmen) wählen.
    Zum Punkt 2 (Digitale Arbeiten etc.): Ich denke dies wird immer wichtiger in Zukunft für social Entrepreneurs bzgl. der nötigen Vernetzung mit Gleichgesinnten oder Unterstützern. Es gibt schon erste Ansätze (z. B. http://www.chariteam.de) von “Vermittlerseiten” über welche Unternehmen mit Engagementwille zu Organisationen mit Unterstützungsnotwendigkeit sowie Privatpersonen mit Helferbereitschaft zusammenbringen. Warum eigentlich nicht ein soziales Netzwerk für Social Entrepreneurs/Businesses schaffen in dem Unternehmen ohne großen Aufwand soziale Organisationen identifizieren und unterstützen können - mit Transparenz für die Öffentlichkeit, Kommunikationsmöglichkeit für Unternehmen und bessere Analysemöglichkeiten für z. B. Monitoringprogramme der öffentlichen Seite etc.?

    Datum: 29. Oktober 2012 – 13:52 Uhr -
  8. Nicola Hengst-Gohlke schrieb:

    Ich bin eine von 100 bundesweiten startsocial Stipendiaten (www.startsocial.de) in diesem Jahr, nominiert für die Idee einer partizipativen Online-Drehscheibe für mehr Familienfreundlichkeit und -gerechtigkeit in Deutschland (”We heart family”, Pilotregion ist Düsseldorf / Kreis Mettmann). Insofern ist für mich der Umgang mit digitalen Medien sehr wichtig. Im konkreten Fall hätte die Entsendung von Mitarbeiter/innen in das Projekt als “We heart family-Scouts” im Rahmen beispielsweise von Personalentwicklungsmaßnahmen mit CSR zu tun. Das startsocial-Stipendium hat gerade begonnen und ich finde es sehr hilfreich und inspirierend, von gestandenen Persönlichkeiten aus der Wirtschaft bereits in der Ideenphase intensivst begleitet zu werden. Und vor allem von Menschen, die andere Kompetenzen und Präferenzen haben als ich. Wichtig dabei ist der Dialog auf Augenhöhe. Und aufrichtiges Interesse, Respekt, Offenheit und Wertschätzung für die einzelnen ggf. unterschiedlichen Sichtweisen, Ansätze, Meinungen und Kompetenzen. Miteinander reden, ausreden lassen, zuhören und sich auf einander einlassen. Im konstruktiven Austausch orientiert an der Sache entsteht Innovation. Es macht einfach Spaß. So können sich auf beiden Seiten Potenziale entfalten, die Begeisterung, gemeinschaftlich das Projekt voranzubringen, steht im Vordergrund. Dünger für’s Gehirn (Prof. Dr. Gerald Hüther lässt grüßen!). Bei startsocial engagieren sich die Coaches ja ebenfalls ehrenamtlich. Insofern habe ich großen Respekt vor dem zeitlichen Engagement neben der normalen Arbeitszeit.
    Für mein zukünftiges Unternehmenskonzept hoffe ich Teil der “pro bono Bewegung” werden zu können:
    http://www.bmw-stiftung.de/de/gesellschaft-neu-denken/engagement-und-kooperationen/taproot - denn in der Tat, hätte ich eine Chance, mich dieser Ressourcen zu bedienen, dann könnte ich mich zukünftig mehr meinem Kerngeschäft widmen. Eine gute Möglichkeit ist auch der “Marktplatz für gute Geschäfte” http://www.gute-geschaefte.org/ - quasi ein Kompetenztausch - es fließt kein Geld.
    Mir ist es in der Kooperation mit Unternehmen sehr wichtig, nicht für Marketingzwecke missbraucht zu werden.

    Datum: 24. Oktober 2012 – 20:52 Uhr -
  9. Juma schrieb:

    Ich bin mir sicher, dass die Zukunft von CSR in Kooperation mit Stakeholdern geschieht. Stakeholder mögen es nicht, wenn CSR unabhängig von Ihnen passiert, und die jeweilige Firma ihnen dann in Kampagnen sagt, wie nachhaltig sie sind, weil die Stakeholder sich dann manipuliert fühlen. Für mehr Glaubwürdigkeit ist mehr Transparanz und die Einbindung von Stakeholdern in CSR notwenig. Dies ist wissenschaftlich gut durch Studien von CB Bhattacharya bewiesen.

    Auf Basis dieser wissenschaftlicher Erkenntnisse habe ich das Startup MoRally gegründet, wo stakeholder Online-Lernspiele spielen können und mit Firmensponsoren Spendenprojekte unterstützen. Für jeden Siegpunkt der Onlinespieler wird 1 Cent gespendet, wobei der Firmensponsor diese Spende bezahlt und der Onlinespieler das Spendenprojekt auswählt. Durch diese Konfiguration sind die Stakeholder gleichberechtigte Partner im kleinen Rahmen und dann resultiert CSR in tatsächlich positiven Effekten.

    Eine Präsentation meiner Geschäftsidee:
    http://www.youtube.com/watch?v=ofxOACckeH0&feature=youtu.be

    http://www.morally.de

    Wir suchen auch noch Mitgründer, bei Interesse bitte einfach kontaktieren!

    Datum: 24. Oktober 2012 – 12:18 Uhr -
  10. Joscha Lautner schrieb:

    Sozialunternehmer müssen zum großen Teil dieselben Hürden nehmen, wie Unternehmer (Idee, Team, Finanzierung, Vertrieb, Qualität, Wachstum). Zusätzlich begegnen Sozialunternehmer in Deutschland kulturellen Hürden. In Deutschland wird „die Wirtschaft & das Soziale“ nicht zuletzt seit Bismarck getrennt gedacht und umgesetzt. Sozialunternehmer arbeiten jedoch häufig an der Schnittstelle von Profit und Gemeinwohl, sowie an der Kreuzung von Staat, Wirtschaft, Gemeinwohl und Kultur. Der Gedanke diese Dinge eben nicht getrennt zu betrachten und im Handeln zusammen zu bringen irritiert und stellt damit das schöpferisch-zerstörerische Potential von Sozialunternehmen dar.

    In Bezug auf die Frage, wie „traditionelle“ Unternehmen Sozialunternehmer unterstützen können, bin ich grundsätzlich davon überzeugt, dass Kooperationen sehr weit, sogar bis zum Firmenzusammenschluss gehen können. Die große Herausforderung ist die Konfliktlinie zwischen Gemeinwohl- und Profitorientierung. Aus meinen Beobachtungen ist das sowohl bei profit- als auch gemeinwohlorientierten Unternehmen nicht eine „entweder oder“ Entscheidung – sondern eine Frage der Ausrichtung. Beide Seiten können auf operativer, strategischer als auch ideeller Ebene sehr viel voneinander profitieren, wenn sie sich füreinander öffnen. Entscheidend für den Erfolg ist die Begegnung mit offenem Visier auf Augenhöhe damit es keine one-way Beziehung ist und am Ende keine Seite die Basis ihrer Unternehmung verrät: Ihre Vision & Intention.

    Datum: 24. Oktober 2012 – 10:42 Uhr -
    • Christian Vitocco schrieb:

      Hallo Herr Lautner, ich stimme Ihren Äusserungen zu! Ergänzen möchte ich noch, dass in der Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände ein sehr grosses Potential liegt! Sie haben die Lobby u die Erfahrungen mit Zielgruppen (benachteiligten Menschen aufgrund Alter, Behinderungen usw). Auf der andere Seite bieten Sozialunternehmer neue, innovativere Lösungsansätze fur die bekannten Probleme in unserer Gesellschaft! Wir brauchen das Rad nicht wieder neu erfinden, sondern nur neu denken und angehen im Sinne der betroffenen Menschen. Es ist alles schon da!

      Datum: 24. Oktober 2012 – 20:47 Uhr -
      • Joscha Lautner schrieb:

        Hallo Herr Vitocco,

        Wohlfahrtsverbände haben eine enorme Power , da stimme ich zu. Darin kann man eine Stärke, die Möglichkeit das große Rad mit zu drehen, und gleichzeitig eine Schwäche, die Möglichkeit die kleinen Räder klein zu halten, sehen.

        Das Rad braucht nicht neu erfunden zu werden - ja - und dennoch schadet es nicht, weil kein neu erfundenes Rad dem anderen gleicht. Aus unternehmerischer Sicht geht es ja nicht nur darum ein Idee aufzugreifen sondern diese eben auch zu entwickeln - darin liegt ja auch die große Freude eines Unternehmers und die Chance, dass etwas entsteht, das Räder obsolet macht. Das dies in bestimmten Kontexten Redundanz erzeugt scheint mir nicht als schwerwiegender Nachteil. Redundanz bringt ja auch Vielfalt zum Ausdruck.

        Fragen möchte ich: Wenn alles schon da ist - warum mangelt es dann an so vielem?

        Datum: 20. November 2012 – 22:06 Uhr -
        • Vitocco schrieb:

          Hallo Herr Lautner, auch hier stimme ich Ihnen wieder zu. Das Rad braucht nicht neu erfunden zu werden, aber alles Existierende muss vielleicht “neu gedacht” werden. Erfolgreiche Menschen (hier meine ich Persönlichkeiten wie z.B. Prof. M.Yunus etc). haben die Eigenschaft, existierende Dinge neu “quer zu denken” und daraus entsteht Neues bzw. Redundanz. Das ist es vielleicht, gerade auch bezogen auf Sozialunternehmer, Wohlfahrtsverbände usw. Es braucht eine “Mischung” aus dem bereits Existierenden und das “quer & neu” gedacht macht es spannend für die Zukunft…Was meinen Sie?

          Datum: 21. November 2012 – 12:14 Uhr -
  11. Erika Bartels schrieb:

    Ich arbeite für Hallo Einstein. Das ist eine gemeinnützige Bildungsinitiative. Wir versorgen überwiegend Kinder mit Migrationshintergrund und aus prekären Familien mit einer kostenlosen Hausaufgabenhilfe und seit 1 Jahr mit Erfolg auch mit Lernförderung nach dem Bildungspaket. Wir machen die Kinder schlauer und erhöhen ihre Chancen auf eine erfolgreichere Schullaufbahn. Letztenendes versuchen wir mit der Festigung von Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen, dem Arbeitsmarkt ausbildungsfähigere junge Menschen zur Verfügung zu stellen. Ich kann mir eine Unternehmenskooperation gut vorstellen im Sinne von Hospitation in unserer Einrichtung und dem Austausch von know how auf Augenhöhe.

    Datum: 24. Oktober 2012 – 10:31 Uhr -
  12. Amelie Hoffmann, Telefónica Deutschland schrieb:

    Hallo und herzlich Willkommen zu diesem neuen Dialog auf diskutiere.de!

    In dieser Diskussionsrunde geht es um die Kooperation von Sozialunternehmern mit „konventionellen“ Unternehmen. Sozialunternehmer verbinden gezielt wirtschaftliches Denken mit Nutzen für Mensch und Umwelt. Das ist nicht nur für Einzelne von Bedeutung, sondern für das Gesamtwohl unserer Gesellschaft. Und somit auch für Unternehmen. Doch wie können Kooperationen zwischen Sozialunternehmern und traditionellen Unternehmen konkret aussehen? Wie können beide Seiten von den Kompetenzen des anderen profitieren? Was hat Sozialunternehmertum mit CSR zu tun? Und welche Bedeutung haben digitale Medien für Sozialunternehmer? Diese und andere Fragen möchten wir hier mit Ihnen diskutieren.

    Eine erfolgreiche Kooperation bedarf offener Kommunikation und Ideenaustausch. In diesem Forum laden wir Sie ein, Ihre Perspektive einzubringen, Meinungen, Erfahrungen, Kritik und Anregungen zu teilen. Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion!

    Viele Grüße,
    Amelie Hoffmann

    Datum: 24. Oktober 2012 – 09:03 Uhr -
    • Jana Schulz schrieb:

      Auch in der Entwicklungszusammenarbeit spielt die Thematik der sozialen Unternehmen in zunehmendem Maße eine Rolle. Häufig ist es so, dass der gewerbliche Zweig eines sozialen Unternehmens den gemeinnützigen Zweig finanziell unterstützt. Dies resultiert in wachsender Unabhängigkeit von externen Geldgebern und ermöglicht die Flexibilität, die erforderlich ist um auf die lokalen Bedürfnisse einzugehen. Des Weiteren können die sozialen Projekte von einer professionellen, wirtschaftlichen Arbeitskultur im Unternehmen profitieren.

      Viafrica (www.viafrica.org) ist ein soziales Unternehmen, das durch IT-Gesamtlösungen nachhaltige Entwicklung in Afrika anstößt. Grundlage der Arbeit ist die Überzeugung, dass gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Hand in Hand gehen. Die lokalen Zweigstellen unterstützen das Bildungswesen vor Ort mit Hardware, ergänzt durch Schulungen, Unterrichtsmaterialien und Wartung. Außerdem liefert Viafrica IT-Produkte und Dienstleistungen an Unternehmen vor Ort und internationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Entscheidend ist, dass Gewinne die im Rahmen der gewerblichen Aktivitäten erwirtschaftet werden nicht etwa ausgeschüttet, sondern re-investiert werden in die sozialen und wirtschaftlichen Initiativen Viafricas. Viafrica ist davon überzeugt, dass diese Kombination aus Ökonomie und gesellschaftlicher Verantwortung zukunftsweisend ist.

      In Deutschland wendet sich Viafrica im Rahmen der Initiative PC-Spenden (www.pc-spenden.de) an Unternehmen und ruft diese dazu auf ihre gebrauchte Hardware zu spenden. Die Zusammenarbeit mit PC-Spenden bietet Unternehmen eine hervorragende Möglichkeit soziales Engagement im Rahmen einer wirtschaftlichen Notwendigkeit (Entsorgung ausrangierter Hardware) in die Tat umzusetzen. Hier spiegelt sich ein positives Zusammenwirken von Sozialunternehmer und “traditionellen” Unternehmen. Im Rahmen von CSR profitieren Unternehmen von der Kooperation mit Sozialunternehmern durch wechselseitige Beziehungen anstelle der herkömmlichen Geber-Empfänger Konstellation.

      Wir wünschen uns, dass sich der Gedanke des sozialen Unternehmertums und seine Unterstützung durch herkömmliche Unternehmen weiter durchsetzt. Nicht zuletzt erfordert dies ein Aufbrechen der überholten Denkstrukturen einer Trennung von Wirtschaft und Sozialem, die auch Herr Lautner in diesem Forum schon angesprochen hat.

      Datum: 19. November 2012 – 17:57 Uhr -